Brangelina: Traum mit bösem Erwachen

Brangelina gehört der Vergangenheit an. Jetzt gibt es nur noch Brad Pitt und Angelina Jolie. Zwei Menschen, die sich bis aufs Blut streiten. Worum? Und vor allem: Warum?

Sein Ruf ist beschädigt. Denn irgendwas bleibt immer hängen

Brad Pitt – Kindesmisshandlung, Alkohol, Drogen? Da war doch was … Dass die Prüfung durchs FBI ergab, der Vorfall im Privatjet sei wohl doch nur ein eskalierender Streit zwischen einem übellaunigen Vater und seinem renitenten Teenager-Sohn Maddox, 15, gewesen, ist dann nur noch eine Randnotiz.

Lisa Martinek (†)

Freundin Nadine Warmuth kämpft mit den Tränen

Nadine Warmuth
Nadine Warmuth kannte Lisa Martinek persönlich, war ihr nicht nur eine liebe Schauspielkollegin, sondern auch eine vertrauliche Freundin. Im Interview mit GALA spricht sie über den viel zu frühen Tod der dreifachen Mutter.
©Gala

Jolie schweigt zu den Vorwürfen

Und die Zeugin, die Brad Pitt, 52, entlasten könnte, hat kein Interesse daran: Angelina Jolie, 41, schweigt. Dass der Mann, den sie zwölf Jahre lang geliebt und den sie erst 2014 geheiratet hat, gerade in denkbar schlechtem Licht erscheint, passt perfekt in ihre Pläne: Trennung. Schon länger scheint sie dieses Szenario in geheimer Mission vorbereitet zu haben. Und der böse Streit auf dem Rückflug aus Frankreich bewegte sie nun offenbar zum Handeln: Angelina Jolie hat die Scheidung eingereicht.

Noch aus dem Luftraum soll es eine Anzeige gegen Pitt wegen Misshandlung gegeben haben. Es bleibt also nur ein Mitglied der Crew oder jemand aus der mitreisenden Entourage. Oder? Man mag gar nicht daran denken …

Jetzt beginnt der Rosenkrieg

Schon sind wir mittendrin im fiesesten Rosenkrieg, den Hollywood seit Langem erlebt. Jolie versucht gar nicht erst, den Schein zu wahren. Kein gemeinsames Statement à la "Wir bleiben Freunde", kein Familienfoto für die Öffentlichkeit, so wie es Jennifer Garner und Ben Affleck nach der Trennung inszeniert haben. Stattdessen: Mietvilla, Umzugswagen und Amerikas gefürchtetste Anwältin Laura Wasser. Jolie habe Pitts Nummer in ihrem Handy geblockt und ihm den Kontakt zu den Kindern vorerst untersagt, heißt es. Das nächste gemeinsame Filmprojekt, "Africa", ist gecancelt.

Angelina Jolie + Maddox Jolie-Pitt + Brad Pitt

Brad Pitt

Die Ermittlungen werden eingestellt

Pitt wurde kalt erwischt

Was bleibt von der glamourösesten Großfamilie der Welt, ist eine Case Number. Unter BD 646058 wird die Scheidung von Brangelina beim Superior Court in L. A. geführt, dem höchsten Gericht Kaliforniens. Trennungsgrund: unüberbrückbare Differenzen. Ein radikaler Schritt, der selbst ihren Ehemann komplett überraschte. "Er wurde kalt erwischt und musste die Situation erst einmal realisieren", wird ein Insider in der US-Presse zitiert. Das kompromisslose Vorgehen passt in die Biografie von Jolie. "Wenn jemand in seinem Leben eingeübt hat, radikale Entscheidungen zu treffen und spontan aus einer Emotion heraus zu handeln, dann ist durchaus damit zu rechnen, dass er auch bei großen Entscheidungen spontan entscheidet", analysiert der Psycho - und Paartherapeut Friedhelm Schwiderski.

