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Amira Pocher "Seitdem ich Mutter bin, verstehe ich meine Mutter viel besser"

Amira Pocher
Amira Pocher
© Picture Alliance
Amira Pocher über neue Gefühle, die Kraft der Familie – und wie Oliver reagierte, als er vom zweiten Baby erfuhr.

Manche schaffen es, alles, was sie tun, lässig und leicht aussehen zu lassen. Amira Pocher, 27, gehört zu diesen Menschen, obwohl ihr Leben seit einem Jahr ein wilder Ritt ist. Ihr erstes Kind, ein Junge, ist gerade mal neun Monate alt, jetzt ist sie wieder schwanger. Außerdem steht sie regelmäßig mit Ehemann Oliver Pocher, 42, vor der Kamera. Und nun startet noch ein weiteres Projekt.

GALA: Anfang nächsten Jahres bekommen Sie Ihr zweites Kind. Was ist bei dieser Schwangerschaft anders?
Amira Pocher: Bislang verläuft sie total problemlos. Mir ist weder übel, noch bin ich geruchsempfindlich, wie ich es bei der ersten Schwangerschaft war. Manchmal vergesse ich sogar, dass ich schwanger bin, weil es mir so gut geht.

Spüren Sie denn schon Bewegungen?
Ja, ich spüre mein Kind schon länger. Anders ist übrigens, dass ich dieses Mal weniger Ruhe habe. In der ersten Schwangerschaft war ich zu Hause, konnte entspannen, hatte keinen beruflichen Stress. Ich war zwar viel mit Olli unterwegs und habe ihn zu Jobs begleitet, aber ich hatte trotzdem nie Stress. Dadurch, dass ich jetzt gemeinsam mit ihm vor der Kamera stehe, ist alles ein bisschen aufregender.

Wie sieht’s mit typischen Schwangerschaftsgelüsten aus?
Manchmal müssen es saure Süßigkeiten sein. (lacht) Wie bei meiner ersten Schwangerschaft.

Sie haben schnell nachgelegt, was die Familienplanung angeht. Wie groß ist der Respekt vor der Belastung?
Ziemlich groß, denn ich habe dann ja zwei Windelkinder. Manchmal habe ich sogar ein bisschen Angst davor – das ist aber ganz normal, glaube ich. Meine Geschäftspartnerin von Mania ist Mutter von Zwillingen. Sie hat zu mir gesagt: "Amira, es ist wirklich anstrengend, aber gleichzeitig auch ein absoluter Segen, weil sie sich gegenseitig haben." Ich bin froh, dass mein Sohn ein Geschwisterchen bekommt, mit dem er etwas anfangen kann. Ich sehe die beiden schon als best friends, habe vor Augen, dass sie ein super cooles Team werden und ich eine stolze Mama von zwei Kindern.

So hat Oliver Pocher auf Baby Nummer zwei reagiert

Wie hat Ihr Mann reagiert, als Sie ihm gesagt haben, dass Sie wieder schwanger sind?
Wie immer mit Humor. Er hat gelacht! Das hat er beim ersten Mal auch getan. Er hat immer schon Anspielungen gemacht, dass der Kleine kein Einzelkind bleiben soll. Natürlich hat unser Sohn schon drei Geschwister (aus Oliver Pochers Ehe mit Alessandra Meyer-Wölden; Anm. d. Red.). Aber sie leben leider nicht hier. Uns war klar, dass wir nachlegen wollen.

Ist die Pocher-Familie noch weiter ausbaufähig?
Erst mal hätte ich gern die nächsten ein, zwei Sommer meine Taille wieder. Dann können wir weiterreden. (lacht)

Sie machen jetzt auch Mode, mit der "TGTHER"-Kollektion von Mania, einem Label, das Fashion vor allem für stillende Mütter macht. Wie kam es dazu?
Auf einer Messe in Frankfurt sind die beiden Geschäftsführerinnen zunächst mit Olli ins Gespräch gekommen und haben ihn augenzwinkernd gefragt, ob sich mit ihm die Idee zu einer Still-Kollektion entwickeln ließe. Das war der erste sympathische Aufhänger. Dann stellte sich heraus, dass sie an einer Zusammenarbeit mit mir interessiert waren. Als wir das erste Mal so richtig gesprochen haben, war ich gerade frisch schwanger mit meinem Sohn. Erst hatte ich Bedenken, weil ich gar nicht wusste: Kann oder werde ich überhaupt stillen? Jetzt passt es besser denn je.

Amira Pocher: "Ich habe es geliebt zu stillen!"

Hat das Stillen beim ersten Kind gut geklappt?
Ich habe es geliebt zu stillen! Und ich habe mich schwergetan abzustillen, weil ich es so toll fand, mein Kind einfach mit meinem Körper ernähren zu können. Das ist für mich immer noch ein Wunder. Ich habe auch viel abgepumpt und bin immer wieder erstaunt, was da machbar ist. Mein Kleiner war so unfassbar unkompliziert. Dem war es egal, ob er Brust oder Fläschchen bekommt. Ich hatte mit Entzündungen zu kämpfen, habe aber nicht aufgegeben, sondern sämtliche Kompressen und Silberhütchen ausprobiert.

