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Cleo zu Oettingen-Spielberg "Wir müssen Sachen ändern, damit alles genau so bleibt, wie es ist"

Cleo zu Oettingen-Spielberg
Cleo zu Oettingen-Spielberg
© Franziska Krug / Getty Images
Cleo zu Oettingen-Spielberg über ihr Leben zwischen Reitstiefeln und High Heels – und ihren Privatclub im Schloss.

Adlige sind langweilig und altmodisch? Cleo zu Oettingen-Spielberg, 35, beweist das Gegenteil. Sie modelt für Luxusmarken wie Dior und Breitling, sitzt als Front-Row-Gast bei Fashion-Shows, schauspielert – und pendelt mit ihrer Familie zwischen Madrid und Schloss Oettingen in Bayern, dem Familienstammsitz ihres Manns Franz-Albrecht Erbprinz zu Oettingen-Spielberg, 41.

Cleo zu Oettingen-Spielberg: In der ganzen Welt zu Hause

Die gebürtige Schweizerin wuchs in Chile, der Heimat ihrer Mutter, auf, ging in Salem und England aufs Internat, studierte in Paris und besuchte später in Barcelona eine Schauspielschule. Das Leben zwischen verschiedenen Welten liebt sie bis heute. GALA traf die zweifache Mutter – Baby Nr. 3 kommt im Sommer – bei der Berlinale. Eine moderne Jetset-Frau, auf deren Hochzeit 2016 sogar Prinz Harry zu Gast war. 

GALA: Wie haben Sie Ihren Mann eigentlich kennengelernt?
Cleo zu Oettingen-Spielberg: Auf der Geburtstagsparty eines gemeinsamen Freundes. Ich war 23 und gerade wieder in Deutschland, nachdem ich vier Jahre in Paris studiert hatte. Dann hat es zwei Jahre gedauert, bis wir zusammengekommen sind und noch mal zweieinhalb, bis wir geheiratet haben.

Angeblich sollen Sie dafür gesorgt haben, dass das Schloss einen eigenen Club hat.
Den Club haben wir extra für unsere Hochzeit einbauen lassen. Es war ein leerer Raum, der renoviert werden sollte. Danach fanden wir ihn so cool, dass wir ihn so belassen haben, auch für uns als Erinnerung an unser wunderschönes Fest. An der Tür steht noch ein Schild "Established in 2016" (lacht). Auch wenn meine Partyzeit als bald dreifache Mutter so langsam vorbei ist. 

Zwischen Verpflichtung und Freiheit

Sie haben in den europäischen Hochadel eingeheiratet – bringt das nicht lästige Pflichten mit sich?
Ich habe durchweg nur positive Erfahrungen. In Oettingen fühle ich mich zu Hause. Jede Familie, egal welcher Herkunft, hat natürlich ihre Prinzipien und Vorstellungen. Ich habe einfach in eine unfassbar sympathische und liebevolle Familie eingeheiratet und immer die Unterstützung bekommen, die ich brauchte. 

Auch als junger Royal ist man der Tradition verpflichtet. Dennoch will man sicher auch Dinge ändern, die vielleicht festgefahren sind. 
Absolut. Wir sagen immer: Wir müssen Sachen ändern, damit alles genauso bleibt, wie es ist.

Man muss sich weiterentwickeln, mit der Zeit gehen und Dinge neu machen.

Sie haben in Chile, Frankreich, England, Spanien und Deutschland gelebt. Wo ist Ihre Heimat?
Meine Freunde sagen immer, ich bin eigentlich viel mehr Latina als Deutsche, obwohl ich mich sehr mit der deutschen Kultur identifiziere. Ich bin eher temperamentvoll und liebe es, wenn jemand guten Humor hat, lache gerne und liebe die Sonne. An Chile vermisse ich am meisten das Essen, besonders mein Lieblingsgericht Humitas, ein Gericht aus Maisbrei. Alles andere, was mir wirklich wichtig ist, habe ich in Europa ja auch: meine Freunde und meine Eltern.

Angekommen in der High-Society

Sie sind mit Beatrice Borromeo, der Schwiegertochter von Caroline von Monaco, befreundet. Sie war sogar Ihre Trauzeugin. Wie kam das?
Wir haben uns vor Jahren in Paris über gemeinsame Freunde kennengelernt. Seitdem sind wir sehr eng befreundet und sehen uns so oft es geht. Wir haben viele gemeinsame Interessen, vor allem aber den gleichen Humor (lacht). Wir würden uns gern öfter sehen, aber wir sind ja beide Mütter, haben Verpflichtungen und Jobs.

Sind Sie in Paris auch als Model entdeckt worden?
Ich hatte schon als Kind in Chile ein bisschen gemodelt, mein erster richtiger Job ist dann durch einen Zufall entstanden: Eine Bekannte hat für eine Casting-Agentur gearbeitet, die Models für ein Hermès-Lookbook suchten. Ich war 21, dachte: Ich bin keine 1,80 Meter groß und auch nicht so dünn. Aber sie hat mich motiviert, und so bin ich aus Spaß hingegangen und bekam den Job.

In Paris haben Sie dann auch Ihre Leidenschaft für Mode entwickelt?
Ich wollte unbedingt in Paris leben, hier ist auf jeden Fall meine Passion fürs Kreative und meine Liebe für Fashion entstanden. Allein, wie sich die Französinnen anziehen, stylish und trotzdem so natürlich.

Kraft tanken in der Natur

Man sieht Sie oft in der Natur in Gummistiefeln beim Spaziergang, wie passt das zu den Front-Row-Auftritten bei Fashion Weeks?
Das ist die perfekte Balance. Ich freue mich wahnsinnig, nach Paris auf die Fashion Shows zu fahren oder generell spannende, laute Städte zu erkunden. Aber dann genieße ich auch das Landleben, wo mich völlig andere Dinge erwarten. Die Kombination aus beiden ist für mich das Schönste. In Spanien haben wir drei Hunde und vier Hühner, da bin ich viel draußen und das ist toll.

Sie sind voriges Jahr nach Madrid umgezogen, was war der Grund?
Es gab verschiedene Gründe: Wir wissen ja, dass wir irgendwann hauptsächlich in Oettingen leben werden. Jetzt war der Zeitpunkt, wo wir noch mal etwas anderes machen konnten. Mein Mann hat sich in eine Finca in der Nähe von Madrid verliebt, und mein Traum war es schon immer, dass meine Kinder meine Muttersprache Spanisch sprechen. Und so hat sich alles perfekt gefügt. Nach einem Jahr sprechen die Kinder jetzt tatsächlich Spanisch.

Gala

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