Shoppen, Pediküre & Schokolade: Angelique Kerber verrät, was sie neben Tennis noch so liebt

Angelique Kerber will es in Wimbledon allen zeigen. GALA traf die erste deutsche Tennis- Queen seit Steffi Graf und fragte, was sie motiviert

Zum GALA-Interview mit Luise Wackerl kam Angelique Kerber direkt vom Training. Ihre "Glückskette" mit einem Kranz aus Brillanten trägt sie nicht bei Spielen, sondern auch privat.

Um die Scampis in ihrer Gazpacho-Suppe löffelt Angelique Kerber, 30, herum. Die mag sie nicht, obwohl sie echt nicht mäkelig ist. 

Angelique Kerbers größter Luxus: Zeit für sich haben 

Beim gemeinsamen Lunch mit GALA auf Mallorca gibt sich die erste deutsche Tennis-Queen seit Steffi Graf ganz unprätentiös. Voriges Jahr belegte sie mit 12,6 Millionen Dollar Platz zwei im "Forbes"- Ranking der bestbezahlten Sportlerinnen weltweit. Ihr jüngster Deal: Pünktlich zu Wimbledon ist Kerber die neue Botschafterin der Privatjet- Flotte Netjets. Ihr größter Luxus? Kein Schnickschnack, sondern Zeit für sich.

Angelique Kerber belegt aktuell Platz 11 der Weltrangliste.

GALA: Nach Platz eins in der Weltrangliste steckten Sie 2017 in einer Krise. Jetzt haben Sie sich wieder nach oben gekämpft. Wer motiviert Sie am meisten?

Angelique Kerber: Meine Familie und Freunde geben mir viel Kraft, aber motivieren muss ich mich am Ende selbst. Meine Mutter und meine Schwester sind nicht bei allen Turnieren dabei. Aber sie kommen, wenn ich jemanden aus der Familie um mich herum brauche. Manchmal habe ich das Bedürfnis, nicht nur über Tennis zu sprechen, sondern einfach mal zwei Stunden shoppen zu gehen oder einen Kaffee zu trinken.

Ihre Schwester hat in Kiel einen Beauty-Salon. Wie wichtig ist Ihnen Schönheit? 

Mein Aussehen ist mir schon wichtig. Wenn ich zu Hause bin, gehe ich bei meiner Schwester zur Maniküre und Pediküre. Beim Turnier trage ich immer lackierte Fingernägel. Wenn ich mir die Nägel mache, kann ich abschalten. Ich bin eine Frau, Styling gehört für mich dazu.

Sie tragen eine Brillantkette.

Die habe ich von meiner Familie zum 30. Geburtstag bekommen. Wobei ich auch öfters wechsle. Mit Ketten zu spielen hat eine größere Bedeutung für mich. Nicht nur, weil ich es schön finde, sondern auch, weil ich in manch kniffliger Situation auf dem Platz einen Talisman benötige. (lacht)

Was mögen Sie nicht an sich?

Ich bin immer kritisch mit mir. Aber da gibt es nicht wirklich etwas, was ich dringend an mir ändern möchte. Ich lege sehr viel Wert auf Natürlichkeit.

Stichwort: Ana Ivanovic...

Mit Ana habe ich schon vor 15 Jahren zusammen gespielt. Wir haben uns von Anfang an sehr gut verstanden. Konkurrentinnen waren wir nur während der Matches. Es ist schwer, so eine tiefe Freundschaft wie die mit Ana zu finden. Sie hat sich zwar aus dem Profisport verabschiedet, aber die Verbundenheit  zwischen uns bleibt für immer.

Sprechen Sie nur über Tennis?

Nein. Wir haben zwar mal das gleiche Leben gelebt, reden aber vor allem über private Dinge, die uns bewegen.

Dazu Kaffee oder Wein? 

Das kommt auf die Uhrzeit an. (lacht)

Hat sich Ana verändert, seit sie Mutter geworden ist?

Überhaupt nicht. Natürlich hat ihr Leben einen anderen Fokus bekommen. Sie ist sehr herzlich, sehr nett – einfach Ana. Basti passt sehr gut zu ihr.

Sie sind Single. Ist es schwierig, einen Partner zu finden?

Man kann die Liebe nicht planen. Ich bin fast jede zweite Woche an einem anderen Ort, das macht es nicht einfach. Aber es ist in meiner Situation nicht unmöglich. Es gibt Kolleginnen, da funktioniert es. Nur so viel: Er sollte mich zum Lachen bringen.

Wo entspannen Sie?

Die meiste freie Zeit verbringe ich in Polen bei meinen Großeltern. Sie betreiben in Puszczykowo eine Tennisanlage, die "Angie" heißt. Dort kann ich nach einem stressigen Turnier abschalten und in Ruhe trainieren. Meine Eltern und Schwester kommen auch. 

Werden Sie dort verwöhnt?

Es ist toll, wenn ich mal nicht in ein Restaurant gehen muss, sondern von meiner Oma bekocht werde. Ihre polnischen Spezialitäten sind so lecker – mein Lieblingsgericht sind Piroggen (Teigtaschen, Anm. d. Red.). Ich darf das nur nicht jeden Tag essen. (lacht) Ab und zu gönne ich mir auch ein Dessert, ein Stück Schokolade oder Eis.

Ihren offiziellen Wohnsitz haben Sie in Polen. Fühlen Sie sich deutsch oder polnisch?

Ich habe schon als Kind die Sommerferien bei meinen Großeltern verbracht und spreche Polnisch. Aber ich bin Deutsche, das ist gar keine Frage.

Sie treffen viele bekannte Persönlichkeiten. Welche hat Sie am meisten beeindruckt?

Barack Obama. Vor seinem letzten Deutschlandbesuch 2016 rief die Botschaft an. Er wollte mich beim Mittagessen kennenlernen. Mit dabei waren unter anderem Dieter Zetsche, Dunja Hayali und Maria Furtwängler. Wir mussten die Handys abgeben, passierten drei Sicherheitsschleusen und haben eine Stunde auf ihn gewartet. Ich war richtig nervös – es ging ja viel um Politik und das auf Englisch.

Und dann?

Obama hat eine wahnsinnige Ausstrahlung. Er spricht ganz ruhig, drückt sich aber sehr konkret aus. Er ist wie seine Töchter ein großer Tennis- Fan und hat erzählt, dass er mich 2016 in New York beim Finale gesehen hat. Ich bin damals die Nummer eins der Welt geworden. Barack Obama weiß auf jeden Fall, wer ich bin. (lacht)

Können Sie Ihr Leben in der Öffentlichkeit eigentlich genießen?

Ich finde es schön und verstecke mich nicht. Häufig werde ich am Flughafen angesprochen, wahrscheinlich auch, weil ich mit Tennistasche unterwegs bin. Wenn ich merke, dass Leute mich erkannt haben, sich aber nicht trauen, gehe ich auch mal auf sie zu und sage: "Wollen wir ein Foto machen?" 

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