Angela Merkel: Es war nicht ihr erster Schwächeanfall

Angela Merkel erschreckte mit ihrem Zitteranfall. Angeblich war es nur Wassermangel, doch es war nicht das erste Mal, dass die Kanzlerin einen Schwächeanfall erlitt

Angela Merkel, Wolodymyr Selenskyj

Lebt Angela Merkel, 64, über ihre gesundheitlichen Verhältnisse? Diese Frage stellen sich Millionen von Bundesbürgern. Beim Empfang des neuen ukrainischen Staatspräsidenten Wolodymyr Selenskyj, 41, und dem Abspielen der Nationalhymne zitterte die Bundeskanzlerin plötzlich am ganzen Körper.

Der Ukraine-Botschafter Andrij Melnyk, 43, war so geschockt, dass er später der "Bild" anvertraute: "Zuerst konnte ich meinen Augen nicht trauen und dachte, es war nur der Wind. Dann habe ich gebetet und den lieben Gott ersucht, dass die Kanzlerin sich schnell wieder wohlfühlen würde. Nur kurze Zeit später war sie Gott sei Dank wieder fit."

Laut Angela Merkel war es Wassermangel

Angela Merkel führte ihren Schwächeanfall auf die Hitze und einen Wassermangel zurück: "Ich habe inzwischen mindestens drei Gläser Wasser getrunken. Das hat anscheinend gefehlt. Insofern geht es mir sehr gut." Bereits 2014 hatte sie beim CDU-Parteitag einen Schwächeanfall und musste ein Interview abbrechen. Und bei einer Reise nach Mexiko überkam sie ebenfalls das Zittern. Auch damals wurden Hitze und Wassermangel diagnostiziert.

Die Kanzlerin gilt als organisch gesund. Sie trinkt kaum Alkohol, isst in Maßen, und das Rauchen hatte sie schon vor Jahrzehnten aufgegeben. Doch sie hat einen Job, der zu den stressreichsten der Welt zu zählen ist. Ihr voller Terminkalender ist teilweise im Netz einsehbar. Im Extremfall ist sie auch rund um die Uhr im Einsatz. Anständige Erholungsphasen sind im Amt des Bundeskanzlers offenbar nicht vorgesehen.

Schock-Moment bei Angela Merkel

Zitter-Anfall der Kanzlerin

Wolodymyr Selenskyj, Angela Merkel
Am 18. Juni zitterte Merkel beim Empfang des neuen ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj heftig. Es war der erste Vorfall dieser Art. Mittlerweile hat die Bundeskanzlerin zwei weitere Zitteranfälle erlitten.
©Gala

Das Amt bringt höhere Belastung als Normalbürger

Ihr ganz normaler Alltag dürfte, rein zeitlich betrachtet, für einen Normalbürger der totale Ausnahmezustand sein. In der Regel steht sie morgens zwischen 6:00 und 6:30 Uhr auf. Wenn ihr Tag nicht völlig durchgetaktet ist, macht sie ihrem Ehemann Prof. Joachim Sauer, 70, in ihrer Mietwohnung neben der Berliner Museumsinsel das Frühstück, wie sie selbst einmal sagte.

Sie könnte auch in der Dienstwohnung des Kanzleramts logieren, wie es ihr Vorgänger Gerhard Schröder, 75, gemacht hat, da wären die Wege kürzer. Doch Merkel schätzt die wenigen Stunden Privatsphäre, obwohl auch da stets der Personenschutz dabei ist. Zwischen 7:00 und 8:00 Uhr bringt sie ein gepanzerter Dienstwagen (Audi A8) ins Kanzleramt. In ihrem Büro im siebten Stock überfliegt sie die Nachrichtenlage und eine Auswahl an Presseartikel, die ihre Mitarbeiter zusammengestellt haben.

Ihr Alltag ist streng getaktet

8:30 Uhr: Die tägliche Morgenlage in einem abhörsicheren Raum. Merkel trifft sich mit etwa zehn engsten Mitarbeitern, unter anderem ihre Büroleiterin, der Kanzleramtschef und der Regierungssprecher. Die Runde spricht auch streng vertrauliche Themen offen an, Details dringen nicht nach draußen, Zuwiderhandlungen werden mit Zutrittsentzug geahndet.

