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Daniela Katzenberger "Ich hüpfe nicht immer fröhlich durch die Gegend"

Daniela Katzenberger
© dpa | Henning Kaiser / Picture Alliance
Daniela Katzenberger gilt als absolute Frohnatur, doch in der letzten Zeit schlägt die Kultblondine immer häufiger ernste Töne an. Zuletzt machte sie sogar öffentlich, dass sie zu Beginn ihrer Karriere zwei Bournouts hatte. Warum ihr das so wichtig ist, erklärt Katzenberger im GALA-Interview.

Daniela Katzenberger, 35, ist dafür bekannt, kein Blatt vor den Mund zu nehmen. Mit ihrer erfrischenden Art ist sie seit Jahren im Fernsehen erfolgreich, ihre Fans lieben sie für ihren Humor und ihre herrlich bodenständige Art, sich auch mal selbst auf den Arm zu nehmen.

Daniela Katzenberger: "Wenn mir alles zu viel wird ..."

Doch die "Katze" kann auch anders, sie nutzt ihre Reichweite für Themen, die ihr am Herzen liege. Ob Body Positivity oder mentale Gesundheit – die 35-Jährige will sensibilisieren, für ihre eigene Gesundheit sowie Töchterchen Sophia. Was sie der Sechsjährigen in einer Welt voller Instagram-Filter und Schönheitsdruck mitgibt, wie sie selbst ihre Psyche schützt und ob sie schon einmal bereut hat, etwas in der Öffentlichkeit ausgeplaudert zu haben, verrät Daniela Katzenberger im Gespräch mit GALA.

GALA: Sie setzen sich auf Instagram immer wieder auf humorvolle Art für Body Positivity ein. Wie versuchen Sie Ihrer Tochter Sophia mitzugeben, dass es keine klassischen Schönheitsideale gibt und sich jeder Mensch in seiner Haut wohlfühlen sollte?
Daniela Katzenberger: Lucas und ich bringen unserer Tochter immer wieder bei, dass jeder auf die eigene Art und Weise wunderschön ist. Die kleinen Makel machen uns doch so besonders. Das Einzige, was hässlich macht, ist ein ekeliger Charakter. Zum Glück ändern sich die Zeiten jetzt, gerade in den sozialen Netzwerken ist das wichtig. Diese gefakten, mit 1000 Filtern bearbeiteten Fotos sind eben keine Realität, aber junge Mädels glauben das und fühlen sich dann minderwertig. Das ist ein gefährlicher Trend. Auch diese Pseudo "Ich bin nicht geschminkt Fotos", wo man aber doch eine Stunde vorm Spiegel verbracht hat, gehören leider dazu. Zeig mir mal die Frau, die morgens aufsteht und nicht verstrubbelt ist oder Augenringe hat.

Sie haben erst kürzlich verraten, dass Sie zu Beginn Ihrer Karriere sehr mit dem öffentlichen Druck zu kämpfen hatten und auch zwei Burnouts erlitten haben. Wie gehen Sie heute mit Tagen um, an denen Ihnen alles zu viel wird?
Ich den letzten Jahren habe ich einiges gelernt. Vor allem, dass man auf den eigenen Körper und die Gefühle hören muss. Wenn mir alles zu viel wird, verbringe ich Zeit mit meinen Liebsten. Meine Familie gibt mir sehr viel Kraft. Ich gehe in der Badewanne, mache es mir auf dem Sofa gemütlich und schaue mir kitschige Filme an. "Pretty Woman", "Vom Winde verweht", "Dirty Dancing" – das entspannt mich sofort. Der Druck der Öffentlichkeit ist nicht ohne und man muss sich eine Menge Mist im Netz anhören, das ist manchmal hart und hinterlässt Spuren. Auch Neid ist so ein Thema, vor allem durch die sozialen Medien wird das gepusht. Ich nehme mir deshalb auch immer Auszeiten und lege das Handy weg. Rausgehen, Spazierengehen, was Leckeres essen – man muss sich Zeit für sich selbst nehmen.

