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Dagmar Wöhrl "Frauen trauen sich oft nicht, ihren Traum zu leben"

Dagmar Wöhrl
Dagmar Wöhrl
© Getty Images
Dagmar Wöhrl behauptet sich stark und selbstbewusst in der Männerwelt. GALA verrät was Frauen von der Unternehmerin und TV-Jurorin lernen können.

Es ist 43 Jahre her, dass Dagmar Wöhrl, 65, selbst als Miss Germany auf der Bühne stand. Jetzt sitzt sie in der Jury und wählt im Europa-Park Rust die Schönste der Schönen. "Da kommen natürlich die Erinnerungen wieder hoch. Wir waren jung, wir waren aufgeregt, und es hat das Leben ein bisschen verändert", sagt Wöhrl. Selbstbewusster sei sie durch den Titel geworden, was ihr bestimmt auch in ihrer Karriere als Rechtsanwältin, Politikerin und Unternehmerin geholfen hat. Ab 10. März ist die Powerfrau als Jurorin in der 7. Staffel der VOX-Serie "Die Höhle der Löwen" zu sehen. Welches Start-up sie sich wohl diesmal krallt?

Dagmar Wöhrl: "Frauen haben es schwerer"

Durch den Erfolg dieser Sendung stehen Sie noch mehr in der Öffentlichkeit als bisher. Pusht Sie das?
Ich finde die Sendung einfach gigantisch. Wir besitzen nicht gerade einen großen Gründergeist in Deutschland, und die Show gibt der Selbständigkeit ein Gesicht. Wir erleben Gründerinnen und Gründer, die zu uns kommen und sagen, dass sie nur gegründet haben, weil sie vor drei, vier Jahren die Sendung gesehen haben. Das finde ich einfach toll.

Sie sitzen dort mit eine Reihe von Männern, die viel Platz einnehmen. Erleben Sie es auch abseits der Show, dass Sie sich als Frau den Männern gegenüber besonders behaupten müssen?
Ich würde sagen, Frauen haben es schwerer. Das ist einfach Fakt. Aber es liegt manchmal auch an den Frauen selbst. Frauen trauen sich oft nicht, ihren Traum zu leben, sind nicht selbstbewusst genug. Und Frauen neigen zum Perfektionismus. Alles muss stimmen.

Ist der gesellschaftliche Blick auf Frauen anders als auf Männer? Wird von ihnen mehr erwartet?
Ja, ich habe das so empfunden, als ich in die Politik gegangen bin. Da waren die Kinder noch klein und es ging für mich nach Bonn. Da kommst du dir schon manchmal hilflos vor, wenn der Hamster gestorben ist und das Kind weinend am Telefon ist. Da denkst du, jetzt möchtest du ihn eigentlich in die Arme nehmen.

"Meine Mutter war immer da"

Und schon ist das schlechte Gewissen da, oder? Das haben aber auch nur Frauen.
Ja, dann kommt das schlechte Gewissen. Wenn ich gemerkt hätte, dass meinen Kindern irgendetwas fehlt, dann hätte ich alles stehen und liegen lassen. Aber ich habe riesiges Glück gehabt, denn meine Mutter war immer da.

2001 erlitten Sie einen schlimmen Schicksalsschlag, als Ihr jüngerer Sohn verunglückte. Zu seinem Todestag vor einem halben Jahr haben Sie einen sehr emotionalen Post abgesetzt. Haben Sie das Gefühl, Sie müssen solche Dinge mit der Öffentlichkeit teilen, oder kommt das spontan aus dem Herzen?
Das kommt aus dem Herzen. Und es soll irgendwie auch den Menschen Mut machen, die einen ähnlichen Schicksalsschlag erlitten haben. Dann ist es eine Gemeinschaft, man tauscht sich aus.

Sie kommen mir wahnsinnig stark vor. Hat man dann auch in solchen Situationen die Stärke und sagt: Ich gehe jetzt nach vorne?
Im Grunde genommen ist man im Inneren ganz schwach, aber man zeigt nach außen Stärke.

Gala

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