Florian Ambrosius im Interview: "Für Konfliktpotenzial ist gesorgt"

"RTL" bringt ein neues Kuppelformat an den Start: "Bachelor in Paradise". Moderator Florian Ambrosius verriet uns, dass er im Laufe der Sendung auch mal einschreiten musste

Florian Ambrosius

Heute ist es so weit: "Bachelor in Paradise" feiert Premiere. Hinter dem neuen "RTL"-Format verbirgt sich eine Show, in der ehemalige Kandidatinnen und Kandidaten der Sendungen "Der Bachelor" und "Die Bachelorette" noch einmal die Möglichkeit erhalten, sich zu verlieben. Das hier auch Konfliktpotential vorherrscht - logisch. Das bestätigte auch Moderator Florian Ambrosius, 42, der im GALA-Interview verriet, dass er durchaus auch mal intervenieren musste.

Florian Ambrosius, kannten Sie jemanden der Singles persönlich?

Ambrosius: Einen Single aus dem Paradies kannte ich in der Tat persönlich: Paul Janke. Ich habe mich total gefreut, dass er dabei ist. Wir hatten so ein paar kleine Berührungspunkte im Vorfeld, haben zusammen Fußball gespielt. Ich habe mir die Singles aber natürlich  vorher angeschaut und kannte sie aus den "Bachelorette" - und "Bachelor"-Staffeln - den einen mehr, den anderen weniger – aber ich habe mich auf alle gefreut!

Was ist für Sie das Spannende am Medium Fernsehen? 

Das Medium Fernsehen ist für mich spannend, weil ich  in den letzten zwei, drei Jahren eine ganz schöne Entwicklung beobachte.  Ich finde , dass die Fernsehmacher wieder viel enger zusammen gerückt sind. Das war zwischendurch mal nicht mehr so. Ich habe so das Gefühl, dass alle, die jetzt im Fernsehbereich arbeiten, ein großes Interesse haben, ein gemeinsames, schönes Produkt abzugeben. Die Produktion von Bachelor in Paradise mit Warner Bros. zusammen, hat mich darin total bestätigt. Ein riesen Team - über 100 Leute - aber alle ganz eng beieinander. Da sitze ich dann abends und denke: Fernsehen kann richtig toll sein und richtig Spaß machen. Außerdem bin ich 1975 geboren und da ist man ja mit dem Fernsehen groß geworden,  daran halte ich  gerne fest. Ich mag Fernsehen!

Lieber eine Morgen- oder eine Abendsendung? 

Ich finde das ist wie Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Bei "Guten Morgen Deutschland" sind wir mitunter sehr nachrichtlich. Wir wollen den Zuschauer morgens abholen mit a) einem guten Gefühl und b) natürlich auch mit den nötigen Informationen. Wir haben eine Seherschaft, die morgens einschaltet und sagt "ich möchte informiert werden, ich möchte unterhalten werden und ich möchte abgeholt und mit einem guten Gefühl in den Tag entlassen werden". Das ist unsere Aufgabe. Da haben wir neben dem großen Informationsauftrag natürlich auch einen Unterhaltungsauftrag. Meine Aufgabe bei Bachelor in Paradise ist da schon etwas anders. Ich muss den Zuschauer zwar auch abholen und ihn informieren, aber eben auch unsere Singles und ich bin in dem Zusammenhang so etwas wie der Schiedsrichter. Was passiert als nächstes? Was kommt heute auf euch zu? Und meine Aufgabe ist dort auch mal ‚Stop!’ zu sagen oder etwas zu klären. Da habe ich schon einen anderen Auftrag, daher finde ich das sehr schwierig zu vergleichen. Ich kann aber sagen, dass ich mich sowohl hier als auch da total wohl fühle. Es fühlt sich beides sehr gut an. 

Mussten Sie bei "Bachelor in Paradise" auch mal intervenieren?

Ja, ich musste auch mal intervenieren. 

Und schlichten?

Wenn es da knallt – und für Konfliktpotential ist natürlich gesorgt bei „Bachelor in Paradise“ – dann lassen wir den Konflikt auch erst einmal bei unseren Singles. Die sind ja schon groß. Die sollen erst einmal diskutieren und versuchen ihre Probleme selber zu lösen. Wenn das gar nicht geht, dann bin ich immer noch da.

Wie gehen Sie damit um, jemanden in der Sendung zu enttäuschen? 