Fällt es Ihnen schwer, als bekannte Frohnatur auch ernste Töne anzuschlagen?
Nein, jeder, der mich kennt, weiß, dass ich nicht immer fröhlich durch die Gegend hüpfe oder ständig einen lockeren Spruch raushaue. Ich mache mir schon meine Gedanken, denn nicht alles in dieser Welt läuft gut. Es gibt Kriege, Hunger, seitdem ich Mutter bin, beschäftigt mich das noch mehr. Ich möchte, dass meine Tochter in einer schönen Welt aufwächst und dazu kann jeder was beitragen.

Wie viel Überwindung hat es Sie gekostet, Ihre eigenen psychischen Probleme aus der Vergangenheit öffentlich zu machen?
Klar denkt man darüber nach, bevor man damit an die Öffentlichkeit geht. Aber ich möchte anderen Menschen Mut machen, dazu zustehen. Wir sollten über unsere Probleme reden, niemand ist alleine. Es gibt noch viel zu viele, die sich schämen, anderen etwas vorspielen, man muss zu sich stehen, in guten wie in schlechten Zeiten und ehrlich sein. Nur so kann man sich Problemen stellen und sie überwinden.

"Wir würden Sophia nie zu etwas zwingen"

Gibt es Momente, in denen Sie – in Hinblick auf Ihre eigenen Probleme mit dem öffentlichen Druck – bereuen, Ihre Tochter schon in jungen Jahren der Öffentlichkeit gezeigt zu haben?
Sophia entscheidet selbst, ob sie dabei sein möchte, wir würden sie nie zu etwas zwingen. Aber sie hat meine Gene geerbt. Klar haben wir darüber nachgedacht, sie komplett rauszuhalten – aber dann hätten wir sie immer verstecken müssen und das wollten wir nicht. Sie gehört zu uns. Ich finde, das muss jeder selbst entscheiden, da gibt es kein richtig oder falsch. Wir vermitteln Sophia auch ganz klar, das eine ist das richtige Leben und das andere das Showleben. Aber sie würde am liebsten jetzt schon mit Papa auf der Bühne stehen.

Tätowierte Handgelenke von Daniela Katzenberger, Lucas Cordalis und Sophia Cordalis

Victoria Beckham gab erst kürzlich zu, große Angst davor zu haben, dass ihre Tochter im Netz mit Body Shaming konfrontiert wird. Sie geben auf Instagram, im TV und seit Neustem auch in Ihrem Podcast viel Privates preis. Gab es schon Themen, die Sie lieber für sich behalten hätten oder über die sich Ihre Tochter Sophia anschließend beschwert hat?
Da müsst ihr Lucas fragen, über den plaudere ich ab und an kleine Peinlichkeiten aus. Ich sage oft, was ich denke, aber ich versuche es charmant. Wir Pfälzer babbeln halt gerne.

Wer schmeißt bei Ihnen zu Hause den Haushalt – Lucas oder Sie?
"Das bisschen Haushalt …“ sagt mein Mann, dieser Song trifft bei uns schon ein bisschen zu. Lucas bringt den Müll weg, geht einkaufen, kocht auch mal – aber aufräumen ist nicht so seins. Der lässt überall alles liegen, meine Tochter übrigens auch. Ich rede mir jetzt ein, Putzen ist Po-Workout, Staubsaugen Schmale-Taille-Aerobic und die Legosteine unter Sophias Bett rauspulen Achtsamkeitsjoga. Im Ernst, wir versuchen schon alles fair einzuteilen, aber man kennt es ja, Männer sehen einfach keine Schamhaare auf dem Klodeckel oder finden dreckige Socken vor dem Bett normal. (lacht)

"Es war definitiv die härteste Erfahrung meines Lebens"

