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Brad Pitt "Ich habe mich in meinem Leben immer sehr alleine gefühlt"

Brad Pitt
© Steve Granitz/WireImage / Getty Images
Brad Pitt ist der Cover-Star der weltweiten August-Ausgabe des Magazins "GQ". Er ist nicht nur auf dem Cover zu sehen, in der dazugehörigen Fotostrecke zeigt er eine neue Seite von sich, im Interview offenbart er sein innerstes Seelenleben. Und das wirkt manchmal ganz schön düster.

Brad Pitt, 58, gilt als einer der Größten seiner Branche. Seit über 30 Jahren schlüpft der US-Amerikaner immer wieder in neue Rollen, überrascht, begeistert, trägt ganze Filme mit seiner Präsenz, mit seiner Performance. In einem neuen Interview, das er GQ-Autorin Ottessa Moshfegh gegeben hat, berichtet der US-Star von Dämonen, die ihn immer wieder heimsuchen, von Süchten, die er hat überwinden können, und von einer Dunkelheit, die seine Seele belastet.

Brad Pitt offenbart sein Innerstes

"Nachdenklicher, fokussierter und mehr wie ein Künstler, als ich mir ihn vorgestellt habe" – so beschreibt Moshfegh den Mann, mit dem sie sich in dessen rustikalen Anwesen in den Hollywood Hills trifft. Brad Pitt beschreibt das Haus seinen Zufluchtsort. "Ich habe mich hier mehr oder weniger verschanzt", so der 58-Jährige. 

Sie sprechen über alles, vor allem über ihn. Brad Pitt. "Ich befinde mich auf dem letzten Abschnitt, im letzten Semester oder Trimester. Wie soll er aussehen? Und wie will ich ihn gestalten?", eröffnet der Hollywood-Star das Interview bedeutungsschwer. Er gibt sich nachdenklich, resümiert sein bisheriges Leben. Viel ist ihm widerfahren, vieles hat er überwunden. Das Rauchen etwa. Das hat er während der Pandemie aufgegeben. "Ich schaffe es einfach nicht, nur eine oder zwei am Tag zu rauchen", gesteht er sich ehrlich ein. Auch dem Alkohol hat er abgeschworen, nachdem Angelina Jolie 2016 die Scheidung eingereicht hatte. Anderthalb Jahre lang besuchte er die Anonymen Alkoholiker. "Ich hatte eine wirklich coole Männergruppe, sehr privat und ausgewählt – also war es sicher dort. Ich hatte mitbekommen, was anderen Leuten passierte, wie Philip Seymour Hoffman der gefilmt wurde, während er in einer Sitzung sein Herz ausschüttete. Das wäre für mich einfach grauenhaft gewesen." 

An anderen Themen arbeitet der 58-Jährige bis heute. So etwa kämpft er mit dem omnipräsenten Gefühl der Einsamkeit. "Ich habe mich in meinem Leben immer sehr allein gefühlt. Einsam, als ich aufwuchs, allein sogar hier draußen." Daran wolle er etwas ändern, so Pitt, sich ganz bewusst in eine andere Richtung entwickeln. "Erst in letzter Zeit habe ich meine Freunde und meine Familie enger einbezogen. Wie heißt es so schön? Es ist ein Zitat von entweder Rilke oder Einstein. Auf jeden Fall heißt es darin, es zeuge von Reife und dass man sich weiterentwickelt, wenn man mit dem Paradox leben kann, gleichzeitig echten Schmerz und echte Freude zu empfinden." 

In seinem Haus in den Hills fühle er sich wohl, so sagt er, doch das Stadtleben scheint ihm zuzusetzen. Immer öfter fliehe er in sein Haus am Strand. Um den Ballast der großen, lauten und bunten Stadt der Engel hinter sich zu lassen. "Wenn ich rausfahre, fühle ich mich, als würde ich einen Mantel ablegen oder so." Kehrt er dann zurück,  laste die Schwere Los Angeles' wieder auf ihm. "Sobald ich hinter Santa Barbara einbiege, fühle ich es kommen. Die Schultern ziehen sich nach oben, und ich spüre es. Ich bin mir noch nicht ganz sicher, was das bedeutet und wie ich damit fertig werde. Außer abzuhauen und viel zu reisen, hilft dagegen nicht viel."

Brad Pitt scheint ein in sich gekehrter Charakter zu sein. Und das, obwohl er von Millionen Menschen weltweit vergöttert wird. Oder vielleicht auch gerade deswegen.

abl Gala


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