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David Beckham Eine Frage der Größe

David Beckham Statue
David Beckham Statue
© facebook.com/davidbeckham
Unterwäsche-Werbung mit David Beckham für H&M sorgt in den USA für Aufregung. Drei-Meter-Statuen des Sportlers in knappen Hosen bringen das Werbesujet direkt auf Augenhöhe der Kunden. Für einige ist das zuviel

Um die zweite 'David Beckham Bodywear'-Kollektion zu bewerben, arbeitet das schwedische Textilunternehmen H&M mit neun silbernen Statuen des britischen Fußballstars. Zum Launch der ersten Kollektion standen sie bereits in London. Nun haben sie bis zum 23. August an belebten Orten in den Städten New York, Los Angeles und San Francisco ihren Platz gefunden - und sorgen für viel Wirbel.

Denn der glänzende, ungefähr drei Meter hohe Beckham-Klon trägt nur ... tadaa: Unterwäsche. Und das, wo für die Kampagne nach Angaben des Branchendienstes "Horizont" "H&M und Beckham erneut den Fokus auf Form und Passform der vom Star-Kicker entworfenen Unterwäsche" legen. Die Statue kommt den US-Medien überdurchschnittlich gut bestückt und die Hose besorgniserregend knapp vor.

Eine der neun silbernen Beckham-Statuen, die in den USA für Aufregung sorgen. Beckham selbst zeigt sich bei Facebook stolz auf d
Eine der neun silbernen Beckham-Statuen, die in den USA für Aufregung sorgen. Beckham selbst zeigt sich bei Facebook stolz auf das Projekt.
© facebook.com/davidbeckham

In einem Artikel der "New York Post" mit der Überschrift "Battle of the Bulge" wird eine New Yorker Mutter zweier kleiner Kinder mit den Worten zitiert "Ich würde nicht wollen, dass meine Kinder ihn so sehen. (...) Wenn dein Kindergartenkind dich mit großen Augen anguckt, auf Beckhams Unterhose zeigt und fragt 'Was ist das, Mama?', dann ringt man doch um die richtige Antwort." Auch die Anzeigenmotive des Unterwäsche-Becks werden angegriffen und als gekünstelt und übertrieben klassifiziert. Eine weitere Mutter sagt "The New York Post", sie würde nicht wollen, "dass junge Männer denken, das die Größe ihrer Genitalien sie im Leben erfolgreich mache. Sie sollten lieber seine Stärke als Sportler wertschätzen."

Auf der anderen Seite gibt es schon einen Tag nach Statuenaufstellung viele Artikel, die sich mit Wortspielen und Witzen rund um den Super-Beckham überbieten. "Bekleideter als Michelangelos David, aber dafür auch größer", "David Beckham zeigt seine Männlichkeit - auf Augenhöhe", "Becks guckt zur Seite, aber die Fußgänger werden wohl ganz konzentriert nach vorne schauen" oder auch "Wenn David so gut bestückt ist, fragt man sich, warum Victoria nicht viel mehr lächelt".

"The New York Post" gegenüber brachte eine Markenberaterin namens Leslie Singer noch einen zusätzlichen Gesichtspunkt in die Debatte ein: "Hier haben wir einen toll ausehenden David Beckham und sagen 'Iih, das ist geschmacklos'. Ausschnitte und Brüste hingegen sind überall. Frauen werden in Anzeigen schon so lange geschmacklos dargestellt, dass das hier im Vergleich dazu wirklich bescheiden ist."

Fotos, die Blogs wie "fashionista.com" veröffentlichen, zeigen aber auch, dass andere New Yorker die Statuen genauso behandeln, wie sich die Modekette das gedacht hat: sie lassen sich mit ihnen fotografieren. Nicht komplett uneigennützig vermutlich, denn Fans, die ein Foto eines Beckham-Abbilds inklusive des Hashtags #HMBeckham auf Instagram hochladen und teilen, können Preise gewinnen. Zum Aktionsende am 23. August sollen so unter anderem zehn Ministatuen von Beckham, von ihm signierte Unterwäsche und eine Shoppingtour bei H&M im Wert von 1000 Dollar unter das Fanvolk gebracht werden.

David Beckham - der selbst Vater dreier Söhne kurz vor dem Teeniealter sowie einer kleinen Tochter ist - steht voll hinter der Aktion, zeigte stolz Bilder bei Facebook und seine Fans dankten es ihm mit begeisterten Kommentaren. An mangelnder Aufmerksamkeit wird diese Kampagne jedenfalls nicht scheitern.

cfu

Beckhams US-H&M-Kampagne - Statuen und Anzeigenmotive

gala.de


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