Was war Ihnen jetzt beim Design bei Ihrer Kollektion wichtig?
Zum Beispiel, dass man genug Platz hat beim Stillen. Oft sind die Stillzugänge zu knapp geschnitten. Eine normale Frau hat in der Stillzeit schnell mal ein D-Körbchen, und man will sich ja locker bewegen können. Es soll bequem sein und trotzdem cool aussehen. Ein wichtiger Punkt für mich war der Bund am Bauch. Man hat nach der Geburt ein Restbäuchlein, und die alten Klamotten passen noch nicht wieder. Da kam mir der Gedanke eines Joggers, der so lässig aussieht, dass man ihn gerne draußen trägt. Zudem finde ich es toll, wenn man im Familien-Partnerlook cool und lässig zusammen matcht.

Machen Sie das wirklich manchmal als Familie?
Unbewusst schon. Ich merke, dass Olli sich bei seinen Outfits ab und zu mir anpasst. Er ist sowieso nicht besonders eitel und zieht auch manchmal Sachen an, die ich ihm rauslege. Ich habe Spaß daran und finde es total cool, wenn wir alle drei den gleichen Look tragen.

Mit Olli machen Sie auch Fernsehen. Gerade erst wurde der Vertrag für Ihre gemeinsame Show "Pocher – gefährlich ehrlich!" verlängert. Haben Sie damit gerechnet?
Eigentlich realisiere ich den Erfolg noch gar nicht so wirklich. Ich bin da ohne Erwartungen reingegangen. Olli hat komplett an die Show geglaubt. Das ist eines seiner Erfolgsgeheimnisse: Er hat ein sehr gutes Gespür dafür, was funktioniert und was nicht. Ich folge ihm und habe volles Vertrauen. Wenn er mir sagt, ich kann das, dann versuchen wir’s halt, so wie bei der Show. Es ist aufgegangen. Auch dass zu unserem Live-Podcast Tausende von Menschen in die Autokinos kommen, einfach, um uns zwei Stunden zuzuhören – das hätte ich nicht gedacht.

Oliver Pocher und Amira Pocher
Oliver Pocher und Amira Pocher
© Getty Images

Sie sind ein Familienmensch. Wie wichtig ist es Ihnen, dass alle mit einbezogen werden?
Sehr wichtig! Mein Bruder arbeitet inzwischen bei der Firma, die unsere Sendung produziert. Und meine Mutter kommt oft zu Besuch, das ist mir jetzt besonders wichtig, weil sie ihre Rolle als Oma so unfassbar liebt und auslebt. Sie kommt mindestens einmal im Monat, um ihren Enkel zu sehen. Es bricht mir jedes Mal das Herz, wenn sie sich vom Kleinen verabschieden muss. Da könnte ich heulen.

Hat sich Ihre Beziehung zu ihr verändert, seitdem Sie selbst Mutter sind?
Absolut. Ich verstehe meine Mutter jetzt viel besser. Sie hat immer gesagt: "Warte mal ab, bis du selber Kinder hast!" Ich bin sehr sensibel geworden und viel emotionaler, seitdem ich selbst Mutter bin. Ich verstehe jetzt die ganzen Sorgen, die man hat, wenn man Kinder hat. 

Amira Pocher über Kinder in Sozialen Medien

Seit einiger Zeit setzen Sie sich vehement dafür ein, dass Kinder nicht in den Sozialen Medien gezeigt werden sollen. Wie ist die Resonanz?
Wir haben sehr viel positives Feedback von Müttern und Nicht-Müttern bekommen. Allerdings gab es auch viele, die sich angegriffen gefühlt haben. Das hat mich schon schwer enttäuscht. Ich kann wirklich nicht verstehen, warum man sein Kind in den Sozialen Medien präsentiert. Für Likes und eine größere Reichweite? Wem muss ich denn etwas beweisen? Ich weiß doch, wie toll mein Kind ist – außerdem gibt es Fotoalben, wo man ein süßes Bild einkleben kann. Im Netz hat man keine Kontrolle darüber, wo die Bilder landen.

So turbulent, wie Ihr Leben derzeit ist: Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Auf jeden Fall jenseits vom Fernsehen, weil es mir zu unberechenbar ist und man sich nie darauf verlassen kann. Ich möchte dann eigenständig sein und als Unternehmerin wahrgenommen werden. Olli und ich machen bis jetzt alles erfolgreich zusammen, aber ich möchte trotzdem auch für mich mein Ziel erreichen und mich weiterentwickeln. Ich will nicht als Prominente wahrgenommen werden. Ich möchte lieber kreativ sein und neue Sachen entwickeln. 

Gala

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