"Tagesschau"-Chefsprecher Jan Hofer: So geht er mit Beleidigungen und massiven Drohungen um

Jan Hofer spürt täglich den rauen Wind, der durch das Internet weht. Der "Tagesschau"-Chefsprecher spricht jetzt erstmals explizit darüber, mit welchen Anfeindungen er konfrontiert wird und wie er inzwischen damit umgeht. 

"Man müsste Sie aufhängen", ist wohl eine der massivsten Drohungen, mit der Jan Hofer, 69, in seiner Funktion als Person des öffentlichen Lebens konfrontiert wird. Ein Satz, der Angst und Bange macht. Für den Chefsprecher der "Tagesschau" gehören solche ernst zunehmenden Bedrohungen von Leib und Leben inzwischen zum Tagesgeschäft. "Die ersten Male schlafen Sie schlecht, das kann ich Ihnen sagen", gibt er gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) offen zu. 

Jan Hofer hat eine Taktik entwickelt, um sich zu schützen

Seine Strategie, um sich eben nicht von solchen unsäglichen Beschimpfungen und Drohungen mürbe machen zu lassen: einfach nicht mehr lesen. "Sonst halten Sie das nicht aus", sagt der 69-Jährige. Das Umgehen mit Hasstiraden im Netz gehört offenbar inzwischen zum Berufsbild eines jeden Prominenten, ob aus TV oder Politik. Die Grünen-Politikerin Renate Künast, 63, beispielsweise schlägt sich auf Facebook mit Beleidigungen wie "altes grünes Dreckschwein", "Stück Scheiße" und "Geisteskranke" herum. Das zerrt an Nerven und Gemüt. Deswegen zieht sie vor wenigen Monaten vor Gericht - und hat keine Chance. Das Landgericht Berlin sieht in solchen Kommentaren "keine Diffamierung der Person der Antragstellerin und damit keine Beleidigungen". Sie fallen unter die Meinungsfreiheit, heißt es.

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Betty Taube
Betty Taube wurde 2014 durch ihre Teilnahme an der neunten Staffel von "Germany’s Next Topmodel" bekannt. Seit 2015 ist sie mit dem Fußballspieler Koray Günter liiert und inzwischen auch verheiratet.
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Gerichtsbeschluss zum Künast-Fall empört Hofer

Für Künast, aber auch Jan Hofer muss dieser Gerichtsbeschluss wie ein Schlag ins Gesicht sein. "Dieses Urteil empfinde ich persönlich als eine Katastrophe", empört sich er gegenüber dem RND. "Ich kann nicht verstehen, dass so etwas möglich ist, dass ein deutsches Gericht so etwas zulässt". Zum speziellen Fall der Bundestagsabgeordneten Künast sagt Hofer: "Es spielt keine Rolle, ob man ihr politisch nahe steht oder nicht: Dass Menschen, die sich für dieses Land mit Herzblut einsetzen, so beschimpft werden dürfen, finde ich sehr merkwürdig." Es gebe eine Grenze. "Und in diesem Fall war diese Grenze in einigen Aussagen für mein Empfinden überschritten."

Verwendete Quellen: RND, Stern

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