Brad Pitt: Meine Glücksgarantie

Noch nie hat Brad Pitt so offen gesprochen: über den Hype um seine Familie und über Angelina Jolie, die Liebe seines Lebens, die ihn zu einem besseren Menschen macht

Die Frage musste ja kommen.

Die Frage nach dem "Parade"- Interview. Brad Pitt saß vergangene Woche in der "Today"- TV-Show, um seinen Film "Moneyball" zu promoten, aber natürlich konfrontierte ihn der Moderator mit der etwas unglücklichen Aussage über Jennifer Aniston ("Früher war mein Leben uninteressant"). Brad überlegte, dann erklärte er: "Ich wollte nur sagen: Das Beste, was ich je für meine Kinder getan habe, ist, dass ich die beste Mutter für sie gefunden habe. Es ist schade, dass ich nichts Schönes über Angie sagen kann, ohne dass Jen mit hineingezogen wird."

Es hatte etwas Großes, Ehrliches, wie er das sagte. Er weiß, dass er sich auf vermintem Gelände bewegt, aber er weiß auch, dass er recht hat, weil es eben so ist. Man spürte: Dieser Mann ist in seinem Leben angekommen. Und sein Weg dorthin hat acht Buchstaben: Angelina. Seit sie vor sechs Jahren ein Paar wurden, sind die beiden die Ausnahme-Beziehung Hollywoods, zusammen mit ihren Kindern die "First Family" der ganzen Welt. Aber, und das vergisst man manchmal, vor allem sind Brad und sie Menschen, ein Mann und eine Frau – nur kommt bei ihnen ein Mammutprogramm aus zwei Top-Filmkarrieren, Großfamilie und sozialem Engagement dazu. Sie arbeiten, engagieren sich - allein 2009 spendeten sie mehr als fünf Millionen Dollar für wohltätige Zwecke. Sie kämpfen für ihre Werte: Geheiratet wird erst, "wenn es allen erlaubt ist", betonte Brad gerade erneut ihr Anliegen, dass überall in den USA die gleichgeschlechtliche Ehe möglich gemacht werden soll. Und doch strahlt Brad auch jetzt, da der Wirbel um sie wieder mal auf Sturmstärke anschwillt, Ruhe und Gelassenheit aus. "Ich bin ein zufriedener Mann, weil ich wahrhaftig in meinen Entscheidungen bin, weil ich die Frau gefunden habe, die ich liebe, Angie, mit der ich die Familie gegründet habe, die ich so sehr liebe."

Evelyn Burdecki

"Ich konnte nicht mal in die Nähe von ihm gehen, weil ich dann rot wurde"

Evelyn Brudecki
©Gala

Entspannt Karriere, Liebe, Familie - ein Leben wie aus dem Bilderbuch. Brad Pitt weiß dieses Glück zu schätzen. "Meine Kinder haben mich zu einem besseren Menschen gemacht", sagte er jetzt dem US-Magazin "Parade".

Da ist es: Liebe. Zweimal in einem Satz. So etwas hätte Brad früher nie gesagt. Es bedeutet: Ohne Angelina wäre er der alte Brad geblieben. Ein erfolgreicher Hübschling und Gelegenheitskiffer. Ein Mann an der Oberfläche des Lebens. Das war, bevor sein Leben Tiefe bekam - durch Angelina. Beider Leben hat durch ihre Liebe und die Kinder einen tieferen Sinn bekommen, der ihnen vorher fehlte. Diese Aussage findet sich in fast allen Interviews, die Angelina und Brad kürzlich gegeben haben. Ihr Leben erscheine ihnen sinnstiftend und damit erst wertvoll, so Angelina gegenüber "Vanity Fair". Und ihnen gefällt alles, was damit verbunden ist: das Herumreisen, das Ankommen, die Projekte, die Herausforderung, dabei sechs Kinder zu erziehen. Manchmal gehe es morgens zu "wie im Irrenhaus", gestand Brad gerade US-Talkerin Ellen DeGeneres. Ob da nicht die Erotik leide? Brad lächelte. "Wir schaufeln uns Mommy-und-Daddy-Zeit frei - dafür gehen wir ins Hotel." So eine Liebes-Aktion stand womöglich an, nachdem er gerade wieder zurück zu Angelina nach London kam, wo er für "World War Z" vor der Kamera steht. Während Brad in den USA war, ist sie bei den Kids in dem Anwesen in Richmond geblieben.

