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Cathy Hummels über Depressionen Bittere Tränen im TV-Interview

Cathy Hummels
© Getty Images
Mit 16 Jahren kam die erste schwere Depression - und im Laufe der Jahre folgten weitere. Heute ist Cathy Hummels in dieser Hinsicht gesund. Doch das Thema nimmt sie bis heute stark mit.

In ihrer Biografie thematisiert Cathy Hummels, 32, ihre schweren Depressionen, unter denen sie viele Jahre gelitten hat, möchte heute offen damit in der Öffentlichkeit umgehen. Im Interview mit Moderator Stefan Hallaschka bei "Stern TV" überkommen die 32-Jährige am Mittwochabend, 30. September 2020, dann jedoch die Emotionen. 

Cathy Hummels über ihre erste Depression

In einem Beitrag wird vor dem Gespräch zunächst von Cathys Leben berichtet. Bilder zeigen sie in ihrer Kindheit und Jugend und als junge, abgemagerte Frau. Als Auslöser für ihre erste depressive Phase gibt sie den Tod ihres Großvaters an. "Ich glaube, das war der Trigger, der dann ausgelöst worden ist", erinnert sie sich. Nicht nur seelisch, auch körperlich ist ihr das Leid anzusehen. Als Teenager wird Cathy Hummels immer dünner und trauriger. "Mit 15 hat es so langsam angefangen, dass ich mich nicht mehr mochte. Ich hab dann angefangen, viel gesünder zu essen, ich habe sehr drauf geachtet, was ich da in meinen Körper reinführe. Das war wirklich nicht mehr viel. Und habe dadurch versucht, diese Traurigkeit, die sich immer, immer mehr eingeschlichen hat, zu kompensieren", erklärt sie. 

Mit 21 bekam sie professionelle Hilfe

Mit Sport, Ernährung und Routine habe sie angefangen, Ventile zu finden. Die ständige Kontrolle darüber habe ihr das Gefühl gegeben, die unkontrollierbare Traurigkeit kompensieren zu können. Mit 21 wog sie nur noch 48 Kilogramm. Ihrem älteren Bruder Sebastian, der damals Medizin studierte, vertraute sie sich dann an. Sie bekam professionelle Hilfe. 

Die gezeigten Bilder treiben der Moderatorin die Tränen in die Augen, es sei ihr schwer gefallen, den Bericht zu sehen, so Hummels. "Man wird sofort an dieses Gefühl erinnert", sagt sie mit Tränen in den Augen. "So viele traurige Jahre" hätten ihr erspart bleiben können, wenn ihr jemand geholfen hätte, meint die 32-Jährige und bricht in Tränen aus, hält sich die Hände vors Gesicht.

Letzte Depression während der Weltmeisterschaft

Dass sie aber auch Jahre später noch mit der Krankheit zu kämpfen hatte, gestand Cathy Hummels vor einigen Monaten bereits im Interview mit "Brisant". Die letzte schwere Depression habe sie 2014, vor und während der Fußball-Weltmeisterschaft der Männer, durchlebt. Hummels berichtete damals täglich für "Bild" von dem Sport-Großevent; ihr Format wurde teils zerrissen. Sie gibt zu, dass sie daran nicht unschuldig gewesen sei.

Was bisher aber kaum jemand wusste: "In dieser Zeit hatte ich ja auch dann eine schwere Depression", gestand sie in der Sendung. Hummels habe damals nicht gewusst, ob sie den Job deswegen machen könne, "weil es mir psychisch so schlecht ging." Dass sie das alles geschafft habe, "da kann ich mir selbst auf die Schulter klopfen", erklärt sie nun. "Dass ich überhaupt die Kraft hatte, mich vor eine Kamera zu stellen und eins und eins zusammenzuzählen."

Trotz viel Kritik will Cathy auf Instagram weitermachen

Auf Instagram hat Hummels derzeit mehr als 514.000 Follower, aber auch in den Sozialen Medien muss sie sich häufig mit Hasskommentaren herumschlagen. Sich von der Plattform zu verabschieden, ist ihr aber offenbar nie in den Sinn gekommen. Die Trolle wollten doch nur, dass man klein beigebe. "Die wollen dich fertig sehen und die wollen dich am Boden sehen." Mobbing und anonymer Hass seien "widerlich": "Und deswegen setze ich mich dagegen ein."

Hilfe bei Depressionen bietet die Telefonseelsorge unter der kostenlosen Rufnummer: 0800/111 0 111

spg SpotOnNews

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