Benjamin Piwko: Oliver Pocher brachte ihn ins Krankenhaus

Benjamin Piwko ist vielen aus der diesjährigen "Let's Dance"-Staffel bekannt. Jetzt veröffentlicht er sein erstes Buch und erzählt im GALA-Interview, wie es dazu kam und wie Oliver Pocher ihm bei "Let's Dance" zur Seite stand.

Benjamin Piwko

Benjamin Piwko, 39, sorgte in diesem Jahr mit seiner Teilnahme bei der Tanzshow "Let's Dance" bei vielen Zuschauern für Begeisterung. Mit seiner Tanzpartnerin, Isabel Edvardsson, 37, belegte der gehörlose Schauspieler den 3. Platz. Jetzt steht ein neues Projekt in den Startlöchern. Sein Buch "Man hört nur mit dem Herzen gut" ist seit dem 11. November auf dem Markt.

Benjamin Piwko: "Es gibt immer einen Weg, sich zu verstehen"

GALA: Herr Piwko, Ihr neues Buch heißt "Man hört nur mit dem Herzen gut" – wie kam es zu dem Titel?
Benjamin Piwko: Ich wollte damit zeigen, dass man nicht hören können muss, um zu lieben, zu leben, glücklich zu sein. Eigentlich war mein Arbeitstitel "Man sieht und spürt und fühlt nur mit dem Herzen gut", aber so ist es kürzer und griffiger. Ich möchte die Kommunikation zwischen den Menschen verbessern und zeigen, dass das mit viel Herz am allerbesten geht. Egal woher man kommt, ob man hören kann oder nicht – es gibt immer einen Weg sich zu verstehen.

Benjamin Piwko

Der "Let's Dance"-Star wäre fast gestorben

Benjamin Piwko

Das Buch ist keine Autobiografie, sondern eine Sammlung von Anekdoten. Wieso haben Sie sich für diese Art von Buch entschieden?
Ich bin ja eigentlich noch zu jung, um eine Autobiografie zu schreiben. Aber nach "Let's Dance" wurde ich so viel gefragt, über mein Leben, wieso ich sprechen und Lippen lesen kann. Ich habe ja in der Sendung für meine Mutter getanzt, da wollten auch viele wissen, wie das damals war. Ich möchte Brücken bauen zwischen Hörenden und Gehörlosen. Über diese Anekdoten kann ich das gut vermitteln.

"Meine Mutter war meine beste Freundin"

Welche Anekdote aus dem Buch ist Ihre liebste oder die bedeutendste für Sie?
Natürlich, wenn ich über meine Mutter schreibe. Sie war meine beste Freundin und engste Vertraute. Ich habe das Gefühl, dass ich ihr ein kleines Denkmal setzen darf, indem ich über sie schreibe.

Sie sagen, Sie möchten mit ihrem Buch Brücken bauen zwischen Gehörlosen und Hörenden. Das haben Sie auch schon mit ihrer Teilnahme bei "Let’s Dance" geschafft - wie war diese Zeit für Sie?
Das war ein unglaubliches Abenteuer und eine ganz spezielle Zeit. Dass ich so viele Menschen mit meinen Tänzen erreichen und bewegen durfte, ist einfach wunderschön. Wenn im Studio keiner geklatscht hat, sondern die Gehörlosen-Geste für Klatschen gemacht wurde, hatte ich jedes Mal Tränen in den Augen.

Freundschaftliches Verhältnis mit Oliver Pocher

Es gab eine Show in der Sie sich eine Verletzung am Rücken zugezogen haben. Oliver Pocher hat Sie an diesem Abend ins Krankenhaus gefahren, wie kam es dazu?
Ich konnte nicht sitzen und hatte starke Schmerzen. Weil ich meine Rücken gar nicht krümmen konnte, konnte ich nicht in ein normales Auto einsteigen. Da wollten alle einen Rettungswagen rufen, aber ich wollte kein großes Aufsehen erregen und mit Blaulicht abtransportiert werden. Oli hatte die rettende Idee. Er fährt ein recht großes Auto und meinte einfach, er räumt seinen Kofferraum leer, klappt die Sitzbank um und ich kann mich hinten reinlegen. So hat er mich dann nachts ins Hotel gefahren. Das werde ich ihm nie vergessen. Er ist echt ein super Typ.

Wie würden Sie die Beziehung zwischen ihnen und Herrn Pocher beschreiben? Sind Sie durch die Show Freunde geworden?
Sehr gut. Ich finde ihn sehr lustig, wir haben viel Spaß miteinander. Freunde ist vielleicht zu viel gesagt, aber unser Verhältnis ist sehr freundschaftlich.

"Let's Dance"-Kandidat Benjamin Piwko

Wie er mit seiner amerikanischen Ehefrau kommuniziert

Benjamin Piwko
"Let's Dance"-Kandidat Benjamin Piwko beherrscht sowohl die Gebärdensprache als auch das Lippenlesen. Doch wie geht das mit seiner amerikanischen Ehefrau? Der gehörlose Schauspieler hat es uns bei der Eröffnung des "House of #BerlinColours" im Madame Tussauds verraten.
©Gala

Unterschiede machen das Leben spannend

Zurück zu ihrem Buch und dem Thema Brückenbau: Was können Ihrer Meinung nach Hörende von Gehörlosen lernen und umgekehrt?
Wichtig ist, dass man immer offen ist für die Stärken und Schwächen des anderen. Jeder ist anders. Manche sehen das als Bedrohung oder mit Furcht, dabei ist das doch unglaublich spannend. Wir können voneinander lernen, besser auf den anderen zu achten und aufeinander einzugehen.

Müssten Sie ihrem Leben einen Buchtitel geben, welcher wäre das?
Eigentlich passt "Man spürt, sieht und hört nur mit dem Herzen gut" perfekt. 

Verwendete Quellen: eigenes Interview, Instagram

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