Barbara Eligmann: "Ich bin keine Rampensau!"

Barbara Eligmann kehrt 17 Jahre nach ihrem TV-Abschied auf den Bildschirm zurück. In GALA erzählt sie, warum sie jetzt aber nur noch nach ihren eigenen Regeln arbeiten will

Barbara Eligmann

Ein kühler Blick, die Haare kurz frisiert und immer der gleiche Einstieg: "Willkommen bei 'Explosiv', mein Name ist Barbara Eligmann." So haben die RTL-Zuschauer sie acht Jahre lang erlebt, und so wurde die Moderatorin zu einem der Aushängeschilder des Senders. Doch all das ist mittlerweile lange her, im Dezember 2000 ging Eligmann das letzte Mal für "Explosiv" auf Sendung. Seitdem ist es eher ruhig um die heutige Dreifach-Mama geworden – bis jetzt, denn nun übernimmt die 54-Jährige die Moderation der US-Crime-Show "Abgründe – Unfassbare Verbrechen“ (samstags, TLC, 22.15 Uhr) und meldet sich damit im deutschen Fernsehen zurück.

Frau Eligmann, warum haben Sie damals bei RTL aufgehört?

Mit der Geburt meines ersten Kindes hat sich mein Leben verändert. Ich habe festgestellt, dass sich das Pensum meines Jobs nicht mit dem Muttersein vereinbaren lässt. Morgens am Telefon über Themen zu sprechen, während mein Kind auf der Krabbeldecke liegt – das hat nicht funktioniert. Zudem hatte ich gesundheitliche Probleme.

Inwiefern?

Unter der Belastung des Stillens und Arbeitens habe ich die Basedowsche Krankheit entwickelt. Zwei Jahre lang habe ich mit der Angst gearbeitet, dass mir irgendwann wortwörtlich die Augen aus dem Kopf kommen. Diese Krankheit trägt man genetisch in sich, sie wird aber oft durch Einflüsse wie Stress ausgelöst. (Anm. der Redaktion: Bei Morbus Basedow kommt es zur Schilddrüsenüberfunktion. Ein Symptom sind auch hervortretende Augen.)

Wie haben Sie das bemerkt?

Ich war in Portugal an der Algarve im Urlaub – eines der jodhaltigsten Gebiete Europas. Mein Kind war damals ein halbes Jahr alt, und ich habe noch gestillt. Meine Schilddrüse hat auf all das plötzlich reagiert. Ich stand im Supermarkt und hatte ein ganz komisches Gefühl, so, als hätte ich meinen Finger in der Steckdose. Also bin ich zum Arzt gegangen und habe mich medikamentös einstellen lassen.

Und dann haben Sie wieder angefangen zu arbeiten.

Genau. Als aber 2001 unser zweites Kind zur Welt kam und die Symptome erneut auftraten, habe ich mich gefragt, wa­rum ich mir das alles eigentlich antue. Warum ich jeden Tag eine Sendung gestalten und moderieren muss und ob es Arbeit nicht auch in einer anderen Dosierung für mich geben kann. Als Konsequenz daraus war das Leben mit und bei "Explosiv" für mich hinfällig.

Dennoch zieht es sie wieder zurück vor die Kamera …

Wenn das Angebot stimmt, also Inhalt, Konzept und Wahrheitsgehalt, dann nehme ich es gerne an. Für Sachen, die mich selber nicht interessieren, würde ich mein Gesicht nicht hinhalten. Ich bin keine Rampensau, die unbedingt vor der Kamera stehen muss.

Vermissen Sie das Leben in einer Nachrichtenredaktion?

Ich habe in meiner beruflichen Laufbahn genug erlebt, war dabei, als die Mauer fiel, als Lady Diana starb …Wenn solche großen Ereignisse heute geschehen, denke ich nicht: "Oh nein, jetzt stehe ich hier in meiner Küche und muss Kartoffeln schälen!" Wäre das so, würde ich es anders machen.

Und das, obwohl Sie früher keine Kinder wollten und keine begeisterte Hausfrau sind.

Es stimmt: Kinder haben in meinen Gedanken keine Rolle gespielt, bis ich meinen Mann kennengelernt habe. Mit der Liebe zu ihm ist auch der Wunsch nach einer Familie gewachsen. Trotzdem bin ich nicht gerne Hausfrau, putze nicht gerne Fenster oder schrubbe Böden. Was nicht bedeutet, dass ich nicht gerne Mutter bin. Außerdem habe ich ja zwischendurch auch gearbeitet, habe ein Kinderkochbuch geschrieben, Veranstaltungen moderiert und zwei Fernsehsendungen gedreht.

Wie sieht Ihr Alltag heute aus?

Ich kümmere mich hauptsächlich um unser Familienleben. Alle meine Kinder wohnen noch zu Hause, daher stehe ich um Viertel vor sieben auf, sorge dafür, dass alle aus den Startlöchern kommen, kümmere mich um den Hund, lese sehr gerne Zeitung – all das, was man als Mutter so macht. Ich habe mich noch nie als eine Berufsprominente empfunden, die auf jeden roten Teppich geht und auch nach Jahren der Abstinenz noch aus der Torte springt.

Besuchen Sie denn noch solche Veranstaltungen?

Nur wenn es mich wirklich interessiert. Es geht mir dabei aber nicht da­rum, möglichst oft in meinem Kleid fotografiert zu werden. Die Welt muss mich nicht auf dem Schirm haben. Tatsächlich bin ich auch schon am roten Teppich vorbeigegangen. Außerdem bin ich nicht so der Smalltalk-Mensch. In meiner Freizeit treffe ich mich lieber mit Leuten, mit denen ich mich intensiv austauschen kann.

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