Conrad Murray: Alle Zeichen auf schuldig

Im Prozess gegen Michael Jacksons ehemaligen Leibarzt Dr. Conrad Murray könnte noch in dieser Woche das Urteil fallen. Dem Angeklagten drohen vier Jahre Haft

Conrad Murray

Einer der brisantesten Gerichtsprozesse dieses Jahres neigt sich seinem Ende zu. Der Prozess gegen Michael Jacksons ehemaligen Leibarzt Dr. Conrad Murray dauerte sechs Wochen, brachte schockierende Details aus dem Privatleben des "King of Pop" ans Licht - und ließ dem angeklagten Arzt nur wenig Hoffnung auf einen Freispruch. Nachdem am Donnerstag (3. November) die Abschlussplädoyers beider Seiten gehört wurden, ist es nun die zwölfköpfige Jury, die über das Schicksal von Conrad Murray entscheidet. Ihr Urteil könnte noch diese Woche fallen.

Michael Jackson

Alles schillernde Auftritte

1983: Hier noch farbig und ganz adrett im schwarzen Smoking mit Samt-Fliege
Juli 1983: Auftakt seiner Tour in Kansas - in Streifenhose und Hemd mit Stehkragen macht Michael Jackson eine gute Figur
1984: Das werden seine Markenzeichen: Handschuh, Brust-Schnalle, Piloten-Brille sowie Glitzer wo es nur geht
1987: Bei der "Bad Tour" sieht man viele Schnallen, Nieten und Gürtel - auch an intimen Körperstellen

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Mit bewusst emotionalen Worten richtete sich Staatsanwalt David Walgren abschließend an die Geschworenen. "Dieser Prozess geht heute hier zu Ende. Für die drei Kinder von Michael Jackson allerdings wird er niemals enden, weil Conrad Murray der Grund ist, warum ihr Vater tot ist", sagte er nach Berichten von "stern.de". Mit einer Powerpoint-Präsentation versuchte Walgren, Dr. Conrad Murray als einen selbstsüchtigen und leichtfertigen Mediziner darzustellen, der sein eigenes Wohlbefinden über das von Jackson oder dessen Kindern gestellt habe. Dies berichtet der Sender ABC auf seiner Homepage. Nachlässigkeiten und mangelnde Überwachung durch den Arzt sollen zum Tod des Popstars im Juni 2009 geführt haben.

Murray, der für seine medizinischen Dienste umgerechnet fast 110.000 Euro monatlich erhielt, wurde im Laufe des Prozesses mehrfach beschuldigt, eher "wie ein hochbezahlter Angestellter als wie ein Arzt" gehandelt zu haben. Während die Anwälte des Angeklagten behaupteten, der schwer abhängige Jackson habe sich die tödliche Dosis des Betäubungsmittels Propofol selbst verabreicht, wies die Staatsanwaltschaft diese Behauptung als puren Unsinn zurück. Staatsanwalt Walgren machte sich im Gerichtssaal sogar über die Aussage von Dr. Paul White, dem Zeugen der Verteidigung, lustig. White hatte die Behauptung, Jackson habe sich selbst Propofol injiziert, bestätigt. Walgren bezeichnete dies daraufhin als "Junk Science", zu deutsch "Ramsch-Wissenschaft".

Conrad Murray bleibt nun nichts anderes übrig, als auf ein kleines Wunder zu hoffen. Der Prozess, der von der Presse als sehr einseitig contra Murray aufgefasst wurde, entscheidet über die private und berufliche Zukunft des 58-Jährigen. Ihm drohen im Falle einer Verurteilung vier Jahre Haft sowie der Entzug seiner Mediziner-Lizenz. Sein Schicksal liegt nun in den Händen der Jury.

kst

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