Sqeezer-Sänger Jim Reeves (†): Urteil über brutalen Totschlag sorgt für Empörung

Vor vier Jahren wurde Sqeezer-Sänger Jim Reeves brutal misshandelt und getötet. Nun wurde das Urteil gegen die Angeklagten rechtskräftig, zum großen Ärgernis von Reeves' Schwester Shary Reeves.

Sqeezer im Jahr 1996 mit Loretta Stern und Jim Reeves (links oben)

Für Moderatorin Shary Reeves, 44, ist diese Urteilsbestätigung ein Schlag ins Gesicht. Sie wird nie vergessen, wie ihr Bruder, der Sqeezer-Sänger Jim Reeves, im Alter von 47 Jahren von zwei Männern zu Tode gefoltert wurde. Ihr Leben lang wird sie mit diesem schrecklichen Wissen leben müssen.

Sicher, eine höhere Strafe hätte die Nacht von vor vier Jahren nicht rückgängig gemacht, hätte ihr ihren Bruder auch nicht zurückgebracht - doch es wäre vielleicht eine Hilfe gewesen, all das besser verarbeiten zu können. Stattdessen muss sich Shary darüber ärgern, dass der Bundesgerichtshof nun die im Jahr 2018 eingelegte Revision verworfen und das Urteil bestätigt hat.

Jim Reeves grausam gequält und getötet

Zur Erinnerung: In der Nacht zum 1. Februar 2016 wurde Jim Reeves von zwei polnischen Bauarbeitern in einem Berliner Hostel brutal geschlagen, getreten und auf bestialischste Art misshandelt, sodass er schließlich an den Verletzungen starb. Das Opfer und die Angeklagten bewohnten zusammen ein Sechs-Bett-Zimmer, in dem es zu der Tat kam. Die Täter waren offenbar wütend darüber, dass Reeves ihnen zuvor sexuelle Avancen gemacht hatte.

Mord oder Totschlag?

Unter anderem weil die Angeklagten stark alkoholisiert und dadurch in ihrer Steuerungsfähigkeit erheblich eingeschränkt waren, wurde die Tat damals nicht als Mord eingestuft. Und das, obwohl es sich bei dem Motiv um niedrige Beweggründe handelt, was eigentlich für Mord spricht.

Doch die sexuelle Orientierung soll nicht das Hauptmotiv gewesen sein, und so bewertete das Landgericht Berlin die Tat als besonders schweren Fall des Totschlags mit besonders schwerem sexuellen Missbrauch einer widerstandsunfähigen Person. Immerhin, für eine Tat als besonders schweren Fall des Totschlags sieht das Gesetz die gleiche Strafe wie für Mord vor. Die beiden Angeklagten bekamen 13 und 14 Jahre.

Shary Reeves ist über das Urteil entsetzt

Shary Reeves

Doch das reichte Jim Reeves' Familie verständlicherweise nicht, sie reichte Revision ein. Akzeptiert wurde diese nicht, weil die Überprüfung des Urteils keinen durchgreifenden Rechtsfehler ergeben hätte. Das Urteil ist damit rechtskräftig - zum Unmut von Reeves' Familie. 

Bei "Bild" beschwert sich Shary Reeves: "Das hilft uns keineswegs, damit abzuschließen. Meiner Mutter schon mal gar nicht. [...] Das Urteil ist beschämend. Die Strafe für einen so perfiden Mord ist beschämend für unser Rechtssystem. Da helfen Behauptungen wie 'Täter und Opfer haben sich gekannt und es waren alle unter Drogen und Alkoholeinfluss' nicht. Das rechtfertigt niemals diese perverse Art des Mordes an meinem Bruder."

Jim Reeves wurde Mitte der 1990er-Jahre als Mitglied der deutschen Eurodance- und Pop-Formation Sqeezer bekannt, zu der anfangs auch Loretta Stern (Lori Stern), 45, gehörte. Zu den erfolgreichsten Hits zählte die Single "Blue Jeans".

Verwendete Quellen: Bundesgerichtshof, Bild

Themen

Erfahren Sie mehr:

Star-News der Woche