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Carla Bruni Zurück in die zweite Reihe

Carla Bruni
© Reuters
Warum sich Carla Bruni nach der Geburt ihrer Tochter Giulia plötzlich öffentlichkeitsscheu gibt

Ganz sanft drückt Carla Bruni, 43, das kleine Bündel an ihr Herz.

Man kann nur ahnen, dass ihr neugeborenes Baby in diese flauschig-graue Decke gehüllt ist, doch jede Geste der Mutter sagt: Ich pass auf dich auf, kleine Giulia! Als Frankreichs Präsidentengattin am Sonntag, vier Tage nach der Geburt ihrer Tochter, die Pariser "Clinique de la Muette" verlässt und zu ihrem schwarzen Renault eilt, macht sie wahr, was sie kürzlich in einem TV-Interview angekündigt hatte: Giulia soll trotz der Prominenz ihrer Eltern ein Leben abseits der Öffentlichkeit führen dürfen. "Non, keine Fotos", so Carla Bruni in diesem Interview der starken Worte. Sie verstehe sich als "Glucken-Mutter", sagte sie, und schließlich mache man ein Kind "nicht für die Galerie".

Carla Bruni verlässt mit Töchterchen Giulia die Pariser Klinik.
Carla Bruni verlässt mit Töchterchen Giulia die Pariser Klinik.
© Reuters

Ein überraschender Rückzug ins Private. Gerade Carla Bruni und ihr Mann, Staatschef Nicolas Sarkozy, 56, ließen bislang die ganze Welt an ihrem Familienleben teilhaben. Während eines Kurztrips in die jordanische Felsenstadt Petra etwa durften die Fotografen im Bild festhalten, wie Sarkozy Carlas Sohn Aurélien auf den Schultern trägt. Carla Bruni sagt heute, sie selbst sei zu der Erkenntnis gelangt, dass es solche Fotos nicht mehr geben dürfe. Es gibt aber auch Stimmen, wonach Auréliens Großmutter väterlicherseits Carla den Kopf gewaschen haben soll: Sie sei empört gewesen, ihren Enkel in "platten Inszenierungen" zu sehen. Den selbstbestimmten Rückzug nehmen politische Beobachter der Première Dame nicht ganz ab. Ihre These: Die Franzosen hätten zuletzt hinter jedem privaten Foto aus dem Hause Bruni-Sarkozy den Versuch gesehen, Werbung für den Politiker zu machen. Nach dieser Logik würde Carla Bruni die kleine Giulia nun daheim im Élysée-Palast verstecken, um jeden Verdacht zu zerstreuen, das Baby komme ihrem Ehemann aus PR-Gründen gerade recht. Papa Nicolas muss sich schließlich nächstes Jahr im Präsidentschaftswahlkampf gegen den beliebten Spitzenkandidaten der Linken, François Hollande, behaupten. Sarkozys Image ist lädiert, Hollande gilt als Favorit.

Nicolas Sarkozy nimmt in Brüssel an einer Sitzung der EU-Staats- und Regierungschefs teil. Kanzlerin Angela Merkel schenkte ihm
Nicolas Sarkozy nimmt in Brüssel an einer Sitzung der EU-Staats- und Regierungschefs teil. Kanzlerin Angela Merkel schenkte ihm dort einen Teddy für Giulia.
© Reuters

Zieht Carla Bruni sich mit dem Baby nun in die zweite Reihe zurück, könnte Sarkozy die Aufmerksamkeit ganz auf seine Arbeit lenken. Während Carla im Kreißsaal lag, diskutierte er mit Bundeskanzlerin Angela Merkel die Rettung des Euro. Als Carla die Klinik verließ, saß er wieder mit Europas Regierungschefs zusammen, versuchte mit harschen Worten gegenüber dem britischen Premierminister David Cameron zu punkten. So ganz verzichten will er aber offenbar nicht auf die sanften Fotos. In einer Sitzungspause in Brüssel schenkte Kanzlerin Merkel ihm einen Teddy, "für Ihren Nachwuchs". Das Bild des glücklich lächelnden Papas geht jetzt um die Welt. Andrea Schumacher

gala.de


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