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Annika Lau über Ehemann Frederick Lau "Ich habe oft das Gefühl, ich bin alleinerziehend"

Annika Lau + Frederick Lau
Annika Lau + Frederick Lau
© Getty Images
Seit fünf Jahren sind Annika und Frederick Lau verheiratet. Warum ihre Ehe so spannend wie schwierig ist, verrät sie im GALA-Interview.

Als wir Annika Lau, 41, am Mittag im Berliner "Hotel de Rome" treffen, hat sie schon einen langen Tag hinter sich – seit 4.30 Uhr. Ihr jüngster Sohn Bruno, sieben Monate, ist Frühaufsteher. Da ist Action angesagt. Und die scheint in den Genen dieser Familie zu liegen! Oberhaupt ist Frederick Lau, 30, einer der angesagtesten Schau­spieler im Land und aktuell gleich in drei großen Filmen zu sehen, unter anderem in "Nightlife". Schlagzeilen machte er gerade auch mit einer Raufe­rei in einem Elektromarkt.

Annika Lau packt Ehemann Frederick Lau auch mal "am Nacken"

Wenn An­nika von den Macken ihres Ehemanns, des Vaters ihrer drei Kinder, erzählt, fühlt man sich oft wie in einem seiner Filme – die Spannung hält bis zur letzten Minute. Ihr Mann ist bekannt für seine Emotionalität und seine Eskapaden. Er betont, dass er ohne Sie manch falsche Entscheidung getroffen hätte und froh sei, dass Sie ihn auch mal "am Nacken packe".


Wann haben Sie ihn zuletzt gepackt?
Das mache ich fast tagtäglich. Freddy braucht das. Sie glauben ja gar nicht, wie viele Flausen der Mann im Kopf hat! Er ist wirklich sehr emotional und ein genialer Schauspieler. Ich sage immer: Genie und Wahnsinn bedingen sich gegenseitig. Man muss ein Domp­teur sein, um damit klarzukommen. Und er kann auch nur schwer "Nein" sagen, etwas, das ich bei unseren Kin­dern täglich tun muss. (lacht) Eigent­lich schlafe ich alle paar Monate neben einem neuen Ehemann ein.


Was genau lieben Sie an ihm?
Ich bin sehr stolz auf ihn und auf das, was er tut. Wenn er strahlt, dann strahlt die ganze Welt um ihn herum. Er zieht die Menschen in seinen Bann, er wird bewundert. Freddy steht dann da wie auf einem Podest. Was die wenigsten sehen: Ich bin das Podest! Das ist zwar spannend, aber auch schwierig und anstrengend.


Sie haben drei Kinder, die zwischen sechs Jahren und sieben Monaten alt sind. Wie hat sich Ihr Leben verändert?
Ich kann sagen, ich habe seit sechs Jahren weder aus- noch durchgeschlafen. Das vermisse ich schon sehr. Außerdem habe ich früher so gut wie täglich Sport gemacht. Und früher war ich so entspannt! Mit Kindern hat man automatisch mehr Sorgen und Ängste. Trotzdem würde ich mein jetziges Leben um keinen Preis der Welt eintauschen wollen.


Sie sind elf Jahre älter als Frederick. War das mal ein Thema?
Nein. Zu Anfang habe ich gedacht: "Was will der von mir oller Schachtel?" Ich hatte die Befürchtung, mich immer wieder aufs Neue beweisen zu müssen, aber den Zahn hat Freddy mir schnell gezogen. Für ihn war sofort klar: Wir gehören zusammen. Du bist meine Frau, ich bin dein Mann.


Ihren Beruf als Moderatorin, in dem Sie sehr erfolgreich waren, haben Sie für die Familie aufgegeben. Ist Ihnen das nicht schwergefallen? 
Ich gebe gerne zu, dass das eine Umstellung war. Ich hatte auf einem unglaublich hohen Level gearbeitet. Ich liebe meinen Beruf und habe ihn anfangs schmerzlich vermisst. Wenn man ein Teamplayer ist und plötzlich ohne Team dasteht, dann ist das komisch. Das geht wohl jeder jungen Mutter so. Man fühlt sich erst mal allein. Aber man findet Wege, um alles unter einen Hut zu bringen. Ich stehe zwar gerade nicht mehr vor der Kamera, dafür bin ich sehr erfolgreich als Sprecherin tätig. Mit meinem Kollegen Sebastian Fenske – auch ein junger Vater – habe ch außerdem einen eigenen Podcast rund um Kinder und Familie. Das macht großen Spaß.