Das ist bei den Nächten der Rose ja ganz klar geregelt. Es gibt eine Rosenvergabe. Derjenige, der keine Rose bekommt , der fliegt nach Hause – und zwar sofort. In dem Moment, in dem ich den Single bitte, das Paradies zu verlassen, ist die Enttäuschung natürlich spürbar. Aber – und das ist ganz wichtig – alle Singles haben meine Aufgabe als Moderator dieses Formats von Anfang an total verstanden. Die wissen, wenn der Florian da rein kommt, dann gibt es Informationen und im Zweifel wird durch eine Information auch mal jemand enttäuscht. Aber das ist total akzeptiert und respektiert von Seiten der Singles. Deswegen war es uns auch wichtig, immer ein bisschen auf Distanz zu sein, denn wenn du zu nah dran bist, dann bekommt das eine sehr persönliche Ebene. Und die darf es in dem Fall eben nicht geben.

Wie viel Zeit haben Sie mit den Singles verbracht?

Im Herzen 24/7. Es ist wirklich so: Ich bin morgens aufgewacht und habe gedacht 'Ich muss sofort wissen, was heute Nacht passiert ist.’ Es war mega spannend jeden Morgen zu erfahren, was alles passiert ist!' Außerdem hatte ich natürlich immer dann Kontakt zu den Singles, wenn es einen Einzug gab und ich den oder die mit einem kleinen Talk  ins Paradies schicken durfte. Und dann gibt es die Nächte der Rosen durch die ich führe!. In der einen Woche vergeben die Männer die Rosen, in der anderen Woche die Frauen. Für die Zuschauer wird es besonders spannend sein, zu sehen, in welcher Reihenfolge die Rosen vergeben werden. Jeder Single kann nur eine Rose pro Rosenvergabe  empfangen. Wenn Person X zuerst seine Rose vergibt dann ist der Weg ja für Person Y versperrt. So können sich die Dinge verschieben und unsere Singles müssen neu denken. Das hat dann auch mit Taktik zu tun.

Merkt man den Kandidaten ihre TV-Erfahrung an? 

Ja, das merkst du sofort. Wobei – ich denke gerade so an die Ankünfte – da hast du schon gemerkt, wie aufgeregt manche Singles waren. Das hat man deutlich gespürt. Aber das ist ja normal, wer ist das nicht. Die wussten ja überhaupt  nicht was passiert. Und alle waren total gespannt auf wen sie treffen werden. ‚Kommt der, den ich mir wünsche oder kommt gar jemand, auf den ich gar keinen Bock habe? Natürlich merkst du bei dem einen oder anderen, dass sie wissen was sie wollen und was sie umsetzen möchten. Ob das jemand durchgezogen hat, wage ich zu bezweifeln, denn da sind Dinge passiert, die niemand erwarten konnte. Aber und das ist mir auch sehr wichtig, ich glaube trotzdem daran, dass unsere Singles sich verlieben wollten.

Ist es für die Kandidaten einfacher, andere Singles mit dem gleichen „Promi-Status“ zu daten?

Ich glaube das hat gar nicht so viel mit der Bekanntheit zu tun. Aber es ist vielleicht einfacher, jemanden kennen zu lernen, der auch so eine Vorerfahrung gemacht hat. Diese Menschen eint eben diese eine Sache und in der Öffentlichkeit hast du unter Umständen schon einen Stempel drauf. Denk mal an Paul: Der ist DER Bachelor. Und ich glaube, das macht es für ihn nicht unbedingt einfacher einen Menschen kennen zu lernen, Insofern – meine Meinung – waren die alle froh, dass da Menschen drin waren, die das auch schon einmal erlebt haben. 