Es steht viel auf dem Spiel

Mittlerweile aber hat auch Pitt reagiert und sich mit Lance Spiegel einen der besten Anwälte Hollywoods genommen. Denn Zeit zum Wundenlecken bleibt wirklich nicht. Zu viel steht auf dem Spiel: Jolie gesteht ihrem Noch-Ehemann zwar das gemeinsame Sorgerecht zu, beantragt aber das Aufenthaltsbestimmungsrecht für Maddox, 15, Pax, 12, Zahara, 11, Shiloh, 10, sowie die Zwillinge Vivienne und Knox, 8. De facto hätte Pitt dann nicht mehr viel zu sagen. Amerikanische Rechtsexperten prognostizieren deshalb, dass es darum einen heftigen Streit geben wird, während das 400-Millionen-Dollar-Vermögen mit weltweit verstreuten Immobilien, einer Kunstsammlung und dem Privatjet relativ geräuschlos aufgeteilt wird.

Wie weit werden die Anwälte gehen?

Wird ihre Seite versuchen, Brad Pitt als brutalen Schläger darzustellen? Und seine Seite Angelina als psychisch angeschlagene Egoistin, die ihre Kinder mit Reisen in Krisenregionen bewusst in Gefahr bringt? Bilder, die nicht passen wollen in dieses Liebes-Bilderbuch, das die beiden seit 2004 illustriert haben. Doch irgendwann zwischen drei leiblichen und drei adoptierten Kindern, zwischen Charity, Beruf und Reisen rund um die Welt, muss sich das romantische Liebespaar verloren haben. So wie es täglich Hunderttausende andere Paare mit weniger aufwendigem Lebensstil tun.

Was führte wirklich zum Aus?

Ist es selbst bei diesem ultimativen Glamourpaar ein bloßes Scheitern an Alltag und Routine, an erkalteten Gefühlen und unterschiedlichen Erziehungsmethoden? Es sieht ganz so aus. Auch wenn es schwerfällt, bei Brangelina an nicht verschlossene Zahnpastatuben zu denken. Zu schillernd sind diese beiden Charaktere, die sich 2004 bei den Dreharbeiten an der italienischen Amalfiküste gefunden haben.

Und doch: Das anstrengende Leben in der kunterbunten Multikulti-Truppe hat aus dem damaligen Womanizer Pitt nur noch einen Schatten seiner selbst gemacht. Und aus der faszinierenden Jolie, damals umrankt von Legenden um ihren angeblichen Sexhunger, ihre Leidenschaft für Sado-Maso, ihre bisexuellen Erfahrungen und ihre Drogen-Vergangenheit, eine erschöpfte Kämpferin für das Gute.

Die Verkörperung eines Traumpaares: Brad Pitt begleitete seine Frau Angelina im Mai 2014 zur Premiere ihres Films "Maleficent"

Das karitative Engagement des Paares

Natürlich ist es auch das karitative Engagement, das Brangelina zum Markenzeichen gemacht hat. Sie, im vierten Monat schwanger, ließ sich im Helikopter über Krisengebiete fliegen und ist mittlerweile als UN-Botschafterin eine Instanz, deren Stimme selbst in höchsten politischen Kreisen zählt. Er errichtete nach Hurrikan "Katrina" in New Orleans ein ganzes Dorf aus 109 Stelzenhäusern und kämpfte mit seiner Frau Seite an Seite gegen Kinderarmut und für Flüchtlinge, spendete Jahr für Jahr Millionen für karitative Zwecke. Als Familie reisten sie nach Kambodscha, Vietnam und Äthiopien, um den Adoptivkindern jeweils ihre Heimat nahezubringen und dort Schulen und Krankenhäuser zu errichten. Eine Herzensangelegenheit für beide.

Ist das alles zu viel für Pitt?

Doch nur für Jolie scheint es kein Stoppschild zu geben. Immer mehr hat sie sich aus der Schauspielerei zurückgezogen. Erst hinter die Kamera. Doch mittlerweile ist sie fast pausenlos im humanitären Einsatz, besuchte gerade in Jordanien eine Flüchtlingsunterkunft. Zu viel für Pitt? Schauspielerei, Regie führen und Produzieren gehören zu seinem Leben, genauso wie Kurztrips mit seinen Kumpels George Clooney und Rande Gerber. Motorradfahren, Tequila trinken, einfach mal schweigen können … Kleine Fluchten, die immer seltener in das hektische Leben der Großfamilie passten.

Die zunehmende Dominanz von Jolie kann durchaus zu Problemen geführt haben, vermutet auch Schwiderski. "In dem Moment, wenn aus einer vorher gleichrangigen Beziehung einer mehr und mehr die Macht an sich reißen möchte, kann der andere manchmal einen Schritt zurücktreten und anfangs Verständnis aufbringen", so der Psychotherapeut. Wenn sich die Tendenz dann aber verfestige, können sich daraus Spannungen entwickeln.

