Anne Apitzsch Familien-Drama in der Schwangerschaft

Anne Apitzsch und ihr Ehemann Mahmoud
Anne Apitzsch und ihr Ehemann Mahmoud
© Meike Kara
Jede Frau wird wohl glücklich sein, wenn ihre große Liebe bei der Geburt des gemeinsamen Kindes dabei ist. Anne Apitzsch hat dieses Glück vielleicht nicht

Täglich nimmt der Bauch an Umfang zu, das Baby darin wächst und wächst. Es bewegt sich, tritt. Begeistert legt der werdende Papa seine Hand auf die Kugel. Hilft seiner Frau, wo er nur kann, schließlich wird sie immer kraftloser und matter. Sie besuchen zusammen Geburtsvorbereitungskurse, richten das Kinderzimmer ein, fiebern der Ankunft ihres ersten Kindes entgegen.

Die Behörden, das Hindernis

All das dürfen "Unter uns"-Schauspielerin Anne Apitzsch und ihr Mann nicht gemeinsam erleben. Ihnen wird diese wertvolle Zeit genommen. Weil rund 3000 Kilometer zwischen ihnen liegen - da hilft auch kein Flugzeug. Denn die deutschen Behörden sind das große Hindernis. Der Ehemann der 41-Jährigen lebt in Ägypten und darf nicht nach Deutschland einreisen. Es sind nur noch zwei Monate, bis das Baby zur Welt kommt. "Wir versuchen seit Januar, dass Mahmoud zur Geburt unseres ersten Kindes nach Deutschland reisen darf", erzählt Apitzsch Gala.de.

Eigentlich sind die beiden schon seit September 2014 nach deutschem Recht verheiratet. "Doch das reicht nicht. Danach muss man einen Familienzusammenführungsantrag stellen, dieser muss bei der deutschen Botschaft in Kairo bestellt werden. Und dann geht das alles nach Berlin zum Auswärtigen Amt und die schicken das an die Ausländerbehörde des Wohnorts. Dort wird das alles auch noch einmal geprüft und die entscheiden dann, ob der Ehepartner kommen darf oder nicht", so die Schauspielerin. Eine langwierige Odyssee. Ende: offen.

Verpasst der werdende Vater die Geburt?

Denn die Behörden lassen sich viel, viel Zeit. Nun liege der Antrag aber endlich bei der Ausländerbehörde in Köln auf dem Tisch. "Die haben mir gesagt, dass sie eine Bearbeitungszeit von drei bis vier Monaten haben und dass sie Anträge normalerweise nicht vorziehen dürfen", so die 41-Jährige. Unfassbar, dass bei Hochschwangeren da keine Ausnahme gemacht wird!

Aus lauter Verzweiflung steigt die Schauspielerin sogar in den Flieger, um ihren Mahmoud, 30, sehen zu können. "Eigentlich soll man schwanger sehr wenig fliegen, aber ich halte es einfach nicht aus. Ich bin jetzt insgesamt dreimal hin und her geflogen, habe das auch mit meinem Arzt abgesprochen. Öfter wäre auch nicht gegangen. Derzeit bin ich wieder bei ihm. Aber ich muss in zwei Wochen wieder weg, man darf nur bis zu sechs Wochen vor der Geburt fliegen. Ich denke, so wie es aussieht, werde ich auch da wieder allein sein." Rund 30 Mails habe sie bisher an die Behörden geschrieben, gebracht haben sie nichts. Mittlerweile fühle sich ihr Ehemann nicht gewollt in diesem Land.

Hochschwanger und auf sich allein gestellt

Tragisch für die kleine Familie: Mahmoud könnte die Geburt seines Kindes verpassen. "Doch das ist nicht mal das Schlimmste. Eine Geburt bekommt man schon irgendwie hin, aber die Zeit danach wird besonders hart. Ich kann doch nicht von meinen Freunden verlangen, dass die sich alle Urlaub nehmen, nur um mir zu helfen - dass sie für mich einkaufen, mir Essen machen", so der "Unter uns"-Star verzweifelt gegenüber Gala.de. Besonders traurig: Auch ihre Mutter könne nicht helfen, da sie an Krebs erkrankt sei. Und so muss sich die hochschwangere Frau ganz allein durchbeißen, sich mit Sorgen quälen, die auch das Kind in ihrem Leibe fühlt.

Vielleicht schubst ja in der Kölner Ausländerbehörde ein Mitarbeiter aus Versehen den Stapel mit den Anträgen um - und ganz zufällig landet Anne Apitzschs Mann ganz nach oben auf der Liste. Denn es ist wohl nichts trauriger, als ganz allein zu sein, wenn das gemeinsame Kind ohne Beisein des Papas zur Welt kommt und dieser die ersten Lebensmonate verpasst.

ida Gala

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