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Boris Becker So geht es in seinem neuen Gefängnis zu

Boris Becker
© Karwai Tang/WireImage / Getty Images
Boris Becker kann zumindest etwas aufatmen: Er wurde in einem anderen Gefängnis untergebracht. Und das scheint eher nach dem Gusto der Tennislegende zu sein.

Nach der Urteilsverkündung im Prozess wegen Insolvenzverschleppung ging es für Boris Becker, 54, Ende April aus dem Gerichtssaal in London direkt ins Gefängnis – das umstrittene Wandsworth Jail. Mit rund 1.400 Insassen war er in dem alten viktorianischen Gebäude untergebracht, in dem nicht nur die Verpflegung minderwertig und das Freizeitangebot ärmlich, sondern auch die Gewalt hoch sein soll. Nun wurde der einst gefeierte Tennisstar in ein anderes Gefängnis verlegt. 

Boris Becker sitzt seine Strafe im "HM Prison Huntercombe" ab

Wie sein Anwalt gegenüber RTL bestätigt, wird Boris Becker seine verhängte Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren im 70 Kilometer von London entfernten "HM Prison Huntercombe" in Nuffield verbüßen. Bei guter Führung könnte er bereits nach der Hälfte der Zeit freigelassen werden. 

Dort dürfte ihm das Absitzen seiner Strafe zumindest etwas leichter fallen, denn die Anlage ist sehr viel moderner und mit niedrigster Sicherheitsstufe sicherlich auch etwas komfortabler für den 54-Jährigen. "Untergebracht sind dort nur ausländische Männer, die wegen leichter Kriminalität verurteilt wurden", erklärt sein Anwalt Oliver Moser gegenüber "Bild". 

Buntes Programm zur Resozialisierung

Laut der britischen Regierung sind die Gefängnisse in Großbritannien in die Kategorien A, B, C und D gegliedert. Während in Strafanstalten der Kategorie A die gefährlichsten Straftäter untergebracht sind, werden in Kategorie B, zu der auch Beckers bisheriger Aufenthaltsort Wandsworth gilt, Verurteilte direkt nach dem Schuldspruch gebracht. Nun ist Becker – wie die meisten Gefangenen – in einer Strafanstalt der Kategorie C untergebracht, wo den Gefangenen die Möglichkeit der Resozialisierung geboten wird. Mit verschiedenen Kursangeboten und Programmen werden ihnen Fähigkeiten vermittelt, um nach der Freilassung wieder in die Gesellschaft eingegliedert zu werden und Arbeit finden zu können.

Langweilig dürfte Becker und seinen rund 400 Mitinsassen in seinem neuen Aufenthaltsort für ein Jahr und drei Monate auch nicht werden. Immerhin gibt es allerhand Möglichkeiten für die Freizeitgestaltung, darunter eine Kletterwand, einen Fitnessraum sowie Kunstrasen- und Basketballplätze.

Zudem dürfen die Gefangenen Kunstwerke in einem Malkurs erstellen, die später im Korridor ausgestellt werden, wie auf dem Twitter-Account des Gefängnisses gezeigt wird. Bei einem Gedichtwettbewerb können sie ihre Gefühle und Gedanken zu Papier bringen und unter Anleitung von Profis Kurzfilme für den hausinternen TV-Kanal produzieren. 

Bessere Bedingungen für Boris Becker

Boris Becker war am 29. April wegen Insolvenzverschleppung zu zwei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden, musste seine Strafe umgehend im Londoner Wandsworth-Gefängnis antreten. "Natürlich ist die Situation nicht schön, aber er nimmt sie hin. Er ist ein Kämpfer", stellte sein Anwalt im Gespräch mit RTL klar, nachdem in diversen Medienberichten behauptet wurde, Becker würde über die Zustände im Gefängnis jammern und sich beschweren.

Boris Becker: Sein Anwalt reagiert auf die Schlagzeilen

Nun, drei Wochen später befindet er sich in der neuen Unterkunft, die bis 2010 für jugendliche Straftäter genutzt wurde und sicherlich erträglichere Bedingungen für den Ex-Profisportler bietet. Die Fenster der Zellen seien nicht vergittert und ließen sich für Frischluft öffnen, berichtet RTL-Reporter Ulrich Oppold. Zudem dürfe Becker seine Familie und Freundin Lilian anrufen, so oft er wolle. 

Verwendete Quellen: rtl.de, twitter.com, bild.de

spg Gala


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