Berlinale 2014: Ab ins Kino mit den Stars

Christoph Waltz, Tilda Swinton, Bill Murray - mit überdurchschnittlich hoher Stardichte und einigen Pannen hat die 64. Berlinale begonnen

Tilda Swinton, Bill Murray

"Das Essen ist besser. Und es gibt einen Strand", antwortet Christoph Waltz, als ein Reporter ihn nach dem Unterschied zwischen dem Filmfestival in Cannes und der Berlinale fragt. Im vergangenen Jahr saß der Schauspieler in der Jury bei den Festspielen an der Croisette, nun ist er Juror in Berlin.

Und der Oscar-Gewinner hat hier mindestens so gute Gesellschaft wie in Cannes: Neben der Produzentin Barbara Broccoli, der dänischen Schauspielerin Trine Dyrholm, der iranischen Filmemacherin und Künstlerin Mitra Farahani, Independent-Star Greta Gerwig, Michel Gondry, Tony Leung aus China und dem Jurypräsidenten James Chamus wird er über die Vergabe des Goldenen und der Silbernen Bären entscheiden.

Keine leichte Aufgabe findet Waltz, der als Schauspieler sonst selbst bewertet wird. "Das sind zwei ganz unterschiedliche Paar Stiefel, die nicht miteinander verglichen werden können. Die gehören nicht an dasselbe Paar Füße", erklärt er am Donnerstag (6. Februar) auf der Pressekonferenz zum Start der Berlinale. Zehn Tage haben er und seine Kollegen nun Zeit, sich mit den Wettbewerbsfilmen zu befassen, zu kritisieren, zu diskutieren.

Die internationale Jury um Christoph Waltz posiert bei der Eröffnung des Filmfestes auf dem roten Teppich.

Zehn Tage haben auch die Journalisten vor Ort, Fragen an die Filmbranche zu stellen. Ein bisschen holprig läuft es hier und da noch im Gespräch mit der Jury. "Glückwunsch zu ihrer Oscarnominierung", sagt eine Reporterin zu Greta Gerwig. "Vielen Dank,aber ich habe gar keine. Ich wünschte, ich hätte eine. Aber ich war mal für einen Golden Globe nominiert". Im Saal wird gelacht und auch später, als die Stars aus dem Film "Grand Budapest Hotel"- neben Regisseur Wes Anderson sind Bill Murray, Tilda Swinton, Jeff Goldblum, Ralph Fiennes, Edward Norton, Saoirse Ronan, Willem Dafoe und der Jungschauspieler Tony Revolori in die Hauptstadt gekommen - den Journalisten Rede und Antwort stehen, ist die Stimmung ausgelassen.

Berlinale 2014

Der Bär ruft

Schauspieler Liao Fan bekommt den Silbernen Bären als bester Darsteller und Regisseur Diao Yinan kann sich über den Goldenen Bären für den Film "Bai Ri Yan Huo" freuen.
Caroline Poggi und Jonathan Vinel bekommen den Goldenen Bären für den besten Kurzfilm für "Tant qu'il nous reste des fusils à pompe" ("Solange uns Pumpguns bleiben").
Produzent Jean-Louis Livi und Schauspieler André Dussollier nehmen den Silbernen Bären für Regisseur Alain Resnais entgegen. Er gewinnt mit "Life of Riley" den Alfred-Bauer-Preis, für einen Spielfilm, der neue Perpektiven öffnet.
Der britische Regisseur Ken Loach freut sich über den goldenen Ehrenbären für sein Lebenswerk.

43

"Die Romantik ist weg", witzelt Bill Murray in Anspielung auf seine langjährige Zusammenarbeit mit Wes Anderson. Sieben Filme hat er nun schon mit ihm gedreht. In "Grand Budapest Hotel", dem Eröffnungsfilm der diesjährigen Berlinale, hat er allerdings nur eine kleine Rolle. Die Stars des Films sind neben Ralph Fiennes vor allem Tony Revolori und Saoirse Ronan. "Es war eine große Ehre, mit all diesen tollen Darstellern zusammenzuarbeiten", erzählt die 19-jährige Saoirse. Selbstbewusst spricht sie in die Menge und scherzt mit einem Landsmann im Publikum, Saoirse ist Irin, über ihren Akzent.

Revolori dagegen ist ruhiger, an den Rummel um seine Person wird auch er sich aber sicher noch gewöhnen. Seine Leistung im Film als Lobby-Boy "Zero" ist jedenfalls überragend - von ihm wird man auch nach der Berlinale sicher noch viel hören.

Für Schauspielerinnen wie Tilda Swinton ist der Berlin-Besuch dagegen schon Routine: Hier stellte sie 1986 ihren Film "Caravaggio" vor, es war ihr erstes Film-Festival überhaupt.

Bei der Eröffnungsgala am Abend laufen sie dann alle über den roten Teppich: Jury-Mitglied Waltz, der eilig an den Reportern vorbeirauscht, Tilda Swinton mit kunstvoller Haartolle und auch Tony Revolori, der schüchtern in die Kameras lächelt. Auch die deutsche Schauspiel-Elite lässt sich das Spektakel nicht entgehen: Elyas M'Barek, Heike Makatsch, Veronica Ferres oder Hannah Herzsprung posieren in eleganten Outfits für die Fotografen und freuen sich über das brancheninterne Wiedersehen. Maria Furtwängler lässt sich sogar ganz locker von einer Reporterin das Etikett ihres Kleids vorlesen - sie hatte in der Aufregung den Designernamen vergessen. Später sitzen die Schauspieler zusammen im Kino und schauen "Grand Budapest Hotel" - die Berlinale hat begonnen.

Themen

Mehr zum Thema

Star-News der Woche