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Cathy Hummels "Ich bin eine Working Mom – und das weiß Ludwig auch"

Cathy Hummels
© RTLZWEI/Kathrin Kraus
Im GALA-Interview spricht Cathy Hummels über die Vereinbarkeit zwischen Familie und Beruf, ihre mentale Gesundheit – und welches Geschenk sie Ludwig aus Thailand mitgebracht hat. +++ TW: Im Interview werden die Themen Depressionen und physische Gewalt behandelt. +++

Es ist wieder so weit: Ab dem 13. April 2022 dürfen sich Fans auf neue Folgen von "Kampf der Realitystars" auf RTL ZWEI freuen. Cathy Hummels, 34, ist zum dritten Mal als Moderatorin dabei. Im GALA-Interview verrät sie erste Details der neuen Folgen. Sie spricht aber auch über den Angriff während der Dreharbeiten in Thailand und darüber, wie ihr Sohn Ludwig, 4, mit der Trennung von seiner Mama klarkommt.

Cathy Hummels: Und manchmal passt ihr Ludwig auf seine Mama auf ...

Cathy gibt Einblicke in ihr Familienleben und ihre Rolle als Mutter. Früher achtete sie immer darauf, dass das Gesicht ihres Sohnes nicht auf ihrem Social-Media-Account erkennbar war. Es sei ihr nach wie vor wichtig, dass man Ludwig nicht erkennen könne – ganz streng wird sein Gesicht aber nicht mehr verdeckt. "Mir ist wichtig, dass ich einen guten Grad finde. […] Er ist der größte Teil in meinem Leben und immer bei mir." So schützt sie ihren Sohn – und wie er auf seine Mama aufpasst, verrät sie uns im Interview.

GALA:Als Moderatorin für "Kampf der Realitystars" haben Sie schon Erfahrung, es ist Ihre dritte Staffel. Auf welche Promis dürfen sich die Fans in den neuen Folgen besonders freuen?

Cathy Hummels: Wir haben auch in dieser Staffel wieder einen sensationellen Cast. Es sind tolle Leute dabei: Elena Miras ist bestimmt jedem ein Begriff, Ronald Schill, Iris Klein … Wir haben viele Kandidat:innen, die polarisieren und an der ein oder anderen Stelle anecken.

Welcher Promi hat für den größten Überraschungsmoment gesorgt? Insofern Sie das verraten dürfen, ohne zu spoilern …

Tatsächlich eben der oder die Gewinner:in. Es passiert viel Unvorhersehbares, es gibt Love-Storys, es gibt Streitereien, aber auch unfassbar viel Spaß. Ich kann versprechen: Man wird viel lachen. 

Wenn Sie für Drehs unterwegs sind, sind Sie oft eine lange Zeit von ihrer Familie getrennt. Wie verkraftet Ihr Sohn Ludwig die Trennung von seiner Mama?

Ich bin eine ‚Working Mom‘ [Deutsch: Arbeitende Mutter, Anm. d. Red.] und das weiß der Ludwig auch. Ich versuche, ihm klarzumachen, dass man für sein Geld arbeiten gehen muss. Es ist wichtig, dass er lernt, dass nicht alles selbstverständlich ist. Er hat auch ein sehr privilegiertes Leben.

Ist er nicht traurig, dass Sie so lang weg sind?

Im Vorfeld habe ich ihm erklärt, dass ich wieder für vier Wochen weg sein werde. Ein Produktionszeitraum ist festgesetzt, das ist kein Wunschkonzert. Es ist mein Job, da als Moderatorin dabei zu sein und ich habe mich sehr gefreut. Für den Ludwig war das auch voll okay. Ich habe ihm erzählt, ich bin wieder auf Piraten-Jagd und bringe ihm einen schönen Schatz mit.

Welchen Piraten-Schatz konnten Sie für ihn ergattern?

Er hat sich genau den Schatz gewünscht, den ich ihm mitgebracht habe, in einer roten Schatztruhe. Mit Schoko-Goldmünzen und Muscheln vom Strand.

Da war die Freude bestimmt doppelt so groß, als Sie wieder nach Hause gekommen sind!

Ja, er hat sich wirklich sehr gefreut (lacht).

Wie halten Sie mit ihm Kontakt, wenn Sie bei Dreharbeiten sind; gibt es regelmäßige Telefonate?

Auf jeden Fall! Ich habe mich an meinem Sohn orientiert: Immer, wenn er in der Früh aufgestanden ist, hat er mich als erstes angerufen. Das war dann unser festes Ritual. Wir haben wirklich mindestens eine Stunde telefoniert. Dann war Mama im Telefon gefangen, ich wurde überall hin mitgenommen (lacht).

Unter Ihren Posts auf Instagram gibt es sehr viele, schöne Kommentare – aber leider auch einige negative. Wie sehr trifft Sie das?

