Barron Trump: So nah und doch so fern

Barron Trump steht als Sohn des US-Präsidenten im Schatten des übermächtigen Vaters – auch emotional. Denn Donald Trump zeigt wenig Interesse an seinem Jüngsten

Barron Trump

Solche Auftritte hasst er. Als , 11, vor Thanksgiving mit , 71, und Mama Melania, 47, bei der traditionellen Begnadigung zweier Truthähne im Garten des Weißen Hauses anwesend sein muss, macht er das, was er in der Öffentlichkeit meistens macht: teilnahmslos dreinschauen und seine Hände kneten. US-Präsident Trump hält seine Rede, spielt sich als Retter des Federviehs auf ("Ich glaube, ich habe mich noch nie so gut gefühlt!"). Alle schmunzeln – nur sein Sohn nicht. Publicity-Aktionen sind Barron ein Graus. Lieber würde er drinnen seine Mini-Helikopter kreisen lassen, Lego-Türme bauen oder sich Spiele seines Lieblings-Fußballclubs Arsenal London anschauen.

Keine Vorbereitung auf neues Leben

Im Gegensatz zu seinen Vorgängern als First Son (John F. Kennedy Jr. war Anfang der Sechzigerjahre der bisher letzte Sohn im Weißen Haus) und auch anders als die Bush- oder die Obama-Schwestern konnte sich Barron auf dieses Leben nicht vorbereiten. Sein Vater ist in der Politik ein Quereinsteiger. Zuvor war er als Immobilien-Milliardär "nur" einer der reichsten Männer der USA und ließ Little Donald, wie Melania ihren kleinen Schatz nennt, großzügig allein auf einem ganzen Stockwerk im New Yorker Trump Tower residieren.

Barron mit seiner Mutter Melania an dem Tag, als jetzt der XL-Weihnachtsbaum angeliefert wurde. Selbst da hellte sich Barrons Miene nicht auf

Einsamer Nachzügler

Zur Außenwelt hatte der blonde Junge, den die US-Presse wegen seiner schüchternen Art auch schon mal als autistisch einstufte, noch nie großen Kontakt. Zu seinem Dad aber auch nicht. Donald Trump gilt als Workaholic. Hinter den Kulissen wird zudem gemunkelt, dass er eigentlich gar kein Kind mehr wollte, schließlich hat er bereits je zwei erwachsene Söhne und Töchter aus seinen beiden vorherigen Ehen. Nachzügler Barron steht daher seinen Nichten und Neffen altersmäßig deutlich näher als seinen Halbgeschwistern (ihn und den erstgeborenen Donald Jr. trennen 28 Jahre). Donald Trumps dritte Ehefrau Melania wollte jedoch ein eigenes Kind. Ihr Mann stimmte unter der Bedingung zu, dass sie allein sich um dieses Kind kümmert. Finanziell gibt Donald Trump alles. Für Gefühle ist nur Mama zuständig.

Melania Trump sorgt liebevoll für Barron

Die First Lady gilt als liebevolle und gewissenhafte Mutter. Angeblich kocht sie noch immer selbst für Barron und packt ihm Lunchpakete für die Schule. Schon als er ganz klein war, cremte sie ihn nach dem Baden mit ihrer eigenen Kaviar-Feuchtigkeitscreme ein, versicherte: "Die liebt er." Und obwohl die Mehrheit der Amerikaner sie dafür verurteilte, blieb Melania nach der Wahl ihres Gatten zum Präsidenten konsequent mit Barron in New York, bis er dort im Sommer die fünfte Klasse beendet hatte. Als Mutter und Sohn mit fast einem halben Jahr Verspätung nach Washington zogen, sorgte Melania dafür, dass auch Barrons Großeltern an seiner Seite waren. Das Verhältnis zu Oma Amalija und Opa Viktor ist eng. Barron spricht fließend Slowenisch, Melanias Muttersprache.

Erster Schultag ohne Fototermin

Inzwischen ist er fast so hochgewachsen wie seine 1,80 Meter große Mutter. Er besucht jetzt die sechste Klasse der Privatschule St. Andrews, eine halbe Autostunde von Washington entfernt. An seinem ersten Schultag im September wurde bewusst kein Fototermin angesetzt. Daran haben auch die Ex-Präsidententöchter Jenna und sowie ihren Anteil. Sie baten eindringlich darum, Barron in Ruhe zu lassen: "Er verdient, was alle Kinder verdienen – Kind sein zu dürfen." Leicht ist das wirklich nicht, denn den Sohn des Staatsoberhaupts nehmen viele ins Visier. Zu Thanksgiving rief der IS seine Anhänger zu einem Anschlag gegen Barron auf.

Barron Trump

Der Präsidentensohn - ein ganz normaler Teenager!

Vor den Augen der Weltöffentlichkeit winkt Barron Trump während einer Rede seines Vaters Donald Trump im April 2017 vom Balkon des Weißen Hauses. Mutter Melania schaut dem Teenager stolz dabei zu. Doch der 12-Jährige, der hier so souverän wirkt, ist im Herzen ein Teenie wie jeder andere. 
Auch ein Milliardärssohn wie Barron Trump kennt mehr Begrüßungsrituale als das gediegene Händeschütteln. Hier gibt er seinem Halbbruder Donald Trump Jr. bei der "Republican National Convention" am 22. Juli 2016 die "Ghetto-Faust". Mama Melania gefällt es und schenkt ihrem Sohn ein strahlendes Lachen.
So ein Termin mit Papa auf der Arbeit kann ganz schön langweilig sein!
"Mama, hör' doch auf, an mir herum zu zupfen!" Ob sich Barron Trump das in dieser Situation gedacht haben mag? Bei der Amtseinführung von Vater Donald Trump als 45. US-Präsident der USA am 20. Januar 2017 rückt Melania Trump ihrem Sohn vor einem Millionenpublikum die Krawatte zurecht. Das Mama die Kleidung ordnet, dürfte er mit vielen Teenagern gemeinsam haben. 

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