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Daniel Küblböck Sein Vater will ihn für tot erklären lassen

Daniel Küblböck soll für tot erklärt werden
Daniel Küblböck soll für tot erklärt werden
© Getty Images
Heute vor genau sechs Monaten verschwand Daniel Küblböck während einer Kreuzfahrt von Hamburg nach New York. Sein Vater Günther Küblböck hat sich deshalb zu einem schmerzlichen Schritt entschieden

Seit 9. September 2018 gilt Daniel Küblböck als vermisste Person. Jetzt steht der Fall vor seinem Abschluss und das, wie zu erwarten, auf traurige Weise.

Daniel Küblböck: Es war Suizid

Oberstaatsanwalt Walter Feiler, 61, zur "BILD"-Zeitung: "Die Staatsanwaltschaft Passau hat ein Todesermittlungsverfahren durchgeführt. Aufgabe war [es herauszufinden], ob es Hinweise auf eine Straftat gibt. Der Bericht wird noch überprüft. Aber das Fazit ist, dass es sich um einen Suizid handelt." Ein Überwachungsvideo der AIDA zeigt, dass eine Person "zielstrebig zu einer Reling im hinteren Bereich des Schiffes geht – auf diese steigt und springt". Dass es sich bei der Person um den 33-jährigen Daniel Küblböck handelt, daran haben die Behörden keinen Zweifel. 

Vater des "DSDS"-Sänger will einen Abschluss

Der heutige 9. März 2019 ist ein bedeutender Tag im Fall Daniel Küblböck. Grund ist das vom deutschen Gesetzgeber erlassene "Verschollenheitsgesetz". Paragraph 5 besagt: "Wer bei einer Fahrt auf See, insbesondere infolge Untergangs des Schiffes, verschollen ist, kann für tot erklärt werden, wenn seit dem Untergang des Schiffes oder dem sonstigen die Verschollenheit begründenden Ereignis sechs Monate verstrichen sind." 
Als Verschollen gilt nach Paragraph 1, "wessen Aufenthalt während längerer Zeit unbekannt ist, ohne daß Nachrichten darüber vorliegen, ob er in dieser Zeit noch gelebt hat oder gestorben ist, sofern nach den Umständen hierdurch ernstliche Zweifel an seinem Fortleben begründet werden".

Daniels Vater Günther Küblböck zu "BILD": "Ich werde ihn für tot erklären lassen. Wir müssen irgendwann diesen Schritt gehen, weil es abgeschlossen werden muss." Auch er ist davon überzeugt, dass sein Sohn sich selbst das Leben nahm. Eine Trauerfeier sei nicht geplant, sagt Günther Küblböck, dafür wolle die Familie eine Gedenktafel für Daniel aufstellen.

Der Fall Daniel Küblböck

Um 5 Uhr am Morgen des 9. Septembers 2018 geht auf einer "AIDA"-Kreuzfahrt von Hamburg nach New York ein Passagier bei Neufundland über Bord. Es ist Daniel Küblböck, Drittplatzierter von "Deutschland sucht den Superstar" 2003. Das Schiff wendet, beginnt mit der Suche. Um 6 Uhr wird die kanadische Küstenwache alarmiert. Ein Helikopter, ein Überwachungsflugzeug, zwei Boote der Küstenwache sowie das in der Nähe der Unfallstelle befindliche Kreuzfahrtschiff "MS Zuiderdam" suchen mit vereinten Kräften eine Fläche von 1127 Quadrat-Seemeilen ab - vergebens. 36,5 Stunden nach dem Vorfall auf dem Atlantik gibt ein Sprecher der kanadischen Streitkräfte, zu der auch die Küstenwache gehört, bekannt, dass die Suche nach dem 33-Jährigen abgebrochen wurde. Die kanadische Polizei übernimmt die weiteren Ermittlungen, auch die Staatsanwaltschaft Passau schaltet sich ein. Warum der Sänger von Bord sprang? "Daniel war nicht mehr er selbst. Er litt unter einer Psychose", sagt sein Vater Günther zu "BILD". Seine Bemühungen, seinen Sohn von der Kreuzfahrt abzuhalten, seien gescheitert. 

Sie haben suizidale Gedanken? Die Telefonseelsorge bietet Hilfe an. Sie ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr unter 0800/1110111 und 0800/1110222 erreichbar. Eine Beratung über E-Mail ist ebenfalls möglich. Eine Liste mit bundesweiten Hilfsstellen findet sich auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention.

Verwendete Quelle: BILD

jre

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