Campus Festival Bielefeld: Kein Bock mehr auf Rapper Cro

Der AStA der Uni Bielefeld hat keinen Bock mehr auf Cro und will nicht, dass der Rapper beim anstehenden Campus-Festival auftritt. Aber warum?

In Bielefeld findet heute (21. Juni) das Campus-Festival mit 15.000 Besuchern, Musik auf fünf Open-Air-Bühnen und mehr als 20 Künstlern statt. Headliner in diesem Jahr ist der Rapper mit der Panda-Maske: Cro. Darüber freuen sich jedoch nicht alle Beteiligten. 

"Kein Bock auf Sexismus! Kein Bock auf Cro!"

Der ASta Bielefeld, der Allgemeine Studierendenausschuss der Universität Bielefeld, sieht sich durch den Auftritt des Rap-Softies dazu angehalten auf Facebook gegen den Künstler zu schießen. In einem längeren Posting, der unter dem Ausruf "Kein Bock auf Sexismus! Kein Bock auf Cro!" aufmacht, stellt sich der AStA gegen die Entscheidungen der Veranstalter Cro auf die Bühne zu holen. 

Daniela Büchner

Ihr bester Freund Markus Simons verrät, wie es ihr geht

Jens und Daniela Büchner mit Markus Simons
Der Tod von Jens Büchner jährt sich im November zum ersten Mal. Seine Ehefrau Daniela Büchner lebt nach wie vor in Trauer um ihren geliebten Mann.
©Gala

Seine Texte seien frauenfeindlich, homophob und gewaltverherrlichend. Am Montag (19. Juni) schreiben sie auf Facebook: "Cro [wird] als Headliner auftreten. Das finden wir problematisch. Denn Cros Texte sind sexistisch und von Gewaltphantasien geprägt."

+++ +++ +++ +++ +++ +++ +++ Wir teilen hier einen Text, den unser Gleichstellungsreferat zusammen mit dem Fem*Ref...

Gepostet von Asta Uni Bielefeld am Dienstag, 19. Juni 2018

Der AStA begründet seine Haltung mit der Analyse der Songtexte des 29-jährigen Rappers, der mit bürgerlichem Namen Carlo Waibel heißt, und schreibt weiter: "Cro gilt als eher 'softer' Rapper und als Gegenpol zu Aggro Berlin und Co. Seine Lieder dudeln eher fröhlich vor sich hin, die Melodie geht ins Ohr, vermittelt Freude und Spaß. Seine Texte handeln viel von heterosexuellen Beziehungen. So begehrt er in vielen seiner Songs Frauen (oder wie er sagen würde 'Chicks') die stets keinen Namen haben, was seine grenzenlose Objektisierung natürlich begünstigt. Frauen werden zum 'Fick'- Objekt und dienen der eigenen Befriedigung."

Der Panda bleibt

Der Studierendenausschuss aus Bielefeld folgt mit seinem Verhalten dem Vorgehen der AStA der Uni Paderborn. Dieser sorgte vor Kurzem durch ein ähnliches Vorgehen für Aufsehen, weil er den Auftritt der "187 Strassenbande" beim dortigen Festival verhinderte. Der Triumph bedeutete aber den Verlust des Festival-Headliners – über den die Eintrittskarten überhaupt erst verkauft wurden. 

Der niedliche Panda, der mit poppigen Melodien und eindringlichen Texten die Radiosender beherrscht, wird beim Campus-Festival in Bielefeld jedoch weiterhin als Headliner auftreten. Bei der Aktion des AStA der Uni Bielefeld scheint es eher um Aufklärung und langfristige Veränderungen zu gehen. Mit ihrem Facebook-Post deuten sie an, dass es ihnen um eine grundlegende Kritik geht: "Wir haben keinen Bock auf Sexismus, in gemachte Geschlechterrollen gedrängt oder zu Sexobjekten degradiert zu werden! Deswegen hoffen wir Rapper wie Cro ein letztes Mal auf dem Campus Festival gesehen zu haben!"

Themen

Erfahren Sie mehr:

Star-News der Woche