Christoph + Robert Harting: Showdown im Familienduell

Christoph und Robert Harting sind Brüder, Sport-Stars – und sprechen nicht miteinander. Jetzt kommt’s zum Showdown im Familienduell

Robert Harting + Christoph Harting

Kurz gesagt geht Diskuswerfen so: Man dreht sich anderthalbmal um die eigene Achse, schleudert die Scheibe weg, fertig. In Wahrheit jedoch gilt die Heldensportart der Antike als eine der komplexesten überhaupt. Es geht um Körperspannung, Kraftübertragung und Wurfwinkel. Das alles in etwa einer Sekunde. Nur wenn jedes Detail stimmt, gelingen Weiten in Weltrekordnähe (74,08 Meter). 

Robert Harting mit Ehefrau Julia – ebenfalls eine Top-Diskuswerferin

Christoph & Robert Harting wechseln kein Wort miteinander

Da kann man schon mal durchdrehen. Robert und Christoph Harting gehören zur Weltelite. Die Brüder könnten – bei der EM in Berlin nun zum letzten Mal – gemeinsam strahlen und sich befeuern wie die Klitschkos beim Boxen. Doch die Hartings reden nicht miteinander. Früher hatten sie noch denselben Trainer, aber auch das ist vorbei. Bei Wettkämpfen wird der Blickkontakt vermieden. Privat geht eh null. Als Robert vor zwei Jahren heiratete, war Christoph nicht eingeladen. Er wäre wohl auch nicht hingegangen. 

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©RTL / Gala

Robert Harting bei seinem Olympiasieg 2012 in London

Robert Harting: Sportsoldat & Student

Die beiden Stars der deutschen Leichtathletik sind ein Mysterium. Robert, 33, der Erstgeborene: 2,01 Meter groß, ca. 120 Kilo schwer. Das blonde Haar per Transplantation aufgefüllt. Sportsoldat und Student an der Hochschule der Künste, Fakultät für Gestaltung. Fünfmal EM- und WM-Gold. Als Krönung der Olympiasieg 2012 in London (da war Christoph noch nicht dabei). Jubelgeste: Er zerreißt sein Trikot, "obwohl Oma es nicht mag, wenn ich oberkörperfrei durchs Stadion laufe". 

Christoph Harting bei der WM in Rio de Janeiro 

Christoph Harting gilt als Unsympath

Christoph, 28: 2,07 Meter, ebenfalls ca. 120 Kilo. Dichtes rotes Haar. Polizist und Psychologiestudent. Olympiasieger 2016 in Rio (sein Bruder scheiterte, weil ein Hexenschuss ihn plagte). Jubelgeste: Er hampelte bei der Siegerehrung in Rio bizarr herum. Seine Show sorgte tagelang für Diskussionen. Tenor: Was für ein Unsympath! Auch wenn Christoph Harting betont, ihn interessiere die öffentliche Meinung nicht, bot er dann doch Erklärungsversuche an: Überschwang der Gefühle, Endorphine, Filmriss. Trikot-Reißer Robert muss seine Marotte nie erklären. Ihn liebt das Publikum, weil er Sport als Leidenschaft und Berufung definiert und scheinbar alle in sein Herz blicken lässt. 

16 Tattoos zieren die Brust des jüngeren Bruders

Christoph wiederum bezeichnet das Diskuswerfen lediglich als Beruf – seine Leidenschaft gehört seiner Partnerin und der Tochter. Und den Zigaretten, bis zu einer Schachtel pro Tag. Spiegel seiner Seele sei das Tattoo auf seiner Brust. Auf Englisch stehen da 16 (!) Begriffe: "Wahnsinn, Schmerz, Wahrheit, Leben, Familie, Glaube, Lüge, Freiheit, Toleranz, Glück, Athletik, Hass, Stolz, Liebe, Freundschaft, Einsamkeit." Klingt wie ein Vorlesungsverzeichnis in Psychologie. Kunst am Mann gegen Kunst vom Bau: Robert Harting checkt im Dunkeln gern Berliner Bauzäune nach Plakaten ab. Gefällt ihm ein Motiv, löst er sich ein großes Stück der verleimten Pappe heraus. Mehrere dieser Fundstücke schmücken schon die Wände der Fabriketage, die Harting sich mit seiner Frau Julia zu einer Wohnung im Industrial Chic ausgebaut hat. 

Robert und Christoph Harting 

Den Eltern zuliebe schweigen die Brüder vor der EM

Gibt es denn nichts, was die Brüder emotional verbindet? Doch: der Siegeswille. Er half ihnen raus aus dem Plattenbau in Cottbus. Mit 15 ging Robert ans Sportinternat in Berlin, holte später Christoph nach. Dem "Tagesspiegel" sagten die Jungs damals: "Wir können uns alles anvertrauen." Irgendwann hat sich das ins Gegenteil verkehrt. Liegt es daran, dass sich Robert allein als "Der Harting" vermarktet? Gab es ein verletzendes Wort? Oder ist das Schweigen nur ein PR-Gag? Daran mögen die Sportreporter vor Ort nicht glauben: Man erkenne Hass in den Augen… Vor der EM meinte Robert jetzt, er wolle zu dem Thema "aus Rücksichtsnahme auf unsere Eltern“ nichts sagen. Den Spruch hat sich auch Christoph zurechtgelegt. Die Fans hoffen für nächste Woche, wenn Robert Harting seine Karriere beendet, auf die Versöhnung im Olympiastadion. Doch eher wird wohl der 32 Jahre alte Weltrekord fallen.

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