Cheryl Shepard: Für 'Mercy Ships' zur Tellerwäscherin

Schauspielerin Cheryl Shepard leistete drei Wochen Dienst als Tellerwäscherin auf einem Hospitalschiff - und würde es jederzeit wieder tun.

Cheryl Shepard (46) findet, mehr Menschen sollten 'Mercy Ships' unterstützen.

1978 gründete Don Stephens die Hilfsorganisation, die Krankenhausschiffe in Entwicklungsländern betreibt. Freiwillige kommen selber für ihre Verpflegung auf und arbeiten auf der 'Africa Mercy' - ein Schiff mit 400 Mann Besatzung, das rund 80 Betten für Hilfsbedürftige zur Verfügung stellt. Die Patienten werden dort kostenlos chirurgisch behandelt, operiert und verpflegt.

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Cheryl Shepard ('Mit Leib und Seele') ging gemeinsam mit Alexa Maria Surholt (34) und Hendrikje Fitz (51), ihren Kolleginnen bei 'In aller Freundschaft', auf die 'Africa Mercy' und arbeitete in der Spül-Küche. 'Cover Media' erzählte sie, wie die Idee dazu geboren wurde: "Wir waren bei 'Ein Herz für Kinder' und haben dort einen Bericht über 'Mercy Ships' gesehen. Als wir erfahren haben, dass man dort auch als Nicht-Arzt helfen kann, hat es sofort Klick gemacht. Noch am selben Abend fragten Alexa, Hendrikje und ich unseren Producer, ob er eine Möglichkeit sieht, wie wir auf dieses Schiff können. Es hat eineinhalb Jahre gedauert, bis wir los konnten - denn vom Drehbuch her musste alles stimmen. Wenn drei Figuren plötzlich für drei Wochen weg sind, muss das in der Serie ja auch erklärt werden."

Im März 2011 war es dann soweit: Die drei Schauspielerinnen gingen an Board des größten zivilen Hospitalschiffs der Welt. "Wir waren drei Wochen auf dem Schiff und haben in einer Zehn-Personen-Kabine gelebt, mit noch sieben anderen sehr jungen Mädels zwischen 18 und 30. Es war ein ganz, ganz tolles Erlebnis", schwärmte Shepard und berichtete von ihrem harten Alltag vor Ort: "Wir haben unseren Traumjob in der Kantine gemacht. Alexa und ich waren in einem Team, Hendrikje in einem anderen. Wir haben Teller gewaschen wie die Wilden und Böden geschrubbt und Stühle hoch gestellt. 450 Leute pro Mahlzeit und das dreimal am Tag - das ist schon was."

Diese extreme Erfahrung prägte die gebürtige New Yorkerin sehr. Sie verdeutlichte: "So etwas hilft einem, Respekt für Männer und Frauen, die in einer Kantine arbeiten, aufzubauen. Und natürlich auch die Erfahrung zu machen: Ja, ich kann hart arbeiten. Ich weiß jetzt wie es ist, wenn man um 21 Uhr so müde ist, dass man nicht einmal mehr die Kraft hat, ein normales Gespräch zu führen. Und auf diesem Schiff sind teilweise bis zu 36 Nationen vertreten - diese kulturelle Vielfalt zu erleben, ist unglaublich. Jeder packt an wo immer es nötig ist, keiner ist sich zu gut für irgendetwas. Man lernt viel über sich selbst: Wie teamfähig bin ich? Wie belastbar?"

Das Leid der Menschen, die an Board des Schiffes behandelt werden, ist groß. Shepard erinnerte sich: "Man wird dort mit Krankheiten konfrontiert, die es hier nicht gibt, weil man diese bei uns viel früher behandeln kann. In Sierra Leone hat ein Zahnarzt eine Millionen Patienten, weil es im ganzen Land nur sechs Zahnärzte gibt. Die Sterberate bei gebärenden Müttern liegt bei 1 zu 6 … Man lernt eben, manche Dinge aus einer anderen Perspektive zu sehen und die eigenen Problemchen anders zu betrachten."

Inzwischen fungiert der TV-Star als Botschafterin der Organisation, spricht auf Pressekonferenzen oder hält kleinere Vorträge in Schulen und Krankenhäusern. "Für mich war das eine wertvolle Erfahrung. Eine Erfahrung, die ich noch ganz vielen anderen Menschen gönnen würde. Man geht danach anders mit sich und mit seinen Mitmenschen um. Das erweitert den Horizont", betonte Cheryl Shepard.

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