Corinna Harfouch: #MeToo-Debatte ist "ein kleiner Schritt"

Corinna Harfouch findet es wichtig, dass die Vorwürfe gegen Dieter Wedel publik gemacht wurden. Allerdings sei das nur ein kleiner Schritt.

Spätestens mit den Missbrauchsvorwürfen gegen Regisseur Dieter Wedel (75) ist die #MeToo-Debatte auch in Deutschland angekommen. Dass diese Vorwürfe publik gemacht wurden, findet die Schauspielerin Corinna Harfouch (63, "Knockin' On Heaven's Door") "sehr wichtig", wie sie nun in einem Interview mit der "Welt am Sonntag" sagt. Allerdings sei das nur ein kleiner Schritt, um ein größeres Problem anzugehen.

"Das war wie ein Fanal, der erste Sprung, den wir in Deutschland in die richtige Richtung gemacht haben", so Harfouch. Früher sei man in Deutschland mit vergleichbaren Vorwürfen "spießig verklemmt" umgegangen: "Einfach noch mehr Deckel drauf." In der #MeToo-Debatte gehe es aber übergeordnet um Gleichberechtigung. Das sei für die 63-Jährige eine "viel wichtigere Debatte".

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Kritik an den Kolleginnen

Für die Aussagen ihrer Schauspiel-Kollegin Catherine Deneuve (74, "Ein Sommer in der Provence") hat Harfouch allerdings kein Verständnis. Die 74-Jährige hatte die #MeToo-Kampagne in einem offenen Brief mit den Worten "legitimer Protest gegen sexuelle Gewalt" habe sich in eine Hexenjagd verwandelt, kritisiert: "Ich finde es schlimm, wenn Frauen solche Szenarien aufbauen - denn damit lenken sie nur von den großen Fragen ab: Wie wollen wir künftig miteinander umgehen? Und vor allem: Wie können wir erreichen, dass diese extreme Männerlastigkeit in Führungspositionen nicht einfach so fortbesteht?", so Harfouch.

Auch sieht die 63-Jährige die Veränderungen in Deutschland "ein bisschen langsamer, spießiger, kraftloser" ins Rollen kommen, als beispielsweise in den USA. Aber das sei vielleicht auch die deutsche Natur. "Ich setze da auf Langfristigkeit. Es wäre jedenfalls eine große Chance vertan, wenn jetzt alles nach der großen Empörung versickerte", findet Harfouch.

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