Berlinale 2014: Film verbockt, Hauptstadt gerockt

Samstag war George-Clooney-Tag auf der Berlinale. Er und die Stars aus "Monuments Men" machten auf dem Festival großen Spaß - der Film selbst leider nur bedingt

Bill Murray ist angeblich viel leichter zu haben, als man gemeinhin annimmt. Das behauptet zumindest George Clooney, der den Schauspieler für seinen neuen Film "Monuments Men" gewinnen konnte. Der Frauenschwarm selbst übernahm im Film dagegen nicht nur die Hauptrolle, sondern schrieb auch das Drehbuch, führte Regie und betätigte sich als Produzent.

"Monuments Men" feierte am Samstag (8. Februar) auf der Berlinale Premiere, und Clooney und seine Stars waren allesamt angetreten, um den Film, in dem eine Gruppe "Kunstschutzoffiziere" im Zweiten Weltkrieg Kunstwerke vor der Zerstörung durch die Nazis zu retten versucht, erstmals dem großen Publikum vorzustellen. Neben Bill Murray ist es George Clooney gelungen, noch viele andere große Namen im Cast zu versammeln - und mit Ausnahme von Cate Blanchett, die wegen des tragischen Todes ihres guten Freundes Philip Seymour Hoffman vor einigen Tagen auf einen Besuch bei der Berlinale verzichtet hat, waren sie auch alle gekommen.

Die Crew von "Monuments Men": John Goodman, George Clooney, Jean Dujardin und Matt Damon

Berlinale 2014

Der Bär ruft

Schauspieler Liao Fan bekommt den Silbernen Bären als bester Darsteller und Regisseur Diao Yinan kann sich über den Goldenen Bären für den Film "Bai Ri Yan Huo" freuen.
Caroline Poggi und Jonathan Vinel bekommen den Goldenen Bären für den besten Kurzfilm für "Tant qu'il nous reste des fusils à pompe" ("Solange uns Pumpguns bleiben").
Produzent Jean-Louis Livi und Schauspieler André Dussollier nehmen den Silbernen Bären für Regisseur Alain Resnais entgegen. Er gewinnt mit "Life of Riley" den Alfred-Bauer-Preis, für einen Spielfilm, der neue Perpektiven öffnet.
Der britische Regisseur Ken Loach freut sich über den goldenen Ehrenbären für sein Lebenswerk.

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Bill Murray, Matt Damon, John Goodman, Jean Dujardin, Bob Balaban, Hugh Bonneville, Nachwuchsdarsteller Dimitri Leonidas und als deutscher Star Justus von Dohnányi - es gab für die Fans in der Hauptstadt also einige Gründe, beim Spalierstehen am roten Teppich aus voller Kehle zu schreien. Doch wenn man mal ehrlich ist, galt die Begeisterung natürlich vor allem dem Hauptdarsteller und Regisseur, und der gab sich charmant, volksnah und witzig wie immer: Eine halbe Stunde lang verteilte Clooney Autogramme, posierte mit Fans für Selfies und schmiedete bereits Pläne für die Party danach."Wir werden uns später alle in Bill Murrays Zimmer versammeln und einen draufmachen", erklärte er augenzwinkernd.

Eine Einschätzung, wie das Publikum seinen Film wohl aufnehmen werde, wagte der 52-Jährige bei der Pressekonferenz am Nachmittag aber lieber nicht: "Warten wir's ab. Wir zeigen ihn ja heute zum ersten Mal." Und da liegt leider das Problem, denn trotz all der sympathischen Hollywoodstars bleibt "Monuments Men" leider ziemlich blass und enttäuschte nach den ersten Screenings sowohl deutsche Filmkritiker als auch internationale. Zu eindimensional bleiben die Figuren, etwas zu pathetisch-patriotisch zeichnet Clooney die historischen Begebenheiten nach, regelrecht klamaukig wirken manche Dialoge. Das ist sehr schade, aber nun nicht mehr zu ändern.

Und geht es nach Berlinale-Chef Dieter Kosslick, kommt es darauf am Ende vielleicht auch gar nicht so sehr an. Ganz unabhängig von Clooneys neuem Film ist er sich nämlich in einer anderen Sache ziemlich sicher: Das ungewohnt warme und fast schon frühlingshafte Wetter zu den diesjährigen Berliner Filmfestspielen muss irgendwie mit George Clooney in Verbindung stehen. Und schon allein deswegen würde Kosslick den Hollywoodstar ab jetzt am liebsten jedes Jahr als Gast in die Hauptstadt holen. Darüber würde ganz sicher nicht nur er sich freuen.

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