Unterstützt Sie Ihr Mann?
Es war von Anfang an klar, dass Freddy oft nicht zu Hause sein wird. Er ist ein verdammt guter Schauspieler und dreht einfach momentan sehr viel.


Wie ist er als Vater?
Freddy ist ja selbst noch ein Kind, wie er oft betont. Insofern ist er eher die Spaß-Fraktion. Aber wenn er erzieht, dann ist er sehr streng. Ich habe leider einen großen Fehler gemacht, weil ich ihm nie die volle Verantwortung für unsere Kids übertragen habe. Das liegt aber in der Natur der Sache. Wenn Freddy dreht, ist er wie gesagt nur selten da, nicht mal jedes Wochenende. Ich habe oft das Gefühl, ich bin alleinerziehend. Wenn er nach Hause kommt, dann ist entweder Chaos, weil sich die Kinder so freuen. Oder er ist ausgepowert von den Dreharbeiten, die es teilweise eben auch in sich haben.


Und die Corona-Zeit?
Die war sehr belastend, ich hatte zeitweise wirklich vier Kinder zu Hause. Nur so viel dazu: Über rumliegende Sachen darfst du dich bei Kindern und Männern nie aufregen. (lacht)


Werden Sie beneidet, mit einem der bekanntesten deutschen Schauspieler verheiratet zu sein?
Ja, schon. Ich muss aber auch oft schmunzeln und denke mir dann: "Hey, Leute, lauft gerne mal eine Woche in meinen Schuhen rum." Ich fürchte, die Blasen sind dann schnell da.


Nervt es Sie als erfolgreiche TV-Frau, mitunter auf die Rolle als "die Frau von" reduziert zu werden?
Früher haben mich Menschen nach einem Foto von mir gefragt. Jetzt ist es anders. Man fragt Freddy und mich nach einem Foto – und drückt mir dann den Fotoapparat in die Hand. Ich selbst sehe mich aber nicht als "die Frau von". Ich bin nach wie vor eigenständig und selbst erfolgreich, auch wenn es auf eine andere Art und Weise ist als früher. Man sollte als Frau auch nicht auf etwas reduziert werden, weil man Ehefrau und Mutter ist. Das war eine bewusste Entscheidung.


Wann war Ihre letzte Date Night?
Am 15. Januar 2019, als wir während der Fashion Week bei der Marc-Cain-Show waren. Danach wurde ich schwanger. Freddy hat seither gefühlt 123 Filme gedreht. (lacht)


Womit haben Sie sich in- zwischen arrangiert – und wo knallt es regelmäßig zwischen Ihnen?
Ich werde mich nie damit arrangieren, dass ich keinen Sport mehr machen kann. Dafür fehlt einfach die Zeit. Aber Freddy geht Tennis spielen oder golfen! Lustig wird es, wenn er sagt: "Nimm dir doch die Zeit!" Männer eben. Ich will mich aber nicht beschweren, ich liebe meine Kinder. Außerdem weiß jede Mutter von drei Kindern, dass das quasi Sport ist.


Ihr Mann hat mit seinem Schauspielkollegen Kida Khodr Ramadan ein Buch über Männerfreundschaft geschrieben. Kann der eigene Mann auch so etwas wie eine "beste Freundin" sein?
Nein. Mein Mann ist nicht meine beste Freundin und auch nicht mein bester Freund. Wir sind klassische Liebende. Bei uns fliegen die Fetzen. Ich habe schon mehrfach aus meinem Umfeld gehört, dass in Ehen oft aus Liebe Freundschaft wird, das ist bei uns nicht so. Wir reiben uns viel, wir streiten und wir kämpfen auch viel miteinander. Jeder fordert Verständnis für sich und seine Situation ein. Ich sehe das so: Wo Reibung ist, da entsteht viel Wärme, und genau diese Wärme ist das, was uns zusammenhält. Ich hätte es gerne manchmal etwas ruhiger. Aber ich liebe unsere Familie.

Gala

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