Angelina Jolie + Amal Clooney: Sie sind ihre schärfsten Konkurrentinnen

Angelina Jolie hat sich von der Schauspielerin zu einer ernst zu nehmenden politischen Stimme gemausert. Das war Amal Clooney schon immer

Lange volle Mähnen, schöne Gesichter und eine einnehmende Aura. Angelina Jolie und Amal Clooney sind sich ähnlich. Sehr. Und deshalb hassen sie sich. Angeblich. Doch die beiden auf ihre Äußerlichkeiten zu reduzieren, das wäre zu banal. Denn in ihren attraktiven Hüllen verbergen sich zwei wache, gebildete Geister. Und die strotzen vor Ehrgeiz und Kraft. Sie greifen nach Macht - und sind dabei ihre schärfesten Konkurrentinnen.

Angelina Jolie - vom Sexsymbol zum Politstar

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Wenn der Teufel einen Namen hätte, er würde Angelina Jolie heißen. Zumindest vor rund 15 Jahren. Denn zu dieser Zeit war La Jolie provokant, exzessiv, hemmungslos. Irre. Die Geschichten sind bekannt: Sie nahm früher Drogen, verletzte sich selbst, knutschte leidenschaftlich mit ihrem Bruder, trug das Blut ihres damaligen Ehemannes Billy Bob Thornton um den Hals. Wer hätte gedacht, dass ihre diabolische Seite einer engelsgleichen weichen würde? Damals wohl nicht mal sie selbst.

Im November 2000 drehte sie in Kambodscha "Lara Croft: Tomb Raider". Ein Film, der sie endgültig zum Superstar empor hob. Und ein Film, der ihr Leben kräftig durchschüttelte und einen Sinn gab. Sie kam im verminten Kambodscha zum ersten Mal persönlich mit humanitären Problemen in Kontakt. Und ihr Weg kreuzte den von Maddox, ihrem zukünftigen Sohn, den sie 2002 adoptierte. Weitere Adoptionen folgten. Billy Bob Thornton wich Brad Pitt, mit dem sie seit 2005 zusammen ist. Passt auch viel besser, denn Pitt ist umweltpolitisch aktiv, ruhig, gesetzt.

Der Wandel der Jolie

Seit 2001 engagiert Angelina Jolie sich als Sonderbotschafterin für das Flüchtlingshilfswerk UNCHR, bereist Krisengebiete, spricht mit Betroffenen, spendet Millionen. Die politische Arbeit gerät immer stärker in den Fokus. Selbst ihr Wirken als Regisseurin in "In the Land of Blood and Honey" (2011) dreht sich um den Balkankrieg.

Dennoch verschwindet sie nicht vollkommen hinter den Kameras. Sie bleiben auf sie gerichtet, aber in einer anderen Position: Mittlerweile sieht man Angelina Jolie immer häufiger hinter Mikrofonen sitzen - mit ernster Miene, in Business-Outfits. Denn es gibt Wichtigeres als die bunte verlogene Glitzerwelt Hollywoods: die Realität. Und diese diskutierte sie gerade erst vor dem UN-Sicherheitsrat: Sie rief die Vertreter im Sicherheitsrat dazu auf, die syrischen Flüchtlinge doch einfach selbst zu besuchen. "Der Zweck der UNO ist, Konflikte zu verhindern und zu beenden. Wir sind gescheitert, dies in Syrien zu tun." Außerdem sprach sie auch das Flüchtlingsdrama im Mittelmeer an, wo mehr als 1300 Menschen ertranken: "Es macht krank, wenn man sieht, wie Tausende Flüchtlinge direkt vor den Toren des wohlhabendsten Kontinents der Welt ertrinken“, klagte sie an. „Niemand riskiert das Leben seiner Kinder auf diese Weise, außer aus größter Verzweiflung."

Angelina Jolie nutzt ihre Bekanntheit, um Aufmerksamkeit zu schaffen. Ganz langsam arbeitet sie sich politisch vor, engagiert sich immer stärker - und all das in einer Seriosität, die man ihr damals garantiert nicht zugetraut hätte.

Amal Clooney - Star wider Willen

Amal Clooney hat all das, wofür Angelina Jolie lange kämpfen musste: Anerkennung. Die Britin mit den libanesischen Wurzeln wird geschätzt und bewundert - seit Jahren. Denn die 37-Jährige ist eine Super-Anwältin. Sie studierte Rechtswissenschaften in Oxford und New York. Seit 2010 arbeitet sie für die Londoner Kanzlei Doughty Street Chambers. Fachgebiet: Menschenrechtsfragen und internationales Recht. Ihre Klienten: Wikileaks-Gründer Julian Assange und die die ukrainische Ex-Ministerpräsidentin Julija Timoschenko - unter anderem. Viele Fälle, die in ihren Händen landen, werden vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag verhandelt. Der ehemalige UN-Chef Kofi Annan engagierte sie sogar als seine Beraterin im Syrienkonflikt.

Ganz im Gegensatz zu Angelina Jolie ist die Politik für Amal Clooney das absolute Spitzen-Fachgebiet - das ist der Weg, den die Londonerin ohne Umwege oder Entgleisungen im Stechschritt geeilt ist. Eine Karriere, die rasanter hätte nicht laufen können. Beispiellos. Amal weiß, was sie will. Und nun kennt die ganze Welt ihren Namen - durch ihre Ehe mit Mega-Star George Clooney, 53. Doch im gleißenden Rampenlicht Hollywoods fühlt sie sich nicht wohl. Das zeigte ein Kameraschwenk während der "Golden Globes 2015" auf ihr Gesicht ganz eindeutig.

Ihre Heimat ist die Politik und nicht der Film. Das ist da, wo Angelina Jolie noch hin will: Sie erschließt die Politik für sich mehr und mehr für sich - und lässt die Traumfabrik immer weiter hinter sich.

Amal und Angelina: Anthipathie auf den ersten Blick

Amal und Angelina sind nun in den gleichen Kreisen unterwegs, haben einen gemeinsamen Freundeskreis. Denn George Clooney und Brad Pitt sind die allerdicksten Freunde. Im Gegensatz zu Angelina Jolie und Amal Clooney: Sie können sich nicht ausstehen. Angelina soll die Rechtsanwältin angeblich als knallharte Bedrohung ansehen, wie ein Insider gegenüber "International Business Times" ausplauderte. "Es macht sie fertig, dass Amal all das ist, was sie nicht ist: gebildet, kultiviert, respektiert und in einer verdienten Machtposition", so die Quelle. Außerdem solle Jolie Angst davor haben, dass Clooney ihr den Rang im Freundeskreis abläuft.

Dies sei angeblich auch der Grund gewesen, warum Angelina nicht auf der Hochzeit von George und Amal erschien: "Angie legte in letzter Minute ihr Veto ein. Für sie ist es ein Machtspiel, und sie wollte Amal verletzen", so die Quelle weiter. Vor einigen Monaten trafen Angelina und Amal während einer UN-Tagung in London aufeinander. Sie sahen sich nicht an, saßen sehr weit voneinander entfernt.

Traurig. Dabei könnten beide Frauen ein wirklich tolles Power-Duo abgeben. Die eine ist Leinwandlegende, mit Leib und Seele politische Aktivistin. Die andere eine politische Star-Anwältin, deren Gesicht seit einigen Monaten nun auch auf den Covern der Magazine abgebildet ist. Als Team wären sie perfekt. Denn es gibt Wichtigeres als Zickereien: die Realität.

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