Angelina Jolie: Angelinas Versöhnung

Dank Brad Pitt ist Angelina Jolie mit ihrer Vergangenheit ins Reine gekommen -jetzt lebt sie ihren Traum von einer Drei-Generationen-Großfamilie

Sie lachen miteinander, haben sich an den Schultern umfasst, als sie das "Mandarin Oriental" verlassen und in den New Yorker Nebel entschwinden.

Es wirkt so, als wolle , 36, gar nicht mehr loslassen - und umgekehrt. Die Nähe, die tiefe Wärme zwischen den beiden Frauen ist am Morgen nach der Premiere von Angelinas Regiedebüt "In The Land Of Blood And " für jeden spürbar. Schon am Vorabend hatte , 71, mit ihrem Mann , 70, Angelina auf dem roten Teppich unterstützt, der ganzen Welt gezeigt: Wir gehören zusammen! Solche Szenen waren lange undenkbar, denn die Eltern von , 48, hatten Angelina gemieden. Jetzt, sechs Jahre nachdem sich ihr Sohn in Angelina verliebte, ist alles anders. Und nur zwei Tage nach New York, bei der Los-Angeles-Premiere ihres Films, noch eine fast unwirkliche, berührende Szene: Angelina umarmt ihren Vater , 72, mit dem sie jahrelang kein Wort gewechselt hat. So viel Familie gab’s noch nie bei Angelina Jolie. Und dann gleich drei Generationen!

Skepsis überwunden: Jane, 71, und Bill Pitt , 70, kamen jetzt erstmals zu einer Premiere von Angelina Jolie. Angelina fühlt sich wohl bei Brads Eltern - und die beiden schwärmen überschwänglich von ihr.

Wie emotional Hollywoods bestbezahlte Schauspielerin diese Lebensphase erlebt, konnten die TV-Zuschauer in den USA bereits kurz vor den Premieren sehen und hören. Als Angelina in der CBS-Sendung "60 Minutes" gefragt wird, wer als Mutter ihr Vorbild sei, schwärmt sie von ihrer eigenen Mom , die vor vier Jahren starb. "Sie war so würdevoll, so unglaublich großzügig", sagt sie, und ihre Stimme erstickt fast. Tränen schießen ihr in die Augen. "Sie war besser als ich", sagt sie leise und schiebt wie entschuldigend hinterher: "Das ist mein wunder Punkt."

Die offen gezeigte Wertschätzung ihrer Quasi-Schwiegereltern ist angesichts dieser Selbsteinschätzung noch schöner. Beide sind "unglaublich stolz" auf Angelina, weil sie "eine tolle Künstlerin und eine wirklich tolle Mutter ist". Bisher hatte man so was von Jane und Bill Pitt nicht gehört. Stattdessen hielten sie engen Kontakt zu Brads Ex-Ehefrau ; regelmäßige Telefonate und Weihnachtseinladungen inklusive. Angelina war ihnen zu exaltiert, zu unberechenbar. Heroinexzesse, angeblicher Sado- Maso-Sex mit , Blut- und Messerspielchen mit ihrem damaligen Ehemann Billy , öffentliche Zungenküsse mit ihrem Bruder , 38 - nicht gerade das, was man sich von einer Schwiegertochter wünscht. Auch über die schweren Phasen ihres Lebens spricht Angelina Jolie im CBS-Interview: "Ich habe zu viel ausprobiert, zu viele Grenzen überschritten, ich bin zu oft zu weit gegangen." Der Wendepunkt in ihrem Leben kam 2002 in Kambodscha, wo Angelina "Tomb Raider" drehte. "Dort habe ich gelernt, dass die Erde größer ist, als ich bis dahin gedacht hatte, und dass es wichtigere Dinge als Filme gibt." Sie adoptiert den damals einjährigen Maddox. Was folgte, war ein holpriger Start als Mutter. "Ich wusste nicht, ob ich ihm eine einzige Flasche oder 30 Flaschen geben muss, schließlich bin ich nie Babysitter gewesen. Also rief ich meine Mutter an", sagte Angelina dem US-Nachrichtenmagazin "Newsweek", das sie jetzt mit einer Titelgeschichte würdigte. Eine ungewöhnliche Ehre für eine Schauspielerin.

