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Boris Becker gibt ausführliches Interview Das sagt er zu seinem angeblichen Bankrott

Boris Becker spricht über die Meldung, er sei zahlungsunfähig 
Boris Becker spricht über die Meldung, er sei zahlungsunfähig 
© Getty Images
Lange hat Boris Becker zu den Schlagzeilen um seine Person geschwiegen. Jetzt bezieht er in einem langem Interview öffentlich Stellung

"Tennis-Held Boris Becker, 49, zahlungsunfähig" - diese Meldung sorgte am 21. Juni 2017 sowohl in deutschen als auch ausländischen Medien für Furore. Bis heute, viereinhalb Monate später, reißen die Schlagzeilen über die finanziellen Verhältnisse des gebürtigen Leimeners nicht ab. Zeit, die Dinge klarzustellen, findet Becker und erklärt sich im Gespräch mit der "Neuen Züricher Zeitung" (NZZ) . 

Boris Becker spricht über seine finanzielle Situation

Zu seinen finanziellen Verhältnissen, sagt der vierfache Vater: 

"Es ist richtig, dass ich seit dem 21. Juni dieses Jahres in einem Insolvenzverfahren stecke, aber es ist falsch, dass ich pleite bin."

Nicht nur die Londoner Privatbank Arbuthnot Latham und Co. hat Ansprüche angemeldet, sondern auch Beckers langjähriger Geschäftspartner Hans-Dieter Cleven. Er fordert mehr als 40 Millionen Franken (umgerechnet mehr als 35 Millionen Euro) von ihm. "Das ist falsch. Ich schulde Herrn Cleven kein Geld", dementiert Becker und weist darauf hin,  das man das gegen ihn anhängende Insolvenzverfahren in Großbritannien nicht mit den Forderungen von Cleven vermischen dürfe. 3,5 Millionen Euro plus Zinsen verlange die Bank von ihm, gesteht Becker, und merkt einschränkend an:  "Die Forderungen an und für sich bestreite ich nicht. Wir sind uns aber über die Höhe der Zinsen nicht einig" Demnach geht Becker von drei bis fünf Prozent fälliger Zinsen auf die Gesamtsumme aus, die Bank hingegen von 25 Prozent. Nicht das einzige Problem zwischen den Parteien. 

Das sagt er zu den Forderungen in Millionenhöhe

Dem Londoner Finanzhaus wirft Becker im Interview mit der "NZZ" mangelnde Zusammenarbeit vor. Demnach habe die Tennis-Legende trotz mehrmaliger Aufforderung "keine schriftliche Zusammenstellung darüber darüber erhalten, wie die Bank auf die geforderten Summen kommt." Und wie steht es mit Cleven? Laut Becker hat der Schweizer Manager den Prozess gegen ihn in erster Instanz verloren und dagegen Berufung eingelegt. Enttäuscht sagt der Tennis-Olympia-Sieger über den Bruch mit seinem einstigen Freund und Mentor: "Ich war darauf angewiesen, dass die Menschen, die mich berieten, es ehrlich taten." Er fühle sich von Cleven ausgenutzt; seine Behauptungen seien eine "bodenlose Unverschämtheit". Kämpferisch kündet Becker an: "Ich werde beweisen, dass das, was er erzählt, nicht stimmt."

Darum schwieg Becker 

Warum er zu den Schlagzeilen so lange geschwiegen habe, erklärt der 49-Jährige im Interview mit der "NZZ" ebenfalls. "Mir wurden Dinge unterstellt, die wirklich absurd sind. Ich habe bewusst geschwiegen. Es geht in diesem Interview nicht um Meinungen, sondern nur um Fakten. Und um die zu sammeln, brauchte es Zeit." Seine Karriere sieht er durch die Bankrott- Schlagzeilen nicht beschädigt: Er habe viele neue Werbeverträge auf seinem Tisch liegen. 

jre Gala

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