Was ist Ihnen durch den Kopf gegangen, als Sie für das neue discovery+ Original “Katzenberger@Work - Gülle statt Glamour” den Hof von Bauer Peter das erste Mal betreten haben?
Um ehrlich zu sein, waren meine ersten Gedanken "Daniela, was machst du hier und wie kommst du hier unauffällig weg?" (lacht) Ich glaube auch Bauer Peter hat gedacht, was will die bekloppte Blondine hier … Schon als er mich mit dem Traktor abgeholt hat und ich dann erst mal die "gute Landluft" geschnuppert habe, sprich Kuhscheiße, war ich echt aufgeregt. Ich habe ja mit Tieren und Bauernhof normal nichts zu tun. Ich war dankbar, dass Bauer Peter und seine Familie mich so toll empfangen haben. Sie wussten ja noch nicht, was auf sie zukommt. 

Was ist die schönste Erinnerung, die Sie aus dem Projekt mitnehmen? Und welche die Schlimmste?
Ich bin echt oft an meine Grenzen gestoßen, aber mein persönlicher Albtraum war, als ich das Huhn rupfen musste. Das werde ich NIE NIE wieder machen. Ich will auch nicht, dass man mir meine Haare rausreißt. Aber im Ernst, ich habe seitdem ein anderes Verhältnis zu Fleisch, ich schätze es mehr und esse viel bewusster und auch weniger. Und auch der Kuheuter war nicht ohne, ihr wisst wie sich das anfühlt, wie so ein schlaffer Dödel, ich hatte immer Angst, zu festzuziehen. Die größte Herausforderung war allerdings der Wecker. Ich bin definitiv eine Nachteule und kein früher Vogel. Wie heißt es doch noch so schön: "Der frühe Vogel kann mich mal" Das schönste war für mich als Lucas kam und ich nicht mehr alleine schuften musste. (lacht) Und ich bin echt gerne Trecker gefahren, die meisten denken ja, ich kann nicht Auto fahren, was definitiv nicht stimmt. Man hat von da oben einen guten Blick, tuckert so schön gemächlich vor sich hin – vielleicht sollte ich mir als Zweitwagen einen Trecker anschaffen, wenn es den in pink gibt. (lacht)

Kühe melken, Hühner rupfen, Gülle leeren und und und: Sie haben sich die Hände ganz schön schmutzig gemacht. Was nehmen Sie aus dieser Woche Landleben für sich persönlich mit?
Die Zeit war echt hart. Als die Anfrage von discovery+ kam, habe ich schon sehr lange überlegt, ob ich das wirklich machen soll – die Katzenberger auf dem Bauernhof, Himmel – aber wie ihr wisst, liebe ich die Herausforderung! Ich habe so viel geschwitzt und nur gestunken (lacht). Ich musste Kühe melken, Trecker fahren, Eier sammeln, Holz hacken, Schweine kraulen, kiloweise Kohlköpfe einbuddeln, bin aus Versehen mit Gülle bespritzt worden – jeden Tag neue Aufgaben, aber ich habe mich durchgebissen und bin echt stolz auf mich! Es war definitiv die härteste Erfahrung meines Lebens, die Zeit war sehr prägend! Doch jetzt weiß ich nochmal mehr, Aufgeben ist keine Option – einfach machen, ohne Plan B. Ich bin echt beeindruckt, wie Bauer Peter und seine Familie das jeden Tag rocken, das muss man mit Herzblut machen, da ziehe ich den Hut! Auch diese körperliche Anstrengung ist nicht ohne, ich habe echt Respekt vor allen Bauern.

Machen Sie mit Ihrer Familie ab sofort Ferien auf dem Bauernhof?
Wir werden Bauer Peter auf jeden Fall wieder besuchen! Sophia wird es lieben. Wenn es nach ihr gehen würde, hätten wir einen ganzen Zoo bei uns. Mir genügt erstmals unser Hamster.

Das discovery+ Original “Katzenberger@Work - Gülle statt Glamour” ist exklusiv bei discovery+ zu sehen.

Gala


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