Cristina von Spanien: Gefangen im Skandal

Im Januar wird Cristina von Spanien der Prozess gemacht – es drohen acht Jahre Haft. Ihr Leben liegt schon jetzt in Trümmern

Christina von Spanien

Ein freundlicher Gruß, ein herzliches Willkommen? Fehlanzeige. Wenn Cristina von Spanien das Gebäude der Sparkasse in Barcelona betritt, herrscht eisiges Schweigen. Und sie ist häufiger dort, zwangsläufig: Cristina arbeitet für die Kulturstiftung von "La Caixa", fliegt deshalb immer wieder von der Schweiz, ihrer Wahlheimat, nach Barcelona. Sie wohnt dann im Hotel. Eine Art Fluchtpunkt. "Cristina und ihr Ehemann Iñaki werden in Spanien gemieden", sagt Königshausexperte José Apezarena zu GALA. "Sie sind regelrecht isoliert, und die soziale Verachtung trifft sie hart." Zuzuschreiben haben sich die beiden das selbst. Ex-Handballstar Iñaki Urdangarin steht im Verdacht, als Präsident der gemeinnützigen Stiftung Nóos sechs Millionen Euro Steuergelder veruntreut zu haben. Wegen Unterschlagung, Dokumentenfälschung, Betrug, Steuerhinterziehung und Geldwäsche fordert die Staatsanwaltschaft 19 Jahre Haft für ihn. Am 11. Januar wird nun auf Mallorca auch seine Ehefrau auf der Anklagebank Platz nehmen. Der Vorwurf: Beihilfe zur Steuerhinterziehung. Cristina drohen immerhin acht Jahre Haft.

Ehrentitel längst aberkannt

"Königliche Hoheit" darf sich die einstige Vorzeigeprinzessin wegen ihrer Verwicklung in den Skandal schon längst nicht mehr nennen. Ihr Bruder König Felipe distanzierte sich offiziell von ihr, erkannte ihr im Juni dieses Jahres auch noch den Ehrentitel "Herzogin von Palma de Mallorca" ab. Trotz all der Schwierigkeiten, für die nach Meinung vieler Spanier allein Iñaki Urdangarin verantwortlich ist, hält Cristina unverbrüchlich zu ihrem Ehemann. Der Grund ist allzu menschlich. "Ich kenne nur wenige Frauen, die so in ihren Partner verliebt sind wie Cristina", erklärt eine Freundin gegenüber der Zeitung "El Mundo". Zeit für die Liebe hat Iñaki Urdangarin momentan immerhin: Er ist arbeitslos.

Schwere Situation für die vier Kinder

In Genf kümmert er sich um die vier Kinder. Juan, Pablo, Miguel und Irene sollen von den riesigen Sorgen der Eltern möglichst nicht belastet werden. Als im Sommer 2013 die ersten Vorwürfe bekannt wurden, zog die Familie bewusst aus Spanien weg. In ihrer alten Schule in Barcelona, dem "Liceo Francés", waren die Kinder gemobbt worden. Plötzlich wolle niemand mehr mit ihnen spielen, sie wurden beleidigt und gehänselt – so berichtet es ein Insider gegenüber "El Mundo". Was auf die vier zukommt, falls ihre Eltern verurteilt werden, dürfte noch viel schlimmer werden.

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