Bachelor in Paradise 2018

Das sind die Kandidaten

Philipp Stehler, 29, "Die Bachelorette"  Philipp war Teilnehmer der dritten Bachelorette-Staffel 2015. Als Alisa Persch ihm nach dem gemeinsamen Dreamdate keine Rose überreichte, war der damalige Polizist sehr enttäuscht - er hatte sich in die Bachelorette verguckt. Der Schmerz ging vorbei, das Single-Dasein blieb: Mit seinem Bekanntheitsgrad gestaltete sich auch das Daten schwieriger. Der vielseitige Familienmensch ist seit mittlerweile fast fünf Jahren Single und wünscht sich, im Paradies endlich seine Mrs. Right zu finden. "Die Chancen stehen gut", sagt er. Welche der Damen er wohl ins Auge gefasst hat?
Pamela Gil Marta, 28, "Der Bachelor"  Pam ist in Santo Domingo geboren, in ihr stecken also 100% Dominikanische Republik und damit Feuer und Fröhlichkeit im Blut. Leider hat es für sie vor drei Jahren in der Staffel mit Oliver Sanne nur bis zur zweiten Folge gereicht. Im Paradies möchte Pam jetzt selbstsicherer auftreten und mit geballter Charme-Offensive ihr Single-Dasein nach vier Jahren endlich beenden. Ob Zoff mit Oliver vorprogrammiert ist? Auf ihn könne sie bei dem TV-Projekt verzichten, sagt sie.
Evelyn Burdecki, 29, "Der Bachelor"  Evelyn hatte 2017 bei Bachelor Sebastian Pannek keine Chance - sie wurde rosenlos nach Hause geschickt. Im Gedächtnis blieb die 29-Jährige trotzdem, vor allem durch ihre sympathisch-tollpatschige und unverwechselbare Art. Evelyn kann über sich selbst lachen, weiß ihre weiblichen Reize aber auch gezielt einzusetzen. Humorvoll oder romantisch - unterhaltsam wird es mit Evelyn im Paradies ganz sicher! 
Domenico de Cicco, 35, "Die Bachelorette"  Der Vollblut-Italiener war 2017 Teilnehmer in der Staffel von Bachelorette Jessica Paszka, bei der er vor allem mit seinem Charme und seiner Fürsorglichkeit punkten konnte. Domenico schaffte es unter die letzten fünf Männer, doch Jessicas Herz konnte er letztendlich nicht erobern. Jetzt freuen sich jetzt diverse Damen im Paradies darauf, den 30-Jährigen kennen zu lernen. Amore im Paradiso?

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Wer hat Sie am meisten überrascht? 

Es gab ganz viele Überraschungen. Ein Kandidat hat mich zum Lachen gebracht, ein Kandidat hat mich berührt,  – es gab so viele schöne, positive Überraschungen. Ich fand zum Beispiel dass Pam (Pamela Gil Fata, bekannt aus "Der Bachelor 2015", Anm. d. Red.) bei ihrer Ankunft, als sie mir gegenüber stand und ich mit ihr geplaudert habe, ein unglaublich positiver, lebensbejahender und netter Mensch ist. Auf der anderen Seite durfte ich ja auch Überbringer von Überraschungen sein – das hat es sehr bunt gemacht. 

Stehen schon weitere Projekte bei dir an? 

Ich bin mit der Situation jetzt total glücklich und super dankbar. Ich sage immer, wenn für Boris Becker Wimbledon das Wohnzimmer war, dann ist meins „Guten Morgen Deutschland“, da fühle ich mich super, da bin ich auch weiterhin sehr glücklich. Das ist eine tolle Fläche für mich. Ich habe im letzten Jahr auch noch einmal etwas Kinderfernsehen gemacht mit „Super RTL“, den „Super Toy Club“, das geht jetzt weiter. „Bachelor in Paradise“ hat mich auch beruflich und persönlich beeindruckt, eine großartige Erfahrung. Und da müssen wir gucken, wie sich das weiter entwickelt. Aber ich plane da gar nicht so gerne, ich lasse die Dinge auf mich zukommen, weil ich zufrieden bin. Ich bin dankbar für den Moment und  dass ich so eine Wertschätzung vom Sender bekomme. 

Haben Sie ein Beziehungsrezept? 

Ich bin mit meiner Frau schon 17 Jahre zusammen. Ich finde es total wichtig, dass man offen ist und ehrlich und mutig genug, bestimmte Dinge anzusprechen, auch wenn es mal weh tut. Und man muss akzeptieren, dass sich die Liebe mit zunehmender Dauer der Beziehung vielleicht auch mal anders darstellt. Nicht schlechter, aber anders. Ich finde es total schön, dass wir es Tag für Tag schaffen, den Alltag so positiv zu meistern. Dass wir zwei großartige Kinder haben, die so toll groß werden. Für mich ist Liebe heute nicht mehr jeden Tag Schmetterlinge im Bauch zu haben, sondern dass man es schafft, so eng beieinander und füreinander zu sein – das ist für mich Liebe. Da sind unsere Singles im Paradies aber noch ein Stück weg, die dürfen jetzt gerne mal mit den Schmetterlingen fliegen. 

Und zum Abschluss, Hand auf's Herz: Würden Sie die Sendung noch einmal moderieren?

Sofort. Nicht nur, dass wir an einem paradiesischen Fleckchen Erde waren, es war eine super intensive Zeit, wir haben alle an einem fantastischen Format zusammen gearbeitet. Setz mich heute in den Flieger, ich bin dabei.

+++ Wollen Sie bei "Bachelor in Paradise" immer auf dem Laufenden bleiben? Dann folgen Sie einfach unserem "Bachelor in Paradise" News-Ticker +++ 

Bachelor in Paradise

Neue Kandidaten und offizieller Trailer

Bachelor in Paradise Trailer und neue Kandidaten
Das ist der offizielle Trailer von "Bachelor in Paradise".
©RTL

 

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