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Beyoncé Schweigeminute für toten Teenager

Beyoncé hat bei einem Konzert in Nashville des erschossenen Teenagers Trayvon Martin gedacht. Der Täter wurde nun freigesprochen, zahlreiche US-Stars äußerten sich via Twitter zu dem umstrittenen Prozess

Zahlreiche Stars haben am Wochenende ihre Gefühle über den Ausgang eines Gerichtsprozesses in Florida geäußert. Dort wurde am Samstag (13. Juli) der Nachbarschaftswächter George Zimmerman freigesprochen. Er hatte im Februar 2012 den erst 17-jährigen Trayvon Martin - wie das Gericht nun befand aus Notwehr - erschossen. Popstar Beyoncé legte kurz nach dem Urteilsspruch während ihres Konzerts in Nashville, Tennessee, eine Gedenkminute für das Opfer ein.

"Ich hätte gerne eine Schweigeminute für Trayvon", sagte die Sängerin laut "usatoday.com" am Ende ihrer Show. Danach stimmte sie den Refrain von "I Will Always Love You" an, bevor sie ihren eigene Hit-Ballade "Halo" sang. Der Mordprozess hatte in den USA wegen seiner potenziell rassistischen Dimension für viel Aufsehen gesorgt. Die Familie von Martin warf Zimmerman vor, den Jungen verdächtigt zu haben, weil er Afro-Amerikaner war. Als freiwilliger Nachbarschaftswächter war George Zimmerman am Tatabend auf der Suche nach den Tätern einer Einbruchserie. Trayvon Martin war zum Zeitpunkt seines Todes unbewaffnet und auf dem Weg vom Supermarkt nach Hause.

"Ugh, mir wird schlecht", twitterte Katy Perry kurz nach dem Bekanntwerden des Urteilsspruchs. "Wofür stehen wir? Wie geht es uns Amerika, den Vereinten... den Wunderschönen? Wir sollten einen langen Blick in den Spiegel werfen, wir brauchen echte Veränderung", schrieb sie später. "Wow. Hey Florida, nur um das klarzustellen: Wann ist es eigentlich NICHT in Ordnung, einen unbewaffneten Teenager zu verfolgen und zu erschießen?", twitterte der Serienstar James van der Beek bestürzt.

Vor allem die Gesetzeslage in Florida, die jedem erlaubt, sich in Notwehr mit Waffengewalt zu verteidigen, wird nun hinterfragt. "Dies muss uns Aufrütteln. Wir müssen uns am politischen Prozess beteiligen und nach dem Rechtssystem verlangen, das wir alle verdienen", schrieb die Schauspielerin Olivia Wilde an ihre Twitter-Fans. "Hier geht es nicht 'nur' um Rassismus. Es geht um Gesetze, die es ermöglichen, dass rassistische Taten nicht bestraft werden. Wir müssen Gesetze ändern, die Ungerechtigkeit fördern", schrieb der Musikproduzent Russell Simmons.

Andere Stars zeigten sich einfach nur betroffen von der Nachricht. "Mein Herz und meine Gedanken sind heute bei der Familie von Trayvon Martin. Alles andere ist jetzt egal", schrieb Whoopi Goldberg auf Twitter. "Habe gerade auf dem Nachhauseweg die beschissene News gehört. Sorry Trayvon", schrieb Noah Becker an seine Follower. Nur der "How I Met Your Mother"-Star Neil Patrick Harris schaffte es mal wieder, seine Meinung scherzhaft zu verbreiten. Er retweetete kurzerhand einen Satz von einem Twitter-Account, der sich "Gott" nennt: "Sogar ich halte Zimmerman für schuldig - dabei bin ich ein alter weißer Mann."

sst

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