Griff Pitt aus Frust zur Flasche?

Oder zum Joint? Ein Verhalten, das die drogenerfahrene Jolie vermutlich nicht dulden würde. "Wenn man es geschafft hat, die Drogen hinter sich zu lassen, kann das durchaus mit Missionseifer verbunden sein", weiß Schwiderski. Ähnlich wie ein militanter Ex-Raucher reagiere man dann sehr stark, wenn andere weiter rauchen. Die sich ändernde Rollenverteilung und ihre Folgen war nicht die einzige Hürde, die das Ehepaar nehmen musste.

Krebsrisiko: Angelina lässt sich nach einem Gentest vorsorglich beide Brüste amputieren. Und wenige Monate später die Eierstöcke entfernen.

Streit um Erziehungsmethoden

An welcher aber ist es hängen geblieben? Immer öfter haben sich Pitt und Jolie wohl auch über die Erziehung ihres Nachwuchses gestritten. Jolie, aufgewachsen in einer Künstlerfamilie, hält nicht viel von Regeln und Pflichten, glaubt, dass Freiheit und Kreativität Kinder reifen lassen. Pitt hingegen, großgeworden in bürgerlichen Verhältnissen, plädiert für ein Mindestmaß an Ruhe und Ordnung. Ein frommer Wunsch, glaubt man Nannys, die sich um die Schar gekümmert haben. "In der Familie herrschen Chaos und Anarchie", berichtete schon vor Jahren eine von ihnen. Vor allem die kleine Zahara, genannt Zhee, wisse ganz genau, wie sie ihre Geschwister anstacheln und die Eltern zur Weißglut bringen könne.

Ein weiterer Schicksalsschlag

Angelina Jolie + Brad Pitt

Stationen ihrer Liebe

Angelina Jolie und Brad Pitt  Der Film, der alles verändert: Durch "Mr. und Mrs. Smith" lernen Brad und Angelina sich 2005 kennen und lieben. Für sie verlässt er seine Ehefrau Jennifer Aniston.
Ganz entspannt: Angelina mit ihrem ersten Sohn Maddox
Zunge raus und durch
Angelina Jolie und ihre gemeinsame Tochter Shiloh Nouvelle

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Und dann ist da noch die Sorge um Tochter Shiloh, die sich offenbar als Junge fühlt. Auch über die Frage, wie damit umzugehen sei, sollen sich die Eltern uneinig gewesen sein. Streit um die Erziehung, ein rastloser Lifestyle und unterschiedliche berufliche Perspektiven … Vielleicht hätten Jolie und Pitt all diese Herausforderungen noch gemeistert, wenn nicht das Schicksal zugeschlagen hätte. Ein Gentest brachte Jolie die Gewissheit, dass sie das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, von ihrer 2007 verstorbenen Mutter geerbt hat.

Die Folgen des Eingriffs

Ihre auch diesmal radikale Entscheidung: Sie ließ sich erst beide Brüste abnehmen und später die Eierstöcke entfernen. Sie sei nun in den Wechseljahren und verhalte sich ihrem Ehemann gegenüber aggressiver, gestand Jolie in einem Interview. Nach außen gab sie sich stark, doch ein Insider berichtet, dass Jolie unter den körperlichen Veränderungen litt, sich nicht mehr attraktiv fühlte. Vielleicht ein Grund dafür, dass sie immer eifersüchtiger, auch auf seine Filmpartnerinnen, gewesen sein soll? Man kann ahnen, wie belastend diese Zeit war.

Einen Einblick in ihre Gefühlswelt gab Jolie später, als sie von gemeinsamen Dreharbeiten mit Brad zu "By The Sea" sprach. Die beiden spielten ein Ehepaar in der Krise. "Das wird uns zerstören, bevor wir überhaupt angefangen haben", habe sie gedacht: "Wir haben es durchgezogen, über den jeweils anderen etwas herausgefunden, eine neue Arbeitsbeziehung entwickelt und festgestellt: Ja, es kann schlimm werden, aber man arbeitet sich durch."

Eine Überzeugung, die sie offenbar irgendwann verloren hat …

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