Atze Schröder Moderne Comedy ist wie ein Popsong

Atze Schröder
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TV-Star Atze Schröder glaubt, dass Comedy heutzutage vor allem "schnell zu konsumieren" sei.

Atze Schröder (47) hat "im richtigen Moment" Karriere gemacht.

Mitte der 90er Jahre schaffte der Comedian ('U-900') den Sprung ins Rampenlicht, seither hat er sich vom Talkshow-Gast zu einem der beliebtesten Komiker Deutschlands gemausert. Mit der 'Main Post' sprach der Star über die Veränderung, die das Genre Comedy in den letzten Jahren durchgemacht hat: "Mittlerweile ist die Comedy immer mehr zum Popgeschäft geworden. Comedy funktioniert heute wie ein Popsong, geht nicht mehr besonders tief, ist schnell zu konsumieren. Hoch die Tassen - und weg." Doch auch andere Formate, allen voran die Scripted Reality, beäugt die Kunstfigur kritisch: "Man fragt sich ja, wohin das alles noch führen soll. Ich habe 'Berlin - Tag & Nacht' gesehen, da denkst Du: 'Das ist jetzt der endgültige Untergang.' Aber wahrscheinlich ist das in zwei, drei Jahren noch gesundes Mittelmaß", sinnierte Schröder.

Er selbst schrieb mit der RTL-Reihe 'Alles Atze' Geschichte, glaubt aber nicht, dass so ein Format heute noch einmal umzusetzen wäre: "Ich denke mal, dass wir so etwas wie 'Alles Atze', diese Kioskserie, heute nicht mehr machen könnten", war Schröder überzeugt, "weil die Fernsehschaffenden so etwas gar nicht mehr durchwinken würden. Und weil die Ironie heute vielleicht nicht mehr erkannt würde, weil einige das alles für bare Münze nehmen würden."

Dass er seit 1995 in der Öffentlichkeit ausschließlich als die von ihm erfundene Kunstfigur Atze Schröder und nie als reale Person auftritt, hat der Comedian nie bereut: "Nee, wirklich nicht. Mir macht das richtig Spaß, auch wegen der Ironie, die ich auf der Bühne ausleben kann. Und Atze hat sich ja auch weiterentwickelt, er ist nicht mehr der, der er vor 15 Jahren war. Das ist einfach auch die Art des Humors. Man macht ja immer die Comedy am besten, über die man selber gerne lachen würde beziehungsweise lacht. Und da fühle ich mich sehr wohl."

Sogar für wohltätige Zwecke setzt Atze Schröder sich ein: Er kämpft gegen Kindersklaverei in Ghana. "Meine Aufgabe dabei ist es hauptsächlich, Spendengelder einzutreiben, damit dann in Ghana etwas Vernünftiges auf die Beine gestellt werden kann. Und das gelingt natürlich als öffentlicher Atze Schröder besser, dann kommt man schon mal eher ins Vorstandsbüro, um da etwas Budget locker zu machen."

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