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Caroline Flack (†40) "Ich habe über zehn Jahre Scham akzeptiert"

Caroline Flack (†40)
Caroline Flack (†40)
© Getty Images
Caroline Flack hat ihrem Leben ein Ende gesetzt. Eine spontane Handlung? Kurz zuvor hat sie eine herzzerreißende Nachricht gepostet und bald darauf wieder gelöscht. Diese enthüllt ihre tiefe Verzweiflung, aber auch den Wunsch, ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen.

Caroline Flack (†40) beschreibt in ihrem widerrufenen Posting, das nur einen Tag vor ihrem Tod als Notiz in die Hände ihrer Mutter gelangt, ihre unfassbare Hilflosigkeit. Auslöser ist die gewalttätige Auseinandersetzung mit ihrem Freund Lewis Burton, 27, im Dezember 2019. Weil die britische Moderatorin ihn angegriffen und blutig geschlagen haben soll, wird sie für den 4. März vor Gericht geladen. Eine Aussicht, die sie komplett aus der Bahn wirft.

Caroline Flack (†): "Wie kann ich mein Leben zurückbekommen?"

"Am 12. Dezember 2019 wurde ich wegen eines Angriffs auf meinen Freund verhaftet … Innerhalb von 24 Stunden wurde meine ganze Welt und Zukunft unter meinen Füßen weggefegt, und alle Mauern, die ich so lange um mich herum errichtet hatte, stürzten ein", beschreibt sie ihren inneren Tumult. Für sie unerträglich: die Öffentlichkeit, die ihr privates Scheitern mit Argusaugen verfolgt. "Ich bin plötzlich auf einer anderen Art Bühne, und jeder sieht zu, wie es passiert."

Caroline möchte diese Bühne verlassen: "Ich habe über zehn Jahre Scham und giftige Meinungen über mein Leben akzeptiert und mir trotzdem gesagt, dass das alles Teil meines Jobs ist. Keine Beschwerde.“ Doch jetzt ist sie soweit, dem endlich ein Ende zu setzen, scheint es. Dass sie das auf eine endgültige und grausame Weise am am 15. Februar in die Tat umsetzt und sich das Leben nimmt, scheint zum Zeitpunkt der Niederschrift ihrer Gedanken noch kein Thema gewesen zu sein. "Ich denke nicht darüber nach, wie ich meine Karriere zurückbekomme. Ich denke darüber nach, wie ich mein Leben und das meiner Familie zurückbekommen kann.“

"Meine Familie hält es nicht mehr aus"

Die 40-Jährige versteht zu diesem Zeitpunkt die Welt nicht mehr, sieht kein Licht am Ende des Tunnels. Die Auseinandersetzung mit Burton lastet ihr schwer auf der Seele. "Ich habe seit sehr langer Zeit einen emotionalen Zusammenbruch", gibt sie offen zu, stellt aber zugleich klar: "Ich habe niemanden gewalttätig missbraucht. Wir hatten einen Streit, und es kam zu einem Unfall". Ein Unfall, der ihres Empfindens nach in den Medien brutal ausgeschlachtet wird. "Das Blut, das jemand an eine Zeitung verkauft hat, war MEIN Blut, und das war etwas sehr Trauriges und sehr Persönliches.“

Die Folgen zerstören ihr Grundvertrauen und vermeintlich auch ihre Existenz, wie sie zu diesem Zeitpunkt zu glauben scheint: "Der Grund, warum ich heute spreche, ist, dass meine Familie es nicht mehr aushält", schreibt Caroline. "Ich habe meinen Job verloren. Mein Zuhause. Meine Fähigkeit zu sprechen. Und die Wahrheit wurde mir aus den Händen genommen und als Unterhaltung benutzt.“

Ihre Beziehung mit Lewis Burton kann die Moderatorin retten, ihr Selbstwertgefühl nicht. Der letzte Schritt ist eine grausame Konsequenz, die Caroline in einem unvorhersehbaren Augenblick zieht. Sie nutzt die Abwesenheit eines Freundes, der nur kurz zum Einkaufen geht, und setzt ihrer irdischen Existenz ein Ende.

Lewis Burton leidet unter Schuldgefühlen

Familie und Freunde sind seitdem wie erstarrt. Ihr Freund Lewis Burton postet vor einigen Tagen ein gemeinsames Foto mit Caroline aus glücklicheren Tagen. "Mein Herz ist gebrochen", schreibt er darunter, "wir hatten etwas Besonderes". Aus seinen Worten sprechen Schmerz und Schuldgefühle. "Ich weiß, dass du dich bei mir sicher gefühlt hast. Du hast immer gesagt, ich denke an nichts anderes, wenn ich bei dir bin und ich durfte diesmal nicht dort sein".                                                                   

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Carolines Mutter, die das emotionale Posting ihrer Tochter vor wenigen Tagen in der Lokalzeitung "Eastern Daily Press" in Carolines Heimat Norfolk veröffentlichen lässt, möchte mit diesem Schritt Verständnis für die Situation der 40-Jährigen schaffen. "Es beschreibt, wie sie sich fühlte und was sie durchgemacht hatte - nicht mehr als das", sagt Chris Flack. "Es ging nicht darum, jemandem die Schuld zu geben oder mit dem Finger auf jemanden zu zeigen", stellt sie klar.

Und doch wird man den Gedanken nicht los, dass die jahrelang unbeugsame und doch so sensible Caroline unter dem Druck einer Öffentlichkeit, die Höhen, aber auch Tiefen in aller Intensität begleitet, letztendlich hilflos zusammengebrochen ist.

Verwendete Quellen: Instagram, Eastern Daily Press                                                             

ama Gala

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