Ein Foto von der Liebsten: Angelina Jolie und Brad Pitt bei der Premiere von "Moneyball" in Toronto. Zeit für Zweisamkeit ist bei den beiden hingegen sehr selten.

Wenn der eine arbeitet, kümmert der andere sich um den Nachwuchs - das ist Absprache bei den beiden. Natürlich schnurrt im Hintergrund eine eingespielte Hilfs- Armada. Ohne die würde es gar nicht gehen, denn je älter die Kinder werden, desto "verrückter" wird das Familienleben. Maddox, der Wissbegierige, ist kürzlich zehn geworden. Pax wird im November acht. Er ist ein Draufgänger, Shiloh eifert ihm nach. Zahara mag Mode, und die Zwillinge Knox und Vivienne wollen wie die Großen nun selbstständig die Rucksäcke und Koffer packen. Sechs Nannys sind dabei, wenn es auf Reisen geht, jedes Kind hat seine eigene. Klar, keine gewöhnlichen Nannys, sie sind ausgebildete Erzieherinnen, mindestens zweisprachig. Eine der Sprachen muss die Muttersprache des zu betreuenden Kindes sein. Auch das gehört zu den Werten, die Brad und Angelina leben: Verständnis für andere Menschen und Kulturen. Ebenfalls im Gepäck: zwei Privatlehrer. Die Kinder werden zu Hause unterrichtet, gehen nur zur Schule, wenn sie längere Zeit in den USA sind. In L. A. wird jedes Kind individuell gefördert: sportliche Aktivitäten wie Ballett oder Fechten, Musikunterricht, Freunde treffen. Zahara ist zum Beispiel mit Toni, der Tochter von Rockmusiker Chris Cornell, befreundet. Wie treffen sie sich? À la Jolie-Pitt: Brad und Angelina fliegen die Buddys der Kids oft ein, verriet Brad jetzt.

Wie reibungslos alles organisiert ist, wurde jetzt wieder deutlich, als Angelina mit Knox, Shiloh und Zahara das "Legoland" in Windsor besuchte. Die Parkleitung wurde erst kurz vorher informiert. "Zehn Minuten später waren sie da", so eine Mitarbeiterin zu Gala. Schiffsschaukel, Karussell, Süßigkeiten - dann wurden die prominenten Gäste erkannt, zogen eine Menschenmenge hinter sich her. Ruck, zuck waren sie deshalb wieder verschwunden. "Wir müssen jeden Tag wie einen Ausbruch planen. Das ist unser Leben", sagt Brad und ergänzt: "Und das ist das Leben, das wir wollten." Ein glückliches Leben. "Oh Mann, ich bin so glücklich, dass ich sie habe", sagt Brad, als staune er selbst immer noch über das Schicksal, das ihm den Jolie-"Jackpot" geschenkt hat. Angelina selbst gönnte sich mit Maddox am vergangenen Wochenende auf einem Airport in Surrey eine Flugstunde. Seit 2005 hat sie den Pilotenschein. Ein passendes Bild: Die kleine Propellermaschine rollt über die Bahn, entschwebt erhaben den knipsenden Paparazzi. Die Jolie-Pitts heben ab. Ohne abgehoben zu sein. Hauke Herffs Mitarbeit: Arndt Striegler, Hili Ingenhoven

Angelina Jolie und Brad Pitt

Das ist ihr Familienalbum

3. Oktober 2019  Da geht's zur Premiere! Angelina Jolie hat ihre Kids Maddox und Zahara mit nach Tokio genommen.
3. Oktober 2019  Die drei feiern dort die Japan-Premiere von "Maleficent 2"
30. September 2019  Bei der "Maleficient"-Premiere erscheint Angelina Jolie mit fünf ihrer Kids und posiert mit Pax, Shiloh, Vivienne, Zahar und Knox auf dem roten Teppich. Einer fehlt allerdings: Der 18-jährige Maddox ist erst vor Kurzem fürs Studium nach Südkorea gezogen und kann am Familienausflug nicht teilnehmen. 
2. September 2019  Da hat aber jemand gute Laune! Angelina Jolie ist mit ihren Kids Pax, Zahara und Shiloh zum Lunch in Beverly Hills unterwegs, und die Stimmung ist ausgelassen.

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