Angelina Jolie und Brad Pitt

Das ist ihr Familienalbum

18. Februar 2018   In Los Feliz genießt Hollywoodstar Angelina Jolie ihren Lolli, während sie mit ihren Töchtern Shiloh und Zahara auf leckere Pizza to go wartet. 
30. Januar 2018    Ruhm hat seine Vorteile: Angelina Jolie und ihre Kids Shiloh, Vivienne, Maddox, Pax, Zahara und Knox erhalten eine private Führung durch das Louvre.
9. Januar 2018   Gute Laune während der "National Board of Review"-Gala: Angelina Jolie, Shiloh und Zahara grinsen auf dem Red Carpet um die Wette.
8. Januar 2018   Groß ist er geworden - und scheinbar ein richtiger Herzensbrecher: Sohn Pax Thien während der Golden Globe Awards an der Seite seiner sichtbar stolzen Mutter Angelina Jolie.

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Die Zeit der Funkstille ist vorbei - Angelina Jolie und ihr Vater Jon Voight haben zueinandergefunden.

Drei Jahre nach Maddox’ Adoption kommt Angelina mit Brad Pitt zusammen: Er ist das entscheidende Puzzleteil. "Brad hat mein Leben in so viele Richtungen erweitert, die ich mir nie vorstellen konnte. Er ist nicht nur die Liebe meines Lebens, er ist meine Familie. Durch ihn habe ich eine Familie bekommen und gelernt, deren Glück und Wohlergehen vor mein eigenes zu stellen."

Dieses solide Fundament machte Angelina auch bereit für die Aussöhnung mit ihrem Vater. Der Schauspieler Jon Voight hatte die Familie verlassen, als Angelina erst ein Jahr alt war. Dass er ihre Mutter betrogen hatte, konnte Angelina ihm lange nicht verzeihen. Der Tiefpunkt: 2002 ließ Angelina das "Voight" offiziell aus ihrem Namen streichen. Und im gleichen Jahr plauderte Jon Voight im Fernsehen darüber, dass seine Tochter an psychischen Problemen leide. Die Folge: jahrelange Funkstille. Doch der Tod ihrer Mutter 2007, da hatte Angelina bereits eine eigene Familie, brachte sie dazu, sich um ihren Vater zu bemühen. "Ich dachte an meine Kinder, die niemals ihren Großvater kennenlernen würden, und an meinen Vater, der allein war." Heute ist Jon Voight ein begeisterter Großvater, findet seine Enkel "clever und wunderschön". Sogar skypen hat er für sie gelernt. Bedingung für das neue Miteinander von Vater und Tochter: Über vergangene Zeiten wird nicht gesprochen, schon gar nicht öffentlich. Auch Jane und Bill Pitt sollen so oft wie möglich mit den Kids zusammen sein, daher ließen Angelina und Brad einen Teil ihres französischen Anwesens Château Miraval ausbauen, mit eigenem Wohntrakt für Oma und Opa. Jane und Bill sollen dort möglichst jeden Sommer im Clan verbringen.

Angelina Jolie hat die emotionalen Mängel ihrer Vergangenheit überwunden. Zwar gibt es ihre dunkle Seite immer noch, wie sie gesteht: "Das ist ein Teil von mir." Aber jetzt sei "alles an seinem Platz". Grenzen überschreiten will sie auch heute, nun aber zum Wohle der Menschheit. Immer wieder zieht es sie in Krisengebiete. Dann packt sie ihr Rüstzeug -regenfeste Kleidung, Taschenlampe, Notizblock -und reist als UN-Sonderbotschafterin nach Libyen, Sierra Leone oder in den Sudan. Die Erfahrungen inspirierten sie zum Skript des BalkanDramas "In The Land Of Blood And Honey". Schwere Kost, aber ein echtes Anliegen für Angelina Jolie.

Über dieses Projekt spricht sie mit großem Engagement. Doch wenn die Rede auf ihre sechs Kinder kommt, funkeln ihre Augen. "Pax ist wild. Aber er ist wie einer dieser Punkrocker - wenn man sie richtig kennenlernt, sind sie zahm wie Kätzchen." Unheimlich lustig sei es, Brad und Shiloh zuzusehen, wie sie Squad fahren üben und Shiloh sich weigert, "etwas über die Funktion von Bremsen zu lernen. Sie ist die Kombination aus uns beiden." Dann wird sie wieder ernst: "Meine Familie bedeutet mir alles, ohne sie wäre ich nichts." Kein Pathos. Die schlichte Wahrheit. Mehr Nachwuchs ist zurzeit nicht geplant, aber auch nicht ausgeschlossen. Und das Dauerthema Hochzeit? Angelina Jolie: "Wir haben erklärt, dass wir uns aneinander gebunden haben, als wir beschlossen haben, eine Familie zu gründen." Heute muss sie keinen Blut-Flakon um den Hals tragen oder mit Drogen experimentieren, um sich zu spüren. Heute hat sie in ihrer Familie Frieden gefunden. Hili Ingenhoven,

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