Beth Stelling: Erschütternde Vorwürfe

Auf Instagram brach die Komikerin Beth Stelling ihr Schweigen: Ihr Ex-Freund soll sie vergewaltigt haben

"Es gibt viele Gründe eine gewalttätige Beziehung nicht öffentlich zu machen, vor allem Furcht"

In Deutschland wird rund jede vierte Frau einmal im Leben Opfer von sexueller Gewalt durch den Beziehungspartner. Nur die wenigsten von ihnen reden darüber oder bringen den Vorfall gar zur Anzeige. Die US-Komikerin Beth Stelling brach nun ihr Schweigen und postete schockierende Bilder auf Instagram.

Bilder, die betroffen machen

Auf den Bildern sind ihre Arme und Beine zu sehen, die mit blauen Flecken übersät sind. Direkt daneben sieht man ein Bild, auf dem sie strahlend und breit grinsend auf der Bühne zu sehen ist. Eine unterschwellige Botschaft, dass sich hinter der Fassade manchmal auch Abgründe befinden. In der Bildbeschreibung schreibt sie, dass ihr damaliger Freund sie missbraucht und vergewaltigt habe.

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Same girl in all of these photos (me). I've had an amazing year and you've seen the highlights here, so these photos are an uncommon thing to share but not an uncommon issue. You may be weirded out but do read on. I have a point. There are many reasons not to make an abusive relationship public, mostly fear. Scared of what people will think, scared it makes me look weak or unprofessional. When I broke up with my ex this summer, it wasn't because I didn't love him, it was because of this. And I absolutely relapsed and contacted him with things I shouldn’t have, but there are no “best practices” with this. When friends or comics ask why we broke up it's not easy or comfortable to reply; it doesn't seem like the appropriate thing to say at a stand-up show, a party or a wedding. It's embarrassing. I feel stupid. After being verbally, physically abused and raped, I dated him for two more months. It's not simple. After I broke up with him he said, "You're very open and honest in your stand-up, and I just ask that you consider me when you talk about your ex because everyone knows who you're talking about." And I abided. I wrote vague jokes because we both live in L.A. and I didn't want to hurt him, start a war, press charges, be interrogated or harassed by him or his friends and family. I wanted to move on and forget because I didn’t understand. I don't want revenge or to hurt him now, but it's unhealthy to keep this inside because my stand-up is pulled directly from my life. It's how I make my living. My personal is my professional. That is how I've always been; I make dark, funny. So now I'm allowing this to be part of my story. It's not my only story, so please don't let it be. If you live in L.A., you've already started to hear my jokes about this and I ask you to have the courage to listen and accept it because I’m trying. Already since talking about this onstage, many women have come to me after shows asking me to keep doing it. Men have shown their solidarity. An ex-girlfriend of this ex-boyfriend came to me and shared that she experienced the same fate. Then there was another and another (men and women) who shared other injustices at his hand that..

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Es sei ihr peinlich gewesen und sie habe sich dumm gefühlt, dass sie auch nach der Vergewaltigung noch zwei Monate mit ihrem Freund zusammen war. Es sei eben nicht einfach gewesen, gerade weil sie ihn noch geliebt habe.

"Mein Privatleben ist mein Berufsleben"

"Ich will gar keine Rache oder ihn verletzen", beschreibt Stelling weiter, "es war aber ungesund all das für mich zu behalten, denn meine Comedy-Shows handeln unmittelbar von meinem Leben. So verdiene ich mein Geld. Mein Privatleben ist mein Berufsleben."

Erst habe sie noch vage Witze über das Ende ihrer Beziehung auf der Bühne gemacht, doch sie begriff bald, dass sie mit der Geschichte an die Öffentlichkeit gehen muss.

Breite Unterstützung für Stelling

Viele Frauen, aber auch Männer haben ihr seitdem ihren Dank für ihre Offenheit ausgedrückt. Sogar eine Ex-Freundin ihres Ex-Freundes habe sich gemeldet und erzählt, dass sie Gleiches erleiden musste. Immer mehr Frauen und Männer seien daraufhin mit ähnlichen Geschichten zu ihr gekommen. Sie habe dann gewusst, dass sie keine Ausnahme gewesen sei.

Mit ihrem Post will Stelling andere Frauen davor bewahren Ähnliches zu erleiden. Ihr Mut soll auch anderen Frauen Mut machen offen über ihre Leidensgeschichten zu reden. Und der Plan scheint aufzugehen: Über Instagram meldeten sich tausende User zu Wort und bedankte sich dafür, dass sie mit ihrer Geschichte an die Öffentlichkeit gegangen ist.

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