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Amber Heard Johnny Depps Gewalteskapaden lösten psychische Erkrankung aus

Amber Heard
© ASSOCIATED PRESS / Jim Watson / Picture Alliance
Im Prozess von Johnny Depp gegen Amber Heard wirft ihre erste Zeugin Depp Kontrollsucht, Gewalt und sexuellen Missbrauch vor und attestiert Heard eine posttraumatische Belastungsstörung.

Auch der 13. Tag im Verleumdungsprozess von Hollywoodstar Johnny Depp, 58, gegen seine Ex-Frau Amber Heard, 36, am 3. Mai 2022 hatte es in sich. Nachdem der Antrag von Heards Anwälten, die Klage von Depp abzuweisen, scheiterte, offenbarten die Aussagen von Ambers ehemaliger Krankenschwester Erin Falati und ihrer ersten Zeugin, Psychologin Dr. Dawn Hughes, noch mehr explosive Details – zulasten beider Parteien.

Letztere wirft dem "Fluch der Karibik"-Star vor, die Schauspielerin sexuell missbraucht zu haben, wie unter anderem "Daily Mail" und "Bild" berichten.

Amber Heard war eifersüchtig auf Johnny Depps Ruhm

Seit Prozessbeginn am 12. April 2022 in Fairfax im US-Bundesstaat Virginia lief es nicht gut für Amber Heard. Einige von Johnny Depps aufgerufene Zeug:innen belasteten sie: Polizistin Melissa Saenz widerlegte beispielsweise Heards Behauptung, Opfer von häuslicher Gewalt durch ihren Ex-Mann geworden zu sein. Die forensische Psychologin Dr. Shannon Curry attestierte der Darstellerin zudem mehrere Persönlichkeitsstörungen. Heard zog Konsequenzen und feuerte kurzerhand ihr PR-Team.

Amber Heard mit ihrer Anwältn
Amber Heard mit ihrer Anwältn
© SHAWN THEW / Getty Images

Heards Anwälte hatten nach "Spiegel"-Angaben gefordert, Depps Klage nach dem Ende seiner Beweisführung als unbegründet abzuweisen. Er habe nicht beweisen können, dass seine Ex ihm mit ihrem Beitrag in der "Washington Post" 2018 verleumdet habe. Die Schauspielerin hatte sich damals als Opfer von häuslicher Gewalt bezeichnet, ohne Depp dabei namentlich zu nennen. Richterin Penney Azcarate wies den Antrag jedoch zurück, der Prozess wird mit dem 13. Tag fortgeführt.

Krankenschwester Erin Falati, die Amber Heard einst behandelte und auf Sucht und psychische Gesundheit spezialisiert ist, sagt laut "Bild" per Videoschalte aus, dass sie sich in Depps Nähe "unsicher" gefühlt habe und eifersüchtig insbesondere auf seinen Ruhm gewesen sei. Die Stimmung der 36-Jährigen stuft sie als häufig "labil" ein und spricht von "Wutausbrüchen".

Depp war kontrollsüchtig, Heard enwickelte PTBS

Auch Amber Heards erste Zeugin Dr. Dawn Hughes thematisiert nach "Bild"-Angaben die Psyche der Schauspielerin. Sie will aber ihre durch Psychologin Curry, die von Depps Seite engagiert wurde, attestierten Persönlichkeitsstörungen widerlegen.

Dr. Dawn Hughes während ihrer Aussage im Gericht in Fairfax, Virginia am 3. Mai 2022.
Dr. Dawn Hughes während ihrer Aussage im Gericht in Fairfax, Virginia am 3. Mai 2022.
© ASSOCIATED PRESS / Jim Watson / Picture Alliance

Hughes sagt vor Gericht aus, dass Heard infolge der Gewalteinwirkungen durch ihren Ex-Mann eine posttraumatische Belastungsstörung entwickelt habe. Sie wirft Depp Kontrollsucht vor: "Er versuchte zu kontrollieren, was sie trug." Amber durfte demnach nicht "freizügig" gekleidet herumlaufen.

Zudem habe Heard Dr. Dawn Hughes berichtet, dass Johnny Depp sie geschubst, gestoßen, gewürgt und in den Rücken getreten haben soll. Infolge von Streitereien mit ihrem Ex soll sie laut eigener Aussage sogar zweimal das Bewusstsein verloren haben.

Laut Informationsportal "Neurologen und Psychiater im Netz" tritt eine "posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) als eine verzögerte psychische Reaktion auf ein extrem belastendes Ereignis [...] auf." Dazu würden zum Beispiel "schwere Unfälle, Gewaltverbrechen oder Naturkatastrophen" zählen. Betroffenen würden "Gefühle wie Angst und Schutzlosigkeit erleben und in Ermangelung ihrer subjektiven Bewältigungsmöglichkeiten Hilflosigkeit und Kontrollverlust".

Johnny Depp am 13. Prozesstag am 3. Mai 2022 in einem Gericht in Fairfax, Virginia.
Johnny Depp am 13. Prozesstag am 3. Mai 2022 in einem Gericht in Fairfax, Virginia.
© ASSOCIATED PRESS / Jim Watson / Picture Alliance

Heards Zeugin wirft Depp sexuellen Missbrauch vor

Die Gewalt soll sich auch im sexuellen Bereich abgespielt haben. Hughes wirft Johnny Depp sexuellen Missbrauch vor, sagt aus: "Wenn Mr. Depp betrunken oder auf Drogen war, warf er sie aufs Bett, riss ihr das Nachthemd herunter und versuchte, Sex mit ihr zu haben. [...] Das waren keine liebevollen Momente. Das waren wütende Momente."

Amber Heard soll sich laut ihrer Zeugin zwar verbal und körperlich gewehrt haben, die Psychologin beschreibt ihre Handlung jedoch als eine "Gewalt schwächeren Ausmaßes".

Informationen zu Hilfsangeboten

Wenn Sie von häuslicher Gewalt betroffen sind, finden Sie deutschlandweit und rund um die Uhr unter der kostenlosen anonymen Nummer des "Hilfetelefons Gewalt gegen Frauen" Hilfe: 08000/116 016 . Oder Sie nutzen die Website der Bundesinitiative "Stärker als Gewalt". Wenn Sie sich akut bedroht fühlen, rufen Sie die Polizei unter der kostenlosen Notrufnummer 110.

Die Hintergründe des Verleumdungsprozesses

Johnny Depp verklagt seine Ex-Frau Amber Heard auf 50 Millionen Dollar (circa 46 Millionen Euro) Schadensersatz, weil sie sich 2018 in einem Essay in der "Washington Post" als "öffentliche Figur, die häuslichen Missbrauch repräsentiert", bezeichnete. Die Schauspielerin erhebt zudem Gegenklage in Höhe von 100 Millionen Dollar (circa 92 Millionen Euro) und behauptet, Depp habe ihrem Ruf geschadet, weil er sie eine Lügnerin nannte. Mehrere US-Medien erwarten einen bis zu sechswöchigen Prozess, ehe ein Urteil fällt. Knapp 120 Zeugen sollen auf der Liste stehen.

Das einstige Paar lernte sich 2009 am Set von "The Rum Diary" kennen, kam 2012 zusammen. Im Februar 2015 heirateten Heard und Depp in ihrem Haus in Los Angeles, doch die Ehe hielt nur 15 Monate, bis Amber 2016 die Scheidung einreichte.

Verwendete Quelle: dailymail.co.uk, bild.de, spiegel.de, neurologen-und-psychiater-im-netz.org

jse Gala


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