Benedict Cumberbatch: Julian Assange warnte ihn vor Filmdreh

"WikiLeaks"-Gründer Julian Assange ist überzeugt davon, dass der Film "Inside WikiLeaks – Die fünfte Gewalt" dem Hauptdarsteller Benedict Cumberbatch schaden wird

Julian Assange riet Benedict Cumberbatch vom Filmdreh ab.

Pünktlich zur Weltpremiere des Polit-Dramas "Inside WikiLeaks – Die fünfte Gewalt" in Groß-Britannien hat die Datenplattform "WikiLeaks" einen Brief des Gründers Julian Assange an Hauptdarsteller Benedict Cumberbatch veröffentlicht. Assange riet dem britischen Schauspieler dringend ab, sich an dem Filmprojekt zu beteiligen. Seiner Meinung nach ist der Film ein "Rachefeldzug der USA" gegen ihn und seine Organisation. Dabei werden seine Person und sein Schaffen in einem völlig falschen Licht dargestellt. "Dieser Film wird gute Menschen und ihr Werk vernichten", schreibt er weiter. Cumberbatch würde dabei als "Auftragskiller" benutzt. Er solle sich deshalb gut überlegen, ob er die Rolle wirklich spielen wollte.

Den Brief hatte Benedict Cumberbatch schon Anfang des Jahres bekommen. Im Januar hatte er zur Vorbereitung seiner Rolle Assange ein Treffen vorgeschlagen, was dieser jedoch ablehnte: "Ich bewundere Ihre Arbeit und bin mir sicher, dass Sie nur die besten Absichten haben", schreibt Assange, "ein Treffen zwischen Ihnen und mir würde aber bedeuten, dass ich das Filmprojekt gutheiße. Ich muss Ihr Angebot mit tiefem Bedauern ausschlagen."

Benedict Cumberbatch suchte im Januar 2013 Kontakt zum "WikiLeaks"-Gründer Assange.

Cumberbatch äußert sich nur ungern zu dem Briefwechsel: "Unser Kontakt ist eine Sache zwischen ihm und mir." Er habe dem "WikiLeaks"-Gründer geantwortet und "ihm gesagt, dass der Film richtig gut ist. Dabei ist es bis heute geblieben", erklärte der 37-Jährige in einem Interview mit der Tageszeitung "Daily Record".

Der Film, der in Deutschland am 31. Oktober startet, basiert auf dem Buch "Inside WikiLeaks: Meine Zeit bei der gefährlichsten Website der Welt" des Assange-Vertrauten Daniel Domscheit-Berg (im Film gespielt von Daniel Brühl). Der deutsche Informatiker arbeitete über zwei Jahre lang mit Assange zusammen, bevor er "WikiLeaks" im September 2010 verließ. Grund dafür war ein Streit mit Julian Assange, den er in seinem Buch als autoritär und unfair beschreibt.

Cumberbatch spielt Assange (l.), Daniel Brühl seinen Mitarbeiter Daniel Domscheit-Berg (r.). "Inside WikiLeaks –Die fünfte Gewalt" startet am 31.Oktober.

"WikiLeaks" macht seit 2007 politische Daten und Dokumente öffentlich zugänglich, die dem Unternehmen meist anonym zugespielt werden. Im Juli 2010 veröffentlichte die Plattform das "Kriegstagebuch des Afghanistan-Kriegs", deren Dokumente von Servern des US-Militärs stammen sollen.

Die US-Regierung stuft den Australier als "Bedrohung der nationalen Sicherheit" ein und bereitet laut "WikiLeaks"-Informationen eine Anklage gegen ihn vor. Seit Juni 2010 befindet sich Julian Assange in der ecuadorianischen Botschaft in London, die ihm politisches Asyl garantiert. Seit 2010 läuft in Schweden gegen ihn ein Verfahren wegen sexueller Nötigung, sollte Assange die Botschaft verlassen, würde er verhaftet werden.

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