Christoph Schlingensief: Sein letzter Wunsch

Der krebskranke Christoph Schlingensief spricht über seinen Tod und das, was er vorher noch zu erledigen hat: Ein Festspielhaus in Afrika

Christoph Schlingensief

Christoph Schlingensief kämpft gegen den Krebs, der - leider kaum von den letzten Operationen erholt - wieder zurückgekehrt ist. Seine Ärzte geben ihm aktuell noch fünf Jahre. Doch Schlingensief hat noch eine große Aufgabe zu erfüllen, vorher ist er nicht bereit, den Tod zu akzeptieren. In einem Interview mit "aspekte" sagte der Regisseur: "Ich kann nicht einfach die Augen zumachen und sagen das war's. Man kann hier nicht einfach nur abhauen und sagen, jetzt bin ich im Himmel angekommen und alle sind glücklich. Und gehen noch ein paar mal zum Grab. Das ist es nicht. Es muss ein größerer Gedanke in einem sein."

Tragische Schicksalsschläge

Auch Stars werden vom Leben hart getroffen

Christoph Schlingensief: Die Trauer ist groß: Schlager-Musiker und "Goodbye Deutschland"-Liebling Jens Büchner stirbt am 17. November 2018 im Alter von 49 Jahren in einem Krankenhaus auf Mallorca an den Folgen von Lungenkrebs. Er hinterlässt eine Großfamilie, bestehend aus Ehefrau Daniela ...
Christoph Schlingensief: ... fünf leiblichen Kindern, drei Stiefkindern und einer Enkelin. Die Kleinen vermissen ihren Papa natürlich sehr, doch es gibt auch Momente des Glücks, in denen Jenna Soraya und Co. auch wieder lachen können. "Papa wäre so stolz auf dich", schreibt sie dazu ...
Christoph Schlingensief: In einem Posting auf Instagram Stories erinnert sich Witwe Daniela an ihre Hochzeit mit Jens im Juni 2017. Dazu spielt sie das Lied "Einmal" von Mark Forster. "Einmal, einmal, das kommt nie zurück. Es bleibt bei einmal, doch ich war da zum Glück. Nicht alles kann ich wieder haben Freude, Trauer, Liebe, Wahnsinn. Einmal, und ich war da zum Glück", heiß es im Refrain.
Schock in der Sportwelt: Radsportlerin Kristina Vogel ist nach einem Trainingsunfall im Juni querschnittsgelähmt und sitzt von nun am im Rollstuhl. Im "Spiegel"-Interview spricht die Olympiasiegerin erstmals über den folgenschweren Unfall bei dem ihr Rückenmark am Brustwirbel durchtrennt wurde: "Egal, wie man es verpackt, ich kann nicht mehr laufen. Und das lässt sich nicht mehr ändern. Aber was soll ich machen? Ich bin der Meinung, je schneller man eine neue Situation akzeptiert, desto besser kommt man damit klar." Hut ab für diesen Kämpfergeist. 

78

Vor seiner ersten Krebs-Operation hat Christoph Schlingensief ein Gelübde abgelegt. Er will in Afrika ein Festspielhaus bauen, darin soll es auch eine Schule, eine Kirche und eine Krankenstation geben – kurz eine künstlerische Sozialstation. Dieses Festspielhaus nimmt langsam immer mehr Form an. Außenminister Steinmeier kündigte bereits an, das Auswärtige Amt würde zusammen mit dem Goethe-Institut das Projekt tatkräftig unterstützen.

Schlingensief ist bereits kurz nach seiner zweiten Operation nach Afrika gereist, um sich verschiedene Orte anzuschauen. Solche Trips waren strapaziös, dennoch brauchte der Skandalregisseur diese aktive Form der Erholung.

Seine Lebensgefährten Aino Laberenz spricht in der "ARD"-Dokumentation " Christoph Schlingensief: Sein Leben, seine Kunst" ganz offen über die Zeit, wenn ihr Partner am Ende seiner Kräfte angekommen sein sollte: "Es gab dieses Abkommen, wenn alles scheiße ist, wenn gar nichts mehr geht. Wenn es wirklich so aussieht, dass er klar stirbt, dann habe ich ihm die Hand darauf gegeben, dass man dann nach Afrika fährt und hier die letzten Stunden erlebt." In einem "Spiegel"-Interview erklärte Schlingensief seine Verbundenheit mit Afrika, die er schon seit 30 Jahren spürt. Es sei etwas Spirituelles, ein zur Ruhe kommen.

Christoph Schlingensief bleibt zu wünschen, dass er die Kraft findet, noch viele weitere Afrikareisen zu unternehmen, um seinen Traum verwirklichen zu können.

csc

Themen

Erfahren Sie mehr:

Star-News der Woche