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Alice Dwyer "Ich vermisse es, mit meinen Freunden zusammen zu sitzen"

Alice Dwyer
© S.T.
Alice Dwyer ist vor der Kamera zuhause, wegen der Coronakrise muss sie aktuell aufs Drehen verzichten. Wie es ihr daheim geht und wieso eines ihrer neuen Projekte, das Hörspiel "MAKEL", so besonders ist, verrät die Schauspielerin im Interview mit GALA.

Alice Dwyer, 32, wollte schon immer Schauspielerin werden – gegen den Willen ihrer Mutter. Mit neun Jahren bewarb sie sich heimlich bei einer Schauspielagentur, wurde angenommen und verkörperte nur zwei Jahre später ihre erste Hauptrolle im Spielfilm "Anna Wunder." Der Rest ist Geschichte, Alice Dwyer ist aus dem deutschen Film- und Fernsehgeschäft nicht mehr wegzudenken.

Alice Dwyer: "Ich wäre gerne geduldiger mit mir"

In einem ihrer neuen Projekte steht die gebürtige Berlinerin nun nicht vor der Kamera, sondern gemeinsam mit Ehemann Sabin Tambrea, 35, hinter dem Mikrofon: Für das Hörspiel "MAKEL", produziert von der neuen Audio-On-Demand-Plattform FYEO ("For Your Ears Only"), leiht Alice Dwyer der Protagonistin Nora Hamann ihre Stimme und nimmt die Hörer mit eine Welt, in der fehlerhafte menschliche Verhaltensweisen, Triebe und Ängste durch eine revolutionäre Behandlung einfach ausgelöscht werden. Fiktion oder bittere Wahrheit? Was würde Alice Dwyer gerne an sich ändern? Und wie geht sie mit der aktuellen Coronakrise um? Darüber spricht die Schauspielerin im GALA-Interview.

GALA: Ein Interview in schwierigen Zeiten. Mussten Sie wegen der Coronakrise Projekte verschieben oder gar absagen?
Alice Dwyer: Wir mussten Corona-bedingt die Dreharbeiten zum vierten Teil von "Herr und Frau Bulle" pausieren. Im Mai sollte ich mit der Arbeit an einem neuen Film beginnen, doch die Vorbereitungen liegen ebenfalls auf Eis. 

Was vermissen Sie momentan am meisten? 
Ich vermisse es, mit meinen Freunden zusammen zu sitzen. Wir versuchen das, wie so viele, mit Online-Meetings zu kompensieren, aber das ist natürlich nicht das gleiche. Und nicht zu wissen, wie lange es noch dauern wird, bis wir uns wieder in die Arme fallen können, ist sehr bedrückend. 

Haben Sie Angst vor der Zukunft?
Natürlich ist es momentan eine ungewisse Zeit, niemand weiß, wie und wann es weitergeht, aber irgendwie wird sich ein Weg finden. 

"Vor der Kamera fühle ich mich zuhause"

Was hat Sie an dem Audio-Blockbuster "MAKEL" gereizt? 
Die Geschichte hat mich sofort gepackt, ich fand die Bücher sehr gut geschrieben. Der Ansatz, ein filmisches Erlebnis für die Ohren zu schaffen, hat mich sehr gereizt. Das war aber gleichzeitig auch die Schwierigkeit, da wir genau das richtige Maß treffen mussten, um die Vorstellungskraft der Hörer zu leiten, der Phantasie dennoch die Möglichkeit bieten mussten, sich frei zu entfalten. 

Peter Lohmeyer, Alice Dwyer und Heike Makatsch (v.l.n.r.) sprechen die Hauptrollen im Audio-Blockbuster "MAKEL".
Peter Lohmeyer, Alice Dwyer und Heike Makatsch (v.l.n.r.) sprechen die Hauptrollen im Audio-Blockbuster "MAKEL".
© FYEO

Vor oder hinter der Kamera: Wo fühlen Sie sich wohler?
Seit der Kindheit stehe ich vor der Kamera, da fühle ich mich zuhause. Aber generell würde ich sagen, dass ich mich immer wohl fühle, wenn ich künstlerisch erfüllend arbeiten darf, ganz unabhängig vom Medium. 

Die "Whitelight"-Methode, um die es in "MAKEL" geht, korrigiert Persönlichkeitsmerkmale und Triebe, die nicht der gesellschaftlichen Norm entsprechen. Was glauben Sie: Fiktion oder bittere Realität in den nächsten Jahren?
Ein höchst brisantes Thema, zu dem sich viele Ethikräte werden besprechen müssen, wenn aus der Fiktion Realität werden sollte. 

Gibt es einen Charakterzug, den Sie gerne an sich ändern würden? 
Ich wäre gerne geduldiger mit mir. Dazu werde ich in der momentanen Situation gewissermaßen gezwungen, und das finde ich ganz gut. 

Wie erleben Sie den Perfektionswahn unserer Gesellschaft?
Ich nehme ihn nicht als Wahn zur Perfektion wahr, sondern als ein Streben nach Anpassung, zur geschliffenen Stromlinienform für Likes, Follower und Quote. Der Anspruch zur Perfektion ist eigentlich etwas sehr Wertvolles, aber er braucht Umwege und Geduld. Die heutige Zeit schreit eher nach Schnelligkeit und Effizienz. 

"MAKEL" hören Sie exklusiv auf www.fyeo.de.

Gala

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