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Christina Stürmer im GALA-Interview Baby statt Bier: So meistert sie den Tour-Alltag mit Töchterchen Marina

Christina Stürmer
© facebook.com/christinastuermer
Christina Stürmer ist eine der erfolgreichsten Musikerinnen Österreichs: Mit Baby an Board ist die Sängerin aktuell auf großer Tour - und das klappt erstaunlich gut, wie sie im GALA-Interview verrät
Lange Pausen sind nichts für Christina Stürmer:, 34, Nur sieben Monate nach der Geburt ihrer Tochter Marina steht die Sängerin wieder auf der Bühne. Mit Baby an Board tourt die 34-Jährige durch Deutschland und Österreich. "Der Rock'n'Roll' ist jetzt ein anderer", erzählt die sympathische Musikerin über ihren Tour-Alltag zwischen Bühne und Stillen im GALA-Interview. 

GALA: Ist es ein anderes Gefühl nach knapp einem Jahr Auszeit wieder auf der Bühne zu stehen?

Christina Stürmer: Es ist komplett anders, aber im positiven Sinne: Wir haben im Team selbst gerade erst darüber gesprochen: Es ist die entspannteste Tour, die wir je gefahren sind.

GALA: Haben Sie sich vorher Sorgen gemacht  - immerhin ist nun ihre sieben Monate alte Tochter dabei?

Stürmer: Ja, vor der Tour habe ich mir noch Gedanken gemacht, dass es irre stressig wird mit Baby an Board, weil man das vom Hören-Sagen einfach kennt. Natürlich habe ich mich gefragt, wie das laufen wird. Ich kenne auch die Backstage-Begebenheiten von manchen Hallen, die meisten sind nicht wirklich kindgerecht. Deswegen habe ich mich im Vorfeld schon gefragt: Wo gehe ich dann hin mit der Kleinen? Nehme ich einen Spieleteppich mit? Man will ja, dass es dann doch immer irgendwie schön ist für die Kleine.

GALA: Wie haben Sie das gelöst?

Stürmer: Wir haben jetzt einfach den Bus als unseren Backstage-Bereich für unsere Tochter – und das läuft richtig gut. Sie macht das so super mit. Ich höre sie nie schreien, also fast nie. Natürlich schreit sie auch mal, aber anscheinend immer nur, wenn niemand dabei ist. Sie hat einfach viel Spaß im Bus und ist so ein richtiges Tour-Baby. Sie ist sehr zufrieden. Was mich total beruhigt – das hätte auch anders sein können, dass sie zum Beispiel immer schreit, wenn wir weg sind.

GALA:Wer passt denn auf Marina auf, wenn Sie auf der Bühne stehen?

Stürmer: Meine Schwester "spielt" die Nanny, wenn wir auf der Bühne stehen. Sie übernimmt quasi den Kinderdienst während des Soundchecks und beim Konzert. Bei den ersten Konzerten habe ich noch gedacht: "Ist alles gut da hinten? Kann ich sie da jetzt alleine lassen? Muss ich ein schlechtes Gewissen haben?" Aber jetzt läuft es so gut. Ich bin nach den ersten Konzerten in den Bus gekommen, da hat sie schon geschlafen. Mittlerweile ist es so: Manchmal ist sie wach und schreit, manchmal freut sie sich, wenn ich dann wieder da bin. Aber insgesamt läuft es unfassbar gut.

GALA: Wie sieht denn die Backstage-Party aus – mit Baby in der Crew?

Stürmer: Früher bin ich immer runter von der Bühne und das Erste, was wir Backstage gemacht haben, war, ein Bier aufzumachen und noch gemütlich zusammenzusitzen. Wir haben gequatscht und irgendwann nachts um zwei sind wir in den Bus gewackelt.

Jetzt ist es halt so: Runter von der Bühne, dann wartet schon unser Tourmanager mit meiner Jacke. Dann heißt es: Jacke an, raus in den Bus zu Marina. Dadurch, dass sie einfach noch sehr jung ist, sie ist jetzt sieben Monate alt, wird sie auch noch gestillt.

