Colin Farrell: Eine einzigartige Beziehung

Seit zwei Jahren lässt der frühere Herzensbrecher Colin Farrell nur noch eine Frau ganz nah an sich heran: seine Schwester Claudine. "Gala" erzählte er, wie viel sie ihm bedeutet

Er hat den Arm fest um ihre Taille gelegt.

Wüsste man es nicht besser, man würde die zierliche, dunkelhaarige Frau, die bei der "Total Recall"-Premiere neben Colin Farrell steht, für seine Freundin halten. Doch es ist seine Schwester Claudine. Sie ist hübsch, auf eine unauffällige Art, nicht wirklich gemacht für den roten Teppich. Aber wehe, jemand zollt ihr nicht den gebührenden Respekt - dann geht das irische Temperament mit Farrell durch. Wie vor drei Jahren auf dem Filmfestival in Toronto, wo ein Fotograf die Frechheit besaß, Claudine zu bitten weiterzugehen, damit er ihren berühmten Bruder besser vor die Linse bekäme. "Rede nie wieder so mit meiner Schwester!", brüllte Farrell und packte den verblüfften Mann am Schlafittchen.

Familienbande

GeschwiSTAR

Bei der Verteilung der guten Gene wurden diese drei Geschiwster ganz besonders bevorzugt: Nicht nur Taylor Hill ist gefragtes Model, auch ihr Bruder Chase und ihre Schwester Mackinley arbeiten erfolgreich im Business.
Ein tolles Gespann in allen Lebenslagen: Hollywood-Star Reese Witherspoon gratuliert ihrem Bruder John mit diesem gemeinsamen Schnappschuss zum Geburtstag und zählt dabei humorvoll die guten Eigenschaften des Alleskönners auf: Chauffeur, Grillmeister, Elektriker, Automechaniker usw. Wie praktisch doch so ein großer Bruder ist!
Mamma mia! Der italienische Star-Designer Riccardo Tisci besucht nicht nur seine Mutter am Comer See, sondern auch seine acht (!) Schwestern.
"Wer ist das beste Paar?", postet Chiara Ferragni (Mitte). Die Modebloggerin zeigt sich gut gelaunt mit ihren Schwestern Valentina und Francesca. Die drei hübschen Damen lassen sich von ihren jeweiligen Partnern tragen.

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In solchen Momenten sieht sich Colin Farrell als Beschützer. Doch eigentlich ist es Claudine, die auf ihren jüngeren Bruder achtgibt. Irische Familien halten traditionell zusammen. Auch Farrells Mutter Rita, sein Vater, Bruder Eamonn und die zweite Schwester Catherine gehören zu seinem engsten Kreis. Claudine jedoch hat ganz klar die stärkste Rolle. "Sie ist meine emotionale Unterstützung", sagt der 36-jährige Farrell über seine drei Jahre ältere Schwester, als "Gala" ihn zum Interview in Berlin trifft. Und: "Wir sind wirklich gute Freunde." Sogar den Valentinstag und die Sommerferien verbringt er am liebsten mit ihr. Ungewöhnlich? Vielleicht. Aber verständlich, wenn man die Höhen und Tiefen anschaut, durch die sie Hand in Hand geschritten sind. Als Farrells Karriere 2002 mit "Minority Report" plötzlich Fahrt aufnahm, machte er Claudine zu seiner persönlichen Assistentin. Auf sie konnte er sich verlassen im Haifischbecken Hollywood. Claudine reiste mit ihm für den Monumentalfilm "Alexander" um die Welt, kümmerte sich um seine Termine, sammelte die Telefonnummern von Bruce Willis und Tom Cruise für ihn ein. Als er die in seinem Mobiltelefon entdeckte, lächelte sie: "Nicht schlecht, oder?"

Bis 2005 arbeitete Claudine Farrell als persönliche Assistentin für ihren berühmten Bruder (hier bei einem Unicef-Dreh in Rom). Heute nennt Farrell seine Schwester "eine gleichberechtigte Partnerin".

Doch Colin Farrell kam mit dem Ruhm offenbar nicht zurecht. Bald hatte er ein Alkohol- und Drogenproblem - für Claudine bedeutete das die Co-Abhängigkeit. Sie befreite sich daraus, rigoros: "Vor sieben Jahren hat sie mich gefeuert", erinnert er sich. Er machte einen Entzug, ist seitdem clean. Yoga ist sein neues Ritual, Claudine übt auf der Matte neben ihm. Und er kümmert sich liebevoll um seine Söhne James, 8, und Henry, 2. "Wenn ich nicht arbeite, bin ich zu Hause bei den Kindern", erzählt er "Gala". Die Beziehungen zu den Müttern der Söhne - US-Model Kim Bordenave und die polnische Schauspielerin Alicja Bachleda - hielten nicht lange. Überhaupt hatte Farrell wenig Geschick in der Liebe. Eine überstürzte Ehe 2001 mit der damals erst 19-jährigen Amelia Warner hielt nur vier Monate. Und Playboy-Model Nicole Narain sorgte 1996 für einen Skandal mit einem Sex-Tape. Vertrauen zu Frauen schafft so etwas nicht. Bei Claudine muss Farrell kein Risiko eingehen: Sie wird ihn nicht enttäuschen - und er sie auch nicht. Sie erheben keine Ansprüche aneinander - und haben doch immer Anrecht darauf. Die beiden gründeten kürzlich eine Produktionsfirma, die irische Stoffe verfilmen will. Farrell: "Claudine liest jedes Skript, ihrer Meinung vertraue ich sehr. Wir suchen noch nach einem guten Regisseur für ein wirklich gutes Drehbuch, das wir gefunden haben, und wir hoffen, in den nächsten zwei Jahren ihren ersten eigenen Film zu produzieren, mit einem Budget von elf bis zwölf Millionen Dollar.

"Die Suche nach "der Richtigen" hat Colin Farrell fürs Erste aufs Eis gelegt: "Meine Söhne und meine Freunde schenken mir genügend Liebe." Es wäre auch nicht leicht für die Kandidatinnen, denn jede müsste sich mit den Schwestern Claudine und Catherine sowie Mutter Rita messen lassen. "Ich habe zwei schöne Schwestern, die wunderbare Menschen sind, und eine Mutter, von der sie ihre guten Eigenschaften geerbt haben", sagte Colin Farrell einmal. "Ja, ich liebe Frauen." Die schönste Liebeserklärung ist damit schon vergeben. Anne Meyer-Minnemann Mitarbeit: Kristina Hortenbach

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