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Bettina + Christian Wulff Wulff gegen Wulff

Bettina Wulff
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Nach der Trennung wird Bettina Wulff von ihrer Vergangenheit mit dem Ex-Bundespräsidenten verfolgt. Jetzt soll sie sogar gegen ihn aussagen

Natürlich wird sie so cool wirken, wie wir es von ihr kennen: überlegen, unnahbar, selbstbewusst, perfekt gestylt. Innerlich aber wird es in Bettina Wulff, 39, brodeln, wenn sie vor Gericht steht und als Zeugin der Anklage gegen ihren Noch-Ehemann Christian Wulff, 53, aussagen muss. Zurzeit prüft das Landgericht Hannover, ob das Korruptionsverfahren zugelassen wird.

"Hat das denn niemals ein Ende?" Irgendetwas in der Art wird sie vermutlich denken. Denn anstatt mit Vergangenem belastet zu werden, würde sie viel lieber ihr neues Leben genießen. Angeblich mit einem neuen Mann - dem Münchener Sportmanager Stefan Schaffelhuber - und ohne all den Ärger, den ihr der alte auch nach der Trennung im Januar noch beschert.

Der Mann im Hintergrund: Dienstreise oder Privattrip, Freundschaft oder Korruption? Der Besuch des Oktoberfestes mit Filmunternehmer David Groenewold (hinten) wirft viele Fragen auf.
Der Mann im Hintergrund: Dienstreise oder Privattrip, Freundschaft oder Korruption? Der Besuch des Oktoberfestes mit Filmunternehmer David Groenewold (hinten) wirft viele Fragen auf.
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Doch aus dieser Nummer wird die ehemalige First Lady wohl vorerst nicht rauskommen. Denn die Staatsanwaltschaft hat sie in der 79-seitigen Anklageschrift gegen den Bundespräsidenten a. D. Christian Wulff offiziell als eine von 25 Zeugen benannt. In dem Verfahren vor einer der Großen Strafkammern am Landgericht Hannover soll bewiesen werden, dass Wulff sich nur für ein Projekt des Berliner Filmproduzenten David Groenewold eingesetzt hat, weil dieser ihn, Bettina und Sohn Linus 2008 zum Oktoberfest eingeladen hatte.

Es ist ein kompliziertes Konstrukt aus Berechnungen und Indizien, Aussagen und Annahmen, das die Staatsanwälte da seit einem Jahr beschäftigt. Übrig bleibt eine Summe von 719,40 Euro, die Groenewold für Wulff gezahlt haben soll. Die beiden Männer fühlen sich im Recht und sind sich einig, dass sie das Ding durchziehen wollen, Vergleichszahlungen, gegen die das Verfahren eingestellt worden wäre, haben beide abgelehnt.

Ganz offenbar spielte es für Wulff dabei keine Rolle mehr, dass er Bettina mit dem Deal - er hätte 20.000 Euro zahlen müssen - eine Aussage erspart hätte. "Christian hat immer versucht, Bettina zu schonen, aber das ist vorbei, seitdem er weiß, dass sie eine neue Beziehung hat", so ein Vertrauter gegenüber "Gala".

Spannend wird es nun, wie sich die versierte PR-Expertin verhalten wird. Als Ehefrau könnte sie die Aussage verweigern, doch dann würde die Anklage ältere Ausführungen aus den Ermittlungen von ihr benutzen, die heute eher belastend wirken. "Sie hat kein Interesse daran, Christian zusätzliche Probleme zu bereiten. Ihre ganze Familie hat ihn bei den bisherigen Ermittlungen unterstützt", so der Vertraute zu "Gala". Eher ist davon auszugehen, dass Bettina aussagen und sich irgendwie aus der Affäre ziehen wird.


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