GALA: Gehen Sie als Mama mit einem anderen Gefühl auf die Bühne?

Stürmer: Ich denke auf der Bühne jetzt nicht:  "Hoffentlich ist es schnell vorbei." Überhaupt nicht.  Aber ich hätte ein schlechtes Gewissen, wenn ich danach noch gemütlich Backstage sitze. Ich freue mich aber einfach auch darauf, weil ich weiß, dass die zwei Mädels, meine Schwester und meine Tochter, auf mich warten, wenn ich von der Bühne komme. Es ist halt jetzt alles ruhiger.

Es ist Backstage jetzt halt nicht mehr so laut, man hört nicht mehr die Bierkorken ploppen. Für mich geht es quasi so richtig von 100 auf beinahe Null. Das Adrenalin auf der Bühne wird gleich runtergefahren. Wenn ich Marina dann sehe, sie wach ist und mich anstrahlt, dann pfeife ich auf das Bier und die Backstage-Party. Das brauche dann ich nicht.

GALA: Wie geht die Crew damit um?

Stürmer: Es ist natürlich nicht mehr so wie früher. Wir sind alle in einem Bus gefahren, die komplette Crew und die Band. Jetzt sind wir einfach so ein bisschen zerstreut, weil wir mit zwei Bussen fahren. Das wäre auch zu eng gewesen. So viele Leute und das kleine Baby noch – das will ich beiden Parteien nicht antun. Denn, stell dir vor, dann schreit sie mal am Morgen oder in der Nacht, wenn die anderen noch verkatert im Bett liegen. Jetzt ist es halt so, dass wir uns alle beim Frühstück wieder treffen. Und es finden alle einfach großartig.

Es sprechen wirklich alle mit ihr, sie kennt jeden von der Crew und lacht sie an. Das gehört für Marina alles quasi schon dazu, egal, ob das die Bandmitglieder sind oder die Crew. Die haben teilweise auch selbst Kids oder wollen jetzt vielleicht eine Familie gründen, wenn sie die Kleine sehen. Die lieben sich alle. Das hätte auch anders sein können. Das ist halt jetzt ein anderer Rock’n’Roll. In meiner Garderobe steht jetzt Apfelschorle und Vitamalz, sonst nichts. Der Rock’n’Roll ist in meiner Garderobe offensichtlich gestorben (lacht).

GALA: Sie müssen sich also keine Vorwürfe gefallen lassen, Sie seien nun eine Langweilern…

Stürmer: Es versteht wirklich jeder und wir sind trotzdem noch eins – trotz des kleinen Baby oder eben mit. Was mir halt wirklich gar nicht fehlt, ist das Bier nach der Show. Wer weiß, wenn ich aufhöre zu stillen, gibt es nach der Show dann doch wieder ein Bier. Aber dieses bis morgens um drei sitzen und Bier trinken und so weiter, das muss halt einfach nicht mehr sein. Es ist ja auch nicht so, dass ich direkt in den Bus hüpfe, man sitzt ja schon noch zusammen. Manchmal wacht auch die Kleine um Mitternacht nochmal auf und glaubt, sie muss mit Party machen. Dann sitzt sie eben nochmal mit uns zusammen und will dabei sein. Das kennt ja jeder: Als Kind hat man immer geglaubt, man verpasst was.

GALA: Ihre Tochter reist in Ihrem Tour-Bus mit. Wie macht man den denn babysicher?

Stürmer: Ich habe bei unserer Bus-Firma einfach gefragt, ob sie uns den Bus etwas umbauen können und ein Beistellbett einbauen können und das haben sie echt super gemacht. Es gibt ein Beistellbett  und eine eigene Wickelkommode. Es gibt ja normalerweise in den Nightlinern nur so Kojen, das wäre nicht gegangen. Dann hätte ich sie irgendwie daneben legen müssen bei mir. Jetzt haben wir einen kleinen eigenen Raum, ein Bett und ein kleines Gitterbettchen für Marina. Dann können wir auch alle ruhig schlafen, wenn wir wissen, sie purzelt uns da nirgends runter. 


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