Ashton Kutcher: Retter in der Not?

Nach ihrem Zusammenbruch braucht Demi Moore Hilfe von allen Seiten. Ihre Töchter, ihre Freunde und sogar Noch-Ehemann Ashton Kutcher würden sie gern von einer Therapie überzeugen

Alles vergessen, sich glücklich, frei und unbeschwert fühlen.

Kurz: ein besseres Leben führen! Was für ein trauriger Irrglaube, dass ausgerechnet Pillen und Lachgas so etwas schaffen könnten. Stattdessen ist Demi Moore, 49, in der Notaufnahme des "Sherman Oaks Hospitals" in Los Angeles gelandet. Erschöpfung und Magersucht lautet die Diagnose, wohl auch Drogenabhängigkeit. Von der Stärke, die sie in den vergangenen Wochen auszustrahlen schien, keine Spur. "Sie hat in letzter Zeit öfter was genommen", stammelte eine Freundin von ihr in dem dramatischen Notruf. Das Protokoll des Gesprächs dokumentiert, wie schlecht es der Schauspielerin in der Nacht des Zusammenbruchs ging. Von Krämpfen war die Rede, dass "Demi glüht" und "kaum bei Bewusstsein" ist.

Energydrinks sollen in den vergangenen Wochen die einzige Nahrung der abgemagerten DemiMoore gewesen sein.

Demi Moore hat die Klinik erstaunlicherweise nach wenigen Tagen schon wieder verlassen. Doch ihr Hilfeschrei ist angekommen. Bei Tochter Rumer, 23, die offenbar auch in besagter Nacht bei ihrer Mutter war, sofort in die Klinik eilte und dem Rest der Familie kettenrauchend vom Zustand der Mutter berichtete. Und auch bei Noch-Ehemann Ashton Kutcher, dessen verzweifelter Gesichtsausdruck bei der Ankunft aus Brasilien in Los Angeles Bände sprach. "Ashton ist tief betroffen und sorgt sich sehr um Demi", so ein enger Freund gegenüber dem US-Magazin "People". Gefühllosigkeit war ihm von vielen Medien zunächst vorgeworfen worden, als er kurz nach Demis Zusammenbruch Partyfotos von sich aus Südamerika ins Internet gestellt hatte. Vermutlich hatte er da noch gar nichts von der Katastrophe gehört. Vielleicht aber hat er sie anfangs auch gar nicht als solche erkannt. Denn Demis Krisen und Drogen-Rückfälle, so wissen wir heute, sind ihm vertraut und haben schon die Ehe schwer belastet. Sie waren neben seiner Untreue auch ein Grund für die endgültige Trennung vor zwei Monaten.

Doch während sich Demis Verzweiflung während der knapp siebenjährigen Ehe in peinlichen Auftritten oder kryptischen Tweets äußerte, scheint sie jetzt dramatische Formen angenommen zu haben. "Demi wird bald 50, und ihr ganzes Leben löst sich auf. Sie weiß nicht, wo sie steht, was noch kommt", wird eine nahe Quelle zitiert. Die schöne Schauspielerin ist offenbar schwer krank, physisch und psychisch. So schwer, dass sie ohne professionelle Hilfe nicht mehr aus diesem Tal herauskommt. Umso erschreckender, dass Demi Moore die Klinik schon wieder verlassen hat. Der Wunsch, sich in eine Rehab - Entzug und Psychotherapie - zu begeben, müsste von ihr selbst kommen. Nur wer entmündigt wird, wie einst Britney Spears, kann dazu gezwungen werden. Und das meist auch nur, wenn die Betroffenen eine Gefahr darstellen, etwa für Kinder. Darum geht es bei Demi glücklicherweise nicht.

Rumer Willis, hier vor dem "Sherman Oaks Hospital", informierte Ashton Kutcher über den Zustand ihrer Mutter Demi Moore.

Eine Gefahr für sich selbst aber ist sie ganz offensichtlich: Das Inhalieren von Lachgas, so Experten, kann verheerende Folgen für die Gesundheit haben. Von Erschöpfungszuständen über Taubheitsgefühle bis zu Bewusstlosigkeit und Erstickungsgefahr reichen die Risiken. Dass das Stickstoffoxid auf Demis ausgemergelten Körper zerstörerisch wirkt, wundert da nicht. Warum ist sie überhaupt, und das offenbar schon vor Jahren, wieder in diese Abhängigkeit geraten, die sie schon Anfang der Achtziger fest im Griff hatte? Damals hatte sie Alkohol und Kokain konsumiert und erst einen Entzug gemacht, als Regisseur Joel Schumacher 1985 drohte, ihr die Rolle in "St. Elmo’s Fire" wegzunehmen. War es nun die Angst, ihrem 16 Jahre jüngeren Ehemann nicht mehr zu genügen? War es die vor sich hindümpelnde Karriere, die am Selbstbewusstsein kratzte? Gerade hatte sie eine neue Rolle angenommen, sollte in der Biografie "Linda Lovelace" die Feministin Gloria Steinem spielen. Dass den Part wegen der jüngsten Ereignisse statt Demi nun Sarah Jessica Parker spielen wird, ist ein neuer Tiefschlag. Wie schwach Demis Selbstwertgefühl sein mag, zeigen auch die vielen Schönheitsoperationen, denen sie sich unterzog. Während sie sich nach außen als Powerfrau präsentierte, muss ihre Seele zerbrechlich gewesen sein. Die hatte wohl schon in der Kindheit Schaden genommen, als Demi in einer zerrütteten Familie aufwuchs. In ihrer eigenen Familie wollte sie es ganz anders machen - und steht jetzt doch vor der dritten Scheidung.

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Familie Willis-Moore
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Andererseits muss sie auch oft richtig gehandelt haben. Denn ihre Familie hält zusammen, kümmert sich rührend um sie und wird jetzt behutsam Überzeugungsarbeit leisten: Die Töchter Rumer und Scout, 20, sowie Tallulah, 17, Ex-Ehemann Bruce Willis und auch Ashton Kutcher müssen die Verzweifelte dazu bewegen, sich in stationäre Therapie zu begeben. Dabei helfen können ihnen die echten Freunde von Demi. Dagegen ist der Wert scheinbar mitfühlender Nachrichten über Twitter oder Facebook, wie sie etwa von Melanie Griffith, Eva Longoria und Marcia Cross verbreitet wurden, fraglich. Genau wie die Behauptung der Regisseurin Patty Jenkins, Demi sei "in Ordnung", es gehe ihr gut. Ernster wirken da die Absichten von Freundinnen wie Kirstie Alley, die an Demi Moores Stärke appellieren. Auch Madonna telefoniert seit Wochen fast täglich mit ihrer Freundin. Der Popstar selbst hat ebenfalls schon zwei Ehen hinter sich, die 50 überschritten und jede Menge Drogenerfahrung. Auch in Sachen Karrieretief und Schönheitschirurgie kann Madonna mitreden. Wer könnte Demi besser davon überzeugen, dass nur das pure Leben frei, glücklich und unbeschwert machen kann? Tatjana Detloff

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