Billie Eilish: Die Greta des Pop

Billie Eilish ist so eigenwillig wie unwiderstehlich. Mit ihren düsteren Songs stellt die Grammy-Gewinnerin derzeit die Musikwelt auf den Kopf.

Plötzlich ist es da: Ein wunder­ schönes Lächeln erleuchtet das Gesicht von Billie Eilish. Überwältigt vom Applaus des Publikums ringt sie nach Worten: "Danke, danke", ist alles, was die 18-Jährige herausbringt, als sie vorige Woche mit vier Grammys geehrt wird. Noch nie hat eine Frau in allen vier Haupt­kategorien des wichtigsten Musik­preises abgeräumt. Und noch nie war jemand so jung. Ist es da nicht klar, dass die Siegerin strahlt? Nicht bei Billie Eilish. "Ich habe schon als Kind nie gelächelt, auch nicht auf Fotos", so die Sängerin. "Wenn ich lächele, fühle ich mich klein, schwach und verletzlich."

Billie Eilish - Mix aus Punk und Außerirdischer

Wie stark sie ist, hat die Amerikanerin spätestens jetzt allen gezeigt, ein Jahr, nachdem sie wie aus dem Nichts auf der internationalen Bühne auftauchte. Sie verkörpert eine ganz neue Art von Vorbild für die junge Generation und ähnelt damit in vielem Klima­-Aktivistin Greta Thunberg, 17. Beide verfolgen ihren Weg konsequent und mit großer Ernsthaftigkeit. Sie stehen offensiv zu ihren Schwächen - und genau das macht sie so stark.

Ann-Kathrin Götze

Sie zeigt Rome so deutlich wie noch nie

Ann-Kathrin Götze und Sohn Rome
Ann-Kathrin Götze macht kein Geheimnis mehr um das Aussehen ihres Sohnes.
©Gala

Ihre radikale Botschaft: Junge Mädchen müssen nicht schmeicheln, um gehört zu werden. Sie müssen sich keine kurzen Röcke anziehen oder Dekolleté zeigen, um gesehen zu werden. Billie Eilish etwa hüllt ihren Körper vorzugs­weise in überweite Pullover und sack­artige Hosen und versteckt ihre Augen hinter Sonnenbrillen. Mit ihren gift­grünen Haaren wirkt sie wie ein Mix aus Punk und Außerirdischer.

Sie ist eine musikalische Sensation

Was sie aber vor allem ist: eine Künstlerin, die sich komplett selbst erfunden hat. Genau wie ihre Musik, eine düstere Mischung aus Elektro, Indie und Pop. Die Songs ihres gefeier­ten Albums "When We All Fall Asleep, Where Do We Go?" handeln von Alb­träumen: Ängsten, Depressionen, Selbstmordgedanken. Erfahrungen, die Billie Eilish sehr vertraut sind.

Billie Eilish und Finneas O'Connell

Anders als bei früheren Teenie­-Stars wie Britney Spears oder Selena Gomez steckt hinter der Pop­-Sensation des Jahres weder Disney noch eine Casting­-Show. Kein Erfolgsproduzent schraubte in teuren Studios am per­fekten Sound. Billie Eilish nahm ihre Lieder in einem gerade mal zwölf Qua­dratmeter großen Kinderzimmer auf, gemeinsam mit ihrem Bruder Finneas O’Connell, 22. Den ersten Song luden sie 2015 kostenlos im Internet hoch, wo er schnell geteilt wurde. Nachdem sich Superstars wie Justin Bieber, Julis Roberts und Ariana Grande als Fans outeten, ging es rasant nach oben.

Talent liegt in der Familie

Die Geschwister musizierten von klein auf zusammen. Oft bis spät in die Nacht, denn die Mutter hatte eine Regel aufgestellt: Wenn ihr Musik macht, dürft ihr so lange aufbleiben, wie ihr wollt. Schon mit zwei Jahren hämmerte Billie mit Vorliebe auf dem Klavier herum und gab kleine Tanzauf­führungen für die Familie. Mit sechs dachte sie sich erste Lieder aus und begleitete sich selbst auf der Ukulele.

Keine Zeit zu sterben

Billie Eilish übernimmt James-Bond-Song

Übernimmt tatsächlich den neuen Bond-Song: Newcomerin Billie Eilish

Maggie Baird und Patrick O’Connell, die ihre Kinder zu Hause unterrich­teten, anstatt sie auf die Schule zu schicken, begleiten ihre Tochter bis heute auf alle Konzerte und sorgen dafür, dass sie nicht abhebt. Billie wohnt immer noch zu Hause im Bun­galow in Highland Park, Los Angeles, wo sie und Finneas nächtelang an den Aufnahmen feilten.

Ihr nächster Coup: der Titelsong für den neuen Bond-­Film "Keine Zeit zu sterben". Am Sonntag bekommt ihn die Welt womöglich zum ersten Mal zu hören. Da tritt Billie Eilish bei der Oscar­-Verleihung auf.

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