Negative Kommentare lasse ich nicht mehr an mich ran. Ich habe auch mit RTL ZWEI eine Kampagne dazu gemacht, "Hass im Netz". Ich finde, anonymer Hate ist feige und glaube, das muss man sich bewusst machen. Ich bin wegen anderen Sachen traurig. Aber nicht, wenn da jemand schreibt, ich sei hässlich oder zu dünn … Whatever. Für mich ist sowas gar nicht der Rede wert, sie verdienen nicht die Aufmerksamkeit, die sie suchen.

Wie haben Sie gelernt, diese negativen Kommentare nicht an sich heranzulassen?

Das musste ich wahrscheinlich auf die harte Tour lernen, auch durch meine Vergangenheit. Ich hatte Depressionen und habe, seitdem ich 15 Jahre alt bin, Therapien gemacht und mich mit mir selbst beschäftigt. Dadurch habe ich ganz viel gelernt. Das Wichtigste ist einfach, dass Du mit Dir glücklich bist. Es macht mich nicht glücklich, wenn andere sagen, ich wäre doof. Deswegen distanziere ich mich davon. 

"Art Against Depression"-Event in Düsseldorf mit Cathy Hummels
Im März 2022 hostet Cathy Hummels das "Wiesn Wiesn - Art Against Depression"-Event in Düsseldorf gemeinsam mit Willem Tell.
© Andreas Rentz / Getty Images

Während der Dreharbeiten zu "Kampf der Realitystars" wurden Sie in Thailand am Strand angegriffen. Wie geht es Ihnen jetzt?

Mir geht es wieder sehr gut. Es hat seine Narben hinterlassen, aber letztendlich bin ich lebend davongekommen – das hätte auch anders ausgehen können. Es war ein Überfall aus dem Hinterhalt in der Dunkelheit. Ich wurde zusammengeschlagen.

Auf Instagram haben Sie berichtet, dass Sie diese Situation mithilfe einer Therapie verarbeiten möchten.

Ich kann froh sein, dass ich noch lebe. Und genau den Tipp hat meine Therapeutin mir gegeben: "Begib dich nicht in einen Abwärtsstrudel, sondern versuch‘, das positiv zu nehmen. Du bist noch da. Du bist am Leben."

Welche Schlüsse ziehen Sie für sich?

In Zukunft bin ich achtsamer und vorsichtiger. So weit geht es mir gut, das ist das Wichtigste. Wenn man in einen negativen Gedanken-Strudel kommt, ist es wichtig, sich zu sagen: "Stopp!" Sich im Kopf ein Stoppschild vorstellen. Und da ist dann Ende.

Haben Sie einen Wohlfühl-Ort, an den Sie sich zurückziehen, wenn Sie eine Pause brauchen?

Ich habe einen kleinen Fitnessraum bei mir zu Hause eingerichtet, das ist meine Oase. Da mache ich die Türen zu, da bin Ich einfach nur Ich. Der Einzige, der mich da stören darf, ist der Ludwig, wirklich (lacht). Er kommt auch gern mal rein, aber er stört mich nie.

Lassen Sie es sich ihm gegenüber anmerken, wenn es Ihnen nicht gut geht?

Kinder sind so aufmerksam. Als ich aus Thailand zurückgekommen bin, hat er zu mir gesagt: "Mama, heute Abend, da gehst du mal spazieren. Und der Opi bringt mich ins Bett, okay?"

Wie aufmerksam. Wissen Sie, warum er das gesagt hat?

Er hat gesagt: "Mama, ich glaube, heute brauchst du mal deine Ruhe." Das finde ich sehr bewundernswert, das war ein ganz tolles Gespräch. Weil so ein kleiner Junge mit vier Jahren auch versteht, dass man auch einfach mal seine Ruhe braucht. 

Was bedeuten Selbstbewusstsein und Selbstliebe für Sie, wie definieren Sie diese Begriffe für sich?

Für mich bedeuten sie, dass man mit sich selbst im Reinen ist. Und dass es einem wirklich egal ist, was andere sagen. Dass man einfach glücklich ist – und, dass man sich selbst genug ist. 

Sind Sie sich selbst genug?

Nein, noch nicht. Aber ich arbeite daran, und es ist schon viel besser geworden, als es einmal war. Meistens hab ich’s. Aber nicht immer. Da bin ich auch ganz ehrlich – es ist eben ein Prozess.

Wie gehen Sie mit Selbstzweifeln um?

Wenn man nie an sich selbst zweifelt, wird man auch nicht besser. Ich möchte immer besser werden, mich kontinuierlich weiterbilden und an mir arbeiten. Ich finde, das ist das Leben.

Hilfen bei Depressionen

Erkennen Sie bei sich Anzeichen einer Depression? Beim überregionalen Krisentelefon unter 0800 1110111 wird schnell und anonym geholfen! Weiterführende Informationen gibt es außerdem bei der Stiftung Deutsche Depressionshilfe.

Gala


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