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Coronavirus Das leistet unser Immunsystem

Das Coronavirus
Das Coronavirus
© Getty Images
Das Coronavirus grassiert weiterhin und immer mehr Menschen infizieren sich. Was das Immunsystem dagegen ausrichten kann und wie es grundsätzlich funktioniert, erklärt Ärztin Reglindis Seyberth in einem Podcast.

Das Coronavirus bringt momentan die gesamte Welt zum Stillstand. In Deutschland wurde zwar noch keine Ausgangssperre ausgerufen, aber ein Kontaktverbot erlassen, damit sich die Krankheit weniger schnell verbreitet. Im Zusammenhang mit dem Virus fällt das Wort "Immunsystem" immer öfter. In der aktuellen Folge des Podcasts "GEOlino Spezial - Gemeinsam gegen Corona" spricht Moderatorin Ivy mit Ärztin Reglindis Seyberth über die körpereigene Abwehr, wie diese grundsätzlich funktioniert und wie Viren, insbesondere Corona, bekämpft werden.

So funktioniert das Immunsystem

Das Immunsystem sei ein System, das den Körper vor Krankheiten schützen soll. Es bestehe aus zwei verschiedenen Teilen: Zum einen gäbe es die "äußeren Barrieren, wie unsere Haut und unsere Schleimhäute. Mit denen schützen wir uns, sodass Schädlinge nicht in uns eindringen." Und zum anderen "haben wir noch Blutzellen im Blut, die uns schützen. (...) Sie sind immer auf der Jagd nach Keimen, die sie töten können." Die sogenannten äußeren Barrieren sollen verhindern, dass ein Virus in den Körper gelange: Dafür seien die Schleimhäute, aber auch der Magen, der Darm und die Blase zuständig. Es gäbe also viele Abwehr-Mechanismen, bevor die Viren oder Bakterien das Blut erreichen.

Wenn Viren trotz der "Außenwände" eindringen, dann arbeite das Immunsystem auf einer anderen Ebene weiter: "Wir haben eine mächtige Sicherheitsfirma in unserem Körper. (...) Innen haben wir noch ein ganzes Wach- und Kampfsystem. Dieses Kampfsystem zirkuliert in unserem Blut und in unseren Lymphbahnen: Wir haben zwei verschiedene Straßen in unserem Körper, die Blutgefäße und die Lymphbahnen, die damit beschäftigt sind, Erreger, die uns angreifen wollen, zu vernichten."

Sobald die Viren ins Blut gelangen warte "eine ganze Armee" auf sie, in Form der weißen Blutkörperchen. Diese bekämpfen die Viren durch die Ausschüttung bestimmter Stoffe. Die Abwehrzellen "transportieren dann Bestandteile der Viren in das Lymphsystem, wo sie von unseren Lymphzellen erkannt und bekämpft werden. Und die Lymphzellen entwickeln wunderbarerweise ein Immun-Gedächtnis", dass dafür sorgen soll, dass das Virus beim nächsten Mal erkannt und unmittelbar zerstört werde.

Das ist der Verlauf des Coronavirus

Die im Atem enthaltenen Tröpfchen beinhalten, der Ärztin zufolge, die Viren, die andere Menschen wiederum einatmen. Wenn dies geschieht, reagiere zunächst die äußere Immunbarriere, die Schleimhaut: "Sie (die Viren) werden jetzt eingeschleimt und teilweise von Immunzellen, die in der Schleimhaut sitzen, abgetötet. Ein kleiner Teil überlebt das aber und der kommt in unser Blut. Da entwickeln sich dann Krankheitssymptome zur Abwehr, das heißt, wir bekommen Fieber und unsere Schleimhäute fangen an, Entzündungssymptome zu entwickeln.

Dabei kommt es im Körper zu trockenem Husten.

Aber in Wirklichkeit wird der Husten durch Abwehrreaktionen unseres Körpers ausgelöst (...). Der Körper versucht, den Schleim mit vielen Hustenstößen rauszuschmeißen. Die wenigen Viren, die es ins Blut geschafft haben, werden von unserer Abwehr-Armee, den weißen Blutkörperchen, angegriffen und damit das verstärkt wird, kriegt unser Körper Fieber. (...) Wir kriegen dann Muskel- und Gliederschmerzen, weil auch in den Muskeln und Gelenken Entzündungsfaktoren ausgeschüttet werden. Das führt zu dem starken Krankheitsgefühl, das wir spüren."

In den meisten Fällen gelinge es der körpereigenen Abwehr, das Coronavirus zu bekämpfen. In den seltenen Fällen, in denen das Immunsystem nicht ausreicht, "entzünden sich dann (...) unsere tiefen Atemwege, wo das Virus nicht hinkommen sollte. Und wenn sich das entzündet, dann wird es gefährlich. Denn dann kann unser Immunsystem das alleine nicht mehr schaffen, dann müssen wir mithelfen und die Leute müssen ins Krankenhaus gehen."

Menschen mit Vorerkrankungen müssen geschützt werden

Zu besonders gefährdeten Menschen sollen Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen wie Diabetes, einer Gefäßerkrankung oder Krebs, zählen. Diese "Menschen können sich nicht so gut gegen das Coronavirus wehren und haben ein hohes Risiko, sehr schwer zu erkranken." Aus diesem Grund sei es äußerst wichtig, diese Personen nicht anzustecken, und zwar "indem wir nicht rausgehen und unsere Atemtröpfchen nicht durch die Welt tragen." Dadurch könne sich "das Virus nicht so schnell vermehren und wir schützen alle die, die empfindlich sind und die einen ganz schweren Infektionsverlauf haben könnten."

Auch auf einen Besuch bei den Großeltern sollte verzichtet werden, da ältere Menschen über ein schwächeres Immunsystem verfügen und daher ebenfalls ein erhöhtes Risiko bestehe. Da der Podcast vor allem für Acht- bis Dreizehnjährige gemacht ist, kommen Kinder am Ende der aktuellen Folge mit Grüßen an ihre Großeltern zu Wort.  

Eine neue Folge von "Gemeinsam gegen Corona" erscheint jeden Nachmittag auf GEOlino.de. Der Podcast ist zudem bei "Audio Now", "Spotify" und "iTunes" verfügbar.

Verwendete Quelle:GEOlino Spezial - Gemeinsam gegen Corona

sti Gala

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