Cheryl Shepard Ich liefere mich meinen Geschichten aus

Cheryl Shepard
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TV-Ärztin Cheryl Shepard hat keine Angst davor, große Emotionen zu spielen.

Cheryl Shepard (46) lässt sich einfach fallen, wenn sie vor der Kamera steht.

Seit 2003 ist die erfolgreiche Darstellerin ('Die Nesthocker') als Dr. ElenaEichhorn in der ARD-Serie 'In aller Freundschaft' zu sehen und musste schon viele emotionale Szenen abliefern. Ob es ihr dabei unangenehm sei, von den Menschen am Set beobachtet zu werden, beantwortete sie im Interview mit 'Cover Media': "Die Crew um mich herum vergesse ich sofort, die sehe ich nicht. Ich sehe meinen Gegenüber, ich nehme die Situation und darin tauche ich ein. Dann schaue ich, was mein Körper damit macht - ob ein Lachen entsteht, ob Tränen fließen … Wenn ich in die Situation gehe, passiert das von allein. Durch die Vorstellungskraft und dadurch, dass ich mich fallen lasse. Den Mut zu haben, sich fallen zu lassen und die Emotionen kommen zu lassen, das ist wichtig." Am Set herrsche grundsätzlich eine entspannte Atmosphäre. Die Künstlerin betonte: "Schämen muss man sich nicht. Denn alle Leute, die am Filmset arbeiten, sehen den ganzen Tag nichts anderes, als Schauspieler, die Emotionen spielen - das ist nichts Exotisches."

Aber wie viel Cheryl Shepard steckt in Elena Eichhorn, sobald die Kamera läuft? "Ich kann natürlich nicht mehr nicht Cheryl sein, denn sonst wäre ich Schizophren, wenn ich vor der Kamera wirklich Elena wäre. Dann könnte ich nicht mehr aussteigen", verdeutlichte die gebürtige Amerikanerin. "Aber Cheryl liefert sich quasi einfach der Geschichte aus und taucht in die jeweiligen Gefühle ein. Viele dieser Gefühle kenne ich ja auch und habe sie erlebt - Freude, Trauer, Verzweiflung, Wut, Liebe. Und wenn das Drehbuch gut geschrieben ist, dann spielt sich das auch leichter."

Sobald sie merkt, dass eine der Geschichten um Dr. Eichhorn nicht passt, wird Shepard aktiv und setzt sich mit den Drehbuchautoren und dem Regisseur zusammen. "Ich hatte bisher immer das große Glück, dass ich mich auf die bevorstehenden Geschichten freuen konnte - und wenn doch mal was dabei war, dass mir nicht so gepasst hat, dann habe ich es mithilfe der Autoren passend gemacht", erzählte sie und lobte die 'IAF'-Crew: "Dafür herrscht bei uns zum Glück viel Verständnis! Es geht darum, ein gemeinsames Produkt zu schaffen und wenn eine Szene für einen Schauspieler ein totaler Krampf ist, nutzt das keinem etwas." Dass sie sich sich derart einbringen kann, freut die dreifache Mutter sehr. Sie erklärte: "Bei den verschiedenen Serien, die ich gemacht habe, habe ich Rollen über einen längeren Zeitraum gespielt, also ein, zwei und jetzt auch zehn Jahre. Und dann gibt es natürlich keinen, der mir die eigene Rolle besser erklären kann, als ich selbst. Regisseure und Drehbuchautoren [beim Fernsehen] wechseln ja auch, das heißt, der Schauspieler, der einen Charakter spielt, weiß, wie die Person spricht, kennt die ganzen Szenen, die er gespielt hat, alle Gemütszustände … und dann ist es natürlich schon sehr schön, wenn man da auch ernst genommen wird."

Bevor Cheryl Shepard zu 'In aller Freundschaft' wechselte, war sie in TV-Serie wie 'Hinter Gittern - Der Frauenknast' und 'Sternenfänger' zu sehen.

(Foto: ARD/Wernicke)

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