Cyntoia Brown: Promis setzten sich für ihre Freilassung ein - mit Erfolg

Cyntoia Brown wurde begnadigt. Mit 16 Jahren erschoss sie ihren Freier, nachdem sie in die Prostitution gezwungen wurde. Sie wurde zu einer lebenslänglichen Haftstrafe verurteilt. Stars wie Rihanna, Kim Kardashian und Co. gingen deswegen auf die Barrikaden

Cyntoia Brown wurde nach 15 Jahren Haft begnadigt.

Cyntoia Brown, 31, ist begnadigt worden. Nach 15 Jahren in Haft darf die mittlerweile 31-Jährige im August endlich das Gefängnis verlassen. Dafür hatten sich in den vergangenen Jahren schon viele Menschen in den sozialen Medien eingesetzt. Immer wieder trendete der Hashtag #FreeCyntoiaBrown. Auch einige Promi-Ladys setzten sich für die Freilassung des bei ihrer Verurteilung gerade einmal 16 Jahre alten Mädchens ein. Bald ist sie endlich wieder frei.

Cyntoia Brown: Sie hatte kein leichtes Leben

Ihr Leben begann schon mit schlechten Voraussetzungen. Ihre Drogen- und Alkoholabhängige Mutter berauscht sich auch während der Schwangerschaft mit Cyntoia weiter und gefährdet so ihr Leben. In ihrer Familie ist Missbrauch kein unbekanntes Wort. Physischer und sexueller Missbrauch gegenüber Frauen gehört hier zum Alltag. Einige Wochen vor dem Tag, an dem sich für Cyntoia alles verändern wird, läuft sie von Zuhause weg.

Der Fall Cyntoia Brown

Sie gerät an einen Zuhälter mit dem Namen "Kutthroat" (von Cutthroat = Halsabschneider/Mörder). Von ihm wird sie geschlagen, gedemütigt und in die Prostitution gezwungen. Um ihre Vergewaltigungen und den daraus resultierenden Schmerz zu vergessen, versucht sie sich mit Drogen zu betäuben. Am 6. August 2004 wird sie dann auf der Straße von Johnny Mitchell Allen, einem 43-jährigen Immobilienmakler aufgegabelt, um mit ihr für Geld Sex zu haben. Er fährt die beiden zu sich nach Hause und zeigt ihr dort seine Waffensammlung. Die beiden gehen gemeinsam in sein Bett, dort tötet Cyntoia ihren Freier mit einem Kopfschuss.

Cyntoia Brown: War es Notwehr?

Zum Tathergang gibt es aber zwei verschiedene Versionen. Die von Täterin Cyntoia Brown und die der amerikanischen Polizei. Cyntoia beteuert, sich von dem Freier bedroht gefühlt zu haben, als er ihr etwas in ihr Ohr flüstert und dann unter sein Bett greift. Aus dem Affekt zieht sie ihre Waffe, die "Kutthroat" ihr gegeben hat, aus ihrer Handtasche und erschießt ihren Freier. Die Polizei sieht die Tat anders. In ihren Augen ist Cyntoia eine eiskalte Killerin, die wegen Habgier den Mann im Schlaf erschießt. Darauf sollte die Position der Leiche des Mannes schließen. Das Gericht hört damals auf die Polizei und nicht Cyntoia und die damals noch 16-jährige Teenagerin wird wegen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt.

Prominente Unterstützung führt zur Freilassung

Jetzt wurde die junge Frau begnadigt und darf im August nach einem Coaching für ihre Rückkehr in die Freiheit das Gefängnis verlassen. Begnadigt wurde sie von dem US-amerikanischen Gouverneur von Tennessee Bill Haslam. Er begründet seine Entscheidung damit, das das Urteil von 2006 zu hart und der Fall "tragisch und komplex" gewesen sei. Er gibt ihr eine zehnjährige Bewährung. Zur Entscheidung verholfen hat aber sicherlich auch die prominente Unterstützung, die Cyntoia hatte. Vor eineinhalb Jahren schrieb Rihanna, 30, auf Instagram: "Haben wir irgendwie die Definition von Gerechtigkeit verändert? Irgendetwas läuft gewaltig schief, wenn das System solche Vergewaltiger zulässt und das Leben des Opfers wird einfach weggeschmissen." Auch Reality-Star Kim Kardashian, 38, schrieb auf Twitter: "Das System hat versagt. Es bricht mir das Herz, zu sehen, wie ein junges Mädchen zur Prostitution gezwungen wird und dann, wenn sie den Mut aufbringt, sich zu wehren, wird sie lebenslang ins Gefängnis gesteckt." Auch Model Cara Delevingne, 26, hatte sich zu dem Fall geäußert und nannte das Urteil "völlig wahnsinnig". Eine TV-Dokumentation "Me Facing Life" von Daniel Birdman im Jahre 2011 hatte auf den komplizierten Fall aufmerksam gemacht.

Neuer Start ins Leben

Bevor Cyntoia Brown wieder auf freiem Fuss ist, möchte sie erst ihren Bachelor im Gefängnis absolvieren. Dazu fehlt noch ihr letzter Kurs. Im Mai wird sie ihren Abschluss dann gemacht haben und ihr Diplom in den Händen halten können. Momentan arbeitet sie bereits unentgeltlich als Beraterin für das "Jugend Justiz System". Den Rest ihres Lebens möchte sie vor allem anderen jungen Frauen helfen, nicht dort enden zu müssen, wo sie momentan noch ist.

Lindsay Lohan

Video zu Artikel - Sie muss ins Gefängnis

Verwendete Quellen: Stern, OK Magazin, Instagram, Twitter

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