Um 9:30 Uhr ist zum Beispiel jeden Mittwoch Kabinettssitzung mit allen Ministern bzw. deren Stellvertretern. Das Gremium berät und beschließt unter dem Vorsitz der Kanzlerin die nächsten Vorhaben der Bundesregierung, z.B. Gesetzentwürfe, Verordnungen oder Initiativen. Im Anschluss daran steht, falls keine anderen Termine anfallen, was in aller Regel der Fall ist, normale Regierungsarbeit am Schreibtisch im Kanzlerbüro auf dem Tagesprogramm. Dafür sind zwei Stunden vorgesehen.

Am Mittag ist keine Zeit zum Durchatmen

In der Mittagszeit empfängt die Kanzlerin häufig Gäste und ab und an Staatsgäste wie in dieser Woche den ukrainischen Präsidenten. Dann wird nach der Begrüßung mit militärischen Ehren gemeinsam gegessen, das Menü bereitet der Koch des Kanzleramts zu. Eine Pause ist für die Kanzlerin aber nicht vorgesehen, denn unmittelbar nach dem Essen tritt sie mit ihrem Gast vor die Presse. Anderthalb bis zwei Stunden sind in der Regel für solche Termine vorgesehen. Anschließend zieht sich Angela Merkel um und lässt sich von ihrer Stylistin noch mal schminken und frisieren.

Am Nachmittag geht Angela Merkel meist auf Reisen. Es sind Besuche, Empfänge und Reden in Deutschland, oft auch im näheren Ausland (z.B. Brüssel) vorgesehen. Dabei benutzt sie Regierungsflugzeuge, Hubschrauber oder ihren Dienstwagen. Am Mittwoch (19. Juni) steht z.B. ein Besuch in Goslar an, am Abend nimmt die Kanzlerin an der Konferenz "Morals and Machines" in der Frauenkirche in Dresden mit Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik teil.

Auch am Wochenende bleibt kaum Zeit für Privates

Der Samstag ist gemeinhin ebenfalls für Besuche und Gespräche vorgesehen. Möglicherweise ergibt sich dann schon mal die eine oder andere Gelegenheit, etwas früher am Tag in die Privatwohnung zu kommen. Die Abende unter der Woche sind für Veranstaltungen mit Arbeitsessen vorgesehen.

Der Arbeitstag der Kanzlerin endet zwischen 22 Uhr (im günstigsten Fall) und Mitternacht oder darüber hinaus. Bei Ereignissen wie Koalitionsverhandlungen, Gipfeltreffen, Eurokrise etc. ist die Nachtruhe eher kurz, und am nächsten Tag wartet der nächste Arbeitsmarathon.

Fashion-Looks

Der Style von Angela Merkel

Angela Merkel setzt sich beim G20-Gipfel in Osaka modisch in Szene. Im Laufe ihrer Karriere hat sie gelernt, Farben für sich sprechen zu lassen. 
Zum Asien-Europa-Treffen am 19. Oktober 2018 in Brüssel erscheint die Kanzlerin in einer altbewährten Kombination aus Blazer, schwarzer Stoffhose und schlichten, ebenfalls schwarzen Halbschuhen. Die Farbe Fuchsia zählt zu einer der Lieblingsfarben von Angela Merkel. 
Mit einem Lächeln posiert unsere Kanzlerin zusammen mit ihrem Mann Joachim Sauer und dem niederländischem Premierminister Mark Rutte auf der Eröffnungsfeier des Bayreuth Festivals. Auffällig ist, dass Merkels allzeit geliebter Blazer auch in ihrer Abendgaderobe einen besonderen Stellenwert einnimmt. In beschichteter Optik kombiniert sie einen flaschengrünen Blazer zum farblich abgestimmten, knielangen Rock.
Beim Treffen mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron im Juni 2018 setzt Angela Merkel auf einen Statement-Blazer in der Farbe rot. Dazu ihre Lieblingskombination mit einer schwarzen Stoffhose und schwarzen Schuhen. 

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Verwendete Quellen